Wie die Fotografie das Sehen beeinflusst – Teil 1

Seit ich denken kann malt mein Vater Bilder, meist in Öl. Schon als kleines Kind hingen im ganzen Haus viele Bilder von ihm. Teilweise Kopien von “Alten Meistern”, teilweise Stilleben, viele tolle Landschaftsbilder, auch Portraits sind später hinzu gekommen. Hier ein paar seiner Bilder (link). Eines war mir jedoch immer fremd, die Weise, mit der ein Künstler seine Umgebung wahrnimmt. Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, aber mein Vater hat Dinge gesehen und gemalt, an denen ich ohne Notiz zu nehmen einfach vorbei gegangen wäre. Ich habe auch als Kind gern gemalt, aber in der Regel habe ich andere Bilder abgemalt. Eine Dreidimensionale Landschaft habe ich nicht zufriedenstellend auf Papier oder Leinwand bekommen.

Seit ich wirklich intensiv fotografiere hat sich das Stück für Stück geändert. Wichtig bei diesem Lernvorgang ist auch das bewusste fotografieren. Hält man die Kamera einfach auf einen Punkt und drückt ab, wird sich hier sicher kein Lerneffekt einstellen. Bewusst fotografieren, d.H. überhaupt erst einmal einen Bildausschnitt finden, das zu fotografierende Bild gestalten, das brachte mich weiter.

Fotografie Jörg EsserTerracottaarmee in Wiehe Kyffhäuserkreis Thüringen Winterwanderung im Helbetal

Dazu gibt es sicher viele Möglichkeiten und Wege. Einer davon ist das experimentieren. Einfach mal eine Fotolocation suchen und dann verschiedene Fototechniken ausprobieren.

Das beginnt bei verschiedenen Perspektiven, einfach auch mal ungewöhnliche Perspektiven ausprobieren, von einem erhöhten Standpunkt aus fotografieren, oder ganz aus Bodennähe. Einmal eine Totale, dann mal wieder einen gezoomten Ausschnitt. Seit ca. einem halben Jahr fotografiere ich auch immer häufiger nur im manuellen Modus. Fotos vom gleichen Standpunkt aus mit verschiedenen Kameraeinstellungen, all das teste ich dann aus.

Ein Steckenpferd von mir ist dabei auch das arbeiten mit verschiedenen Lichtquellen. Das Ausleuchten einer Szene mit verschiedenen Blitzgeräten, oder auch einfach mal mit einer Taschenlampe und einer farbigen Kunststofftüte. Hierfür ist natürlich die momentane Winterzeit klasse geeignet, da muss man nicht so lange warten, bis es draußen schön dunkel ist.

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  1. Frank
    Frank says:

    Hallo zusammen!

    Ich kann dem nur Zustimmen, Fotografieren beeinflusst wirklich das Sehen. In meiner Situation im Rollstuhl noch auf einem ganz anderen Weg. Spannung kommt auf, teilweise sogar Neugier einen bekannten Weg nochmals zu gehen bzw. fahren.

    Da passt auch die Aussage einige Foto Freunde von mir, was du da noch siehst obwohl man da da schon unzählige mal vorbeigekommen ist.

    Euch viel Spaß Gruß Frank

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  2. Philipp
    Philipp says:

    Ich kann da auch nur zustimmen!
    Ich fotografiere noch nicht lange, aber seit dem ich das mache sehe ich die Welt ganz anderst!
    Ich nehme alles ganz anderst wahr. Wenn ich z.B mit dem Auto fahre, oder mit dem Zug, fallen mir stänid wunderschöne Objekte ins Auge die mir früher nie aufgefallen sind.

    Und gerade das ausprobieren mit verschiedenen Blickwinkeln und es versuchen so hin zu bekommen das viele Details in einem Bild sind macht mir spaß am fotografieren.

    Leider sehen dann die meisten Menschen die “noch nicht so weit” sind nicht die ganzen schönen Details im Bild und man muss sie erst darauf aufmerksam machen.

    Die fotografie hat mein Wahrnehmen der Natur und der Objekte total ins positive verändert! Jetzt macht die Umwelt noch viel mehr spaß!

    Und die Bilder deines Vaters finde ich echt voll schön! Gerade die Landschaftsbilder finde ich klasse!

    Liebe Grüße
    Philipp

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  1. […] Meine Erfahrungen mit der Fotografie – wie habe ich mich weiter entwickelt, welche Techniken haben mir geholfen? Genau darum geht es in diesem zweiteiligen Beitrag. Hier ist der erste Teil zu finden (link). […]

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