Wie die Fotografie das Sehen beeinflusst – Teil 2

Helbetal Sonnenlicht im Waldentfesseltes Blitzen und Blitzsteuerung mit DSLRMeine Erfahrungen mit der Fotografie – wie habe ich mich weiter entwickelt, welche Techniken haben mir geholfen? Genau darum geht es in diesem zweiteiligen Beitrag. Hier ist der erste Teil zu finden (link).

Fotografieren mit einem entfesselten Blitz oder einem Aufsteckblitz, dieses Thema hat mich schon viele Stunden beschäftigt. Jeder, der ab und an mal Personen mit Blitzlicht fotografiert kennt sicher das Problem mit den unschönen Schatten, den roten Augen, dem künstlichen Eindruck, den die Bilder machen. Ich besitze seit ca. 2 Jahren 2 Aufsteckblitze, einen Canon Speedlite 580 EXII und ein Speedlite 430 EX. Diese beiden Blitzgeräte arbeiten sehr gut zusammen, ich nutze in der Regel den 580EXII als Aufsteckblitz auf der Kamera und den 430EX als entfesselten Blitz von einer anderen Position aus. Auch hier habe ich schon viel rumgetestet. Sehr lehrreich dazu waren einige Video-Tutorial vom Hochzeitsfotografen David Ziser (link,link,link), erst hier habe ich das Zusammenspiel von verschiedenen Blenden und Blitzgeräten verstanden.

Fotografieren mit BlitzIch nutze den Aufsteckblitz mittlerweile auch oft als einfachen Aufheller im Vordergrund. Oft ist es dabei auch schon passiert, dass ich angesprochen wurde, warum ich denn einen Blitz benutze, wenn ich gerade bei hellem Sonnenschein ein Objekt oder eine Person fotografiert habe. Meist mache ich dann aus der gleichen Perspektive noch ein zweites Bild ohne Blitz und zeige den Vergleich.

Aber nun zurück zum “Sehen lernen”. Die Umgebung um mich herum nehme ich seit der Zeit, in der ich intensiver fotografiere, viel intensiver wahr. All die oben beschriebenen Experimente haben meine Sichtweise auf meine Umgebung beeinflusst. Wenn ich die entstandenen Fotos dann abends jeweils am PC anschaue und die unterschiedlichen Ergebnisse sehe, die ich durch Perspektive, Position, Blende, Lichtsetzung erreicht habe, dann kann ich beim nächsten Fototermin schon im Voraus besser planen. Ich weiß dann schon vorher, wie ich welche Bildwirkung gestalten kann.

Ich nehme die Umgebung anders wahr als früher. Ein Beispiel  vielleicht dazu: Ich sehe ein goldgelbes Weizenfeld vor einem schönen blauen Himmel mit ein paar interessanten Wolken. Vor ein paar Jahren wäre ich hier sicher achtlos vorbei gegangen. Heute schaue ich mich nach einem Standpunkt um, von dem aus man ein gutes Bild bekommen würde. Ich suche einen grünen Busch im Feld, oder einen Baum, der das Bild noch etwas auflockert.

Scott Kelby hat mal in einem seiner Bücher geschrieben: “Wenn Du eine gute Szene siehst, die ein ganz gutes Foto werden könnte, geh in den nächsten Blumenladen, kauf für ein paar Euro ein paar schöne farbige Blumen, stell diese in die Szene und das Bild wird noch viel interessanter, außerdem hast Du danach noch einen Blumenstrauß für deine Frau, was will man mehr.” Dieser Satz ist genau so simpel wie auch genial. Man kann mit wenigen einfachen Mitteln einem Bild noch den kleinen Extra-Kick geben, man muss das Bild halt nur vorher in seiner Vorstellung auch sehen. Und genau das lässt sich lernen, antrainieren.

Hast Du auch Tips wie die hier beschriebenen? Lass uns ihn uns doch wissen. Lernen tut man am einfachsten von Anderen. Hinterlass doch einen Kommentar dazu.

0 Antworten
  1. Wilfried
    Wilfried says:

    Ich sehe ein goldgelbes Weizenfeld vor einem schönen blauen Himmel mit ein paar interessanten Wolken. Vor ein paar Jahren wäre ich hier sicher achtlos vorbei gegangen.

    Ich gehe heute schon wieder kommentarlos daran vorbei, da solche Bilder rein illustrativ sind und schon tausendmal gesehen!
    Ein gutes Bild sollte einen Frage sein und keine Antwort. Für mich muss ein Bild 3 Kriterien erfüllen: Simplicity- Mystery-Beauty (David Ward) Ein wirklich empfehlenswerter englischer Landschaftsfotograf, der weiß wovon er redet und weit über den allgemeinen Mainstream hinausgeht.

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  2. Josef
    Josef says:

    An den typischen Aussichtspunkten gibt es oft diese stationären Ferngläser. Diese benutze ich gerne und oft als Objekt im Vordergrund. Jede Landschaftsaufnahme wird dadurch noch einen Tick interessanter.

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  3. Frank
    Frank says:

    Sehr Gut – solche Artikel und Infos sind echt gelungen. Bei mir stellt sich oft die Frage nachdem Standpunkt nicht so, für das Licht sollte ich besser an einen anderen Ort. Für mich aber nicht möglich wegen dem Rolli bzw. den Hindernissen.

    So bleibt mir oft nur ein Kompromiss, aber Standort und Perspektive spielen eine große Rolle. Den Einsatz vom Blitz habe ich bisher noch gescheut, dies wird sich aber ändern. Danke und Gruß Frank

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  4. Heiko
    Heiko says:

    Hallo Joerg,

    danke für deinen Artikel. Habe bisher bei Sonnenschein nicht mit einem extra Blitz gearbeitet, aber werde am Wochenende wenn das Wetter gut wird einmal selber die Untercshiede zwischen keinem, dem integrierten und dem Zusatzblitzgerät ausprobieren gehen.

    Die Artikel zeige nin jedem Fall nciht nur, dass vor allem der Fotograf über die Qualität eines Fotos entscheidet, sondern vor allem auch das Übung und Erfahrung sich auch alls Profi noch auszahlen.

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