Was ich an einer Kompaktkamera vermissen würde

DSLR oder Kompaktkamera?

Ich fotografiere nun seit ca. 5 Jahren mit digitalen Spiegelreflexkameras. Immer wieder höre ich von anderen das Argument: “Die wäre mir viel zu schwer.” Dazu möchte ich heute mal ein paar gegenteilige Zeilen schreiben.

Klar ist eine DSLR in der Regel schwerer als eine Kompaktkamera, klar ist sie in der regel teurer als eine Kompaktkamera, aber sie hat auch nicht wegzuredende Vorteile dieser gegenüber. Wenn wir mit unserem Fotoclub unterwegs sind, dann sind immer einige dabei, die mit Kompaktkameras fotografieren, auch damit kann man wunderbar experimentieren und gute Ergebnisse erzielen. Ich freue mich über jeden, der dieses Hobby mit viel Spaß und Enthusiasmus betreibt. Es ist ein wunderschönes Hobby, noch besser ist es, wenn man aus diesem Hobby, wenn auch nur zeitweise und ergänzend auch einen Beruf machen kann.

Vorteile gegen Nachteile abwägen – warum?

Muss man überhaupt immer Vorteile und Nachteile gegeneinander abwägen? Ich lese und höre oft auch von den Diskrepanzen zwischen Anhängern des Canon und denen des Nikon-Lagers. Hier sehe ich nun noch weniger Grund, beide Systeme gegeneinander aufzuwiegen. Das kann man tun, wenn man vor der Kaufentscheidung steht, das ist klar, dann muss man schauen, welche Dinge einem selbst wichtig sind, danach und nach der Haptik der Geräte kann man entscheiden. Später aber dann abfällig über das “andere Lager” verächtlich herzuziehen, nunja, das ist in meinen Augen Kinderei.

Es gibt immer Vorteile der eigenen Kamera, die man anführen könnte, dann darf man aber die Nachteile nicht verschweigen. Am Ende sind sich die gleichwertigen DSLR-Kameras allesamt sehr, sehr ähnlich. Die folgenden Punkte sind allesamt meine eigene und persönliche Sichtweise, keine Abwertung einer bestimmten Kamera.

Was würde mir an einer Kompaktkamera fehlen?

das Gewicht der DSLR würde ich zum Beispiel nicht als Nachteil ansehen, im Gegenteil, mir würde sogar das Gewicht irgendwie fehlen. Wenn das Gewicht ein Argument wäre, dann würde ich als Allererstes den Batteriegriff wieder abschrauben. Aber genau den würde ich an einer Kompakten oder einer Bridgekamera auch vermissen. Ich finde es klasse, dass ich mit einer Akkuladung fast 1000 Fotos schießen kann. Auch das fotografieren im Hochformat wird durch den Batteriegriff um einiges vereinfacht.

Das RAW-Format würde mir bei einer Kompaktkamera fehlen, bei vielen Bridge-Kameras ist es ja mittlerweile auch verfügbar. Es bietet mir einfach viel mehr Freiheiten.

Die extrem kurze Einschaltverzögerung würde mir bei der Kompaktkamera fehlen. Hier gibt es zwar Unterschiede bei den einzelnen Geräten, aber an die DSLR kommen die Kompakten hier in der Regel nicht ran.

Wo wir einmal bei Geschwindigkeiten sind. Was mich immer wieder fasziniert ist die Auslösegeschwindigkeit der DSLR-Kameras. Nun muss ich nicht immer 7 Bilder / Sekunde machen, vor allem nicht, wenn ich Landschaften fotografiere, aber ab und an fotografiere ich auch Autorennen, oder andere schnelle Sportarten, hier spielt die DSLR voll die Geschwindigkeitsvorteile aus. Ich erinnere mich noch gern an mein erstes Formel 1 Training, das ich fotografiert habe. Mit einer kleinen Kompaktkamera. auf 90% der Fotos war nur leere Strecke zu sehen, weil die Kamera vom Knopfdruck an gerechnet ca. 1 Sekunde brauchte, bis das Bild im Kasten war. Da war aber das Fahrzeug fast schon wieder 100m weiter.

Jetzt meine Frage an Euch – für die DSLR-Nutzer – Was würde Dir an einer Kompaktkamera fehlen? – für die Nutzer von Kompaktkameras – Was würde dich an einer DSLR gegenüber Deiner Kompakten stören?

0 Antworten
  1. Philipp
    Philipp says:

    Mir persönlich würde auch das Gewicht fehlen wo es einfach vereinfacht still zu halten, die ganzen Einstellmöglichkeiten wie Blende, Verschlusszeit oder einem hohen ISO (ist ja bei Kompaktkameras noch nicht ganz so hoch, und wenn dann mit hohem Bildrauschen).

    Und schon alleine die Freiheit wo man mit dem Zubehör hat! Was man alles dazukaufen kann was einem hilft! Blitz, Stativ, Filter, Batteriegriff, Fernauslöser, usw.

    Ich werde glaub ich nie von meiner DSLR weg kommen! Nur mal für kleine Partys mit Freunden habe ich manchmal meine alte Kompaktkamera dabei. Weil da sehe ich einen Vorteil! Einfach schnell mal in die Hosentasche und wenns mal runterfällt oder kaputt geht ist es nicht so dramatisch wie bei einer DSLR.

    Antworten
  2. Teo
    Teo says:

    Wenn ich nicht erst vor einigen Monaten ins Hobby Fotografie eingestiegen wäre und mehr Geld zur Verfügung hätte, würde ich mir sicherlich auch eine DSLR zulegen. In absehbarer Zukunft wird das sicher auch passieren. Vielleicht erst, wenn ich endlich selbst meinen Lebensunterhalt bestreite, aber solange werde ich versuchen aus meiner Bridge was rauszuholen und zu lernen. Das Argument mit dem Gewicht spielt nur in bestimmten Spannen wirklich eine Rolle. Wenn man eine sehr sehr leichte Kamera benötigt, greift man eben auf Kompakte zurück. Bridge-Cams sind zwar auch noch etwas leichter als DSLR, aber ob eine Tasche nun ein paar Zentimeter größer ist, macht ab einem gewissen Punkt keinen Unterschied mehr.

    Antworten
  3. Bernd
    Bernd says:

    Bevor ich meine DSLR gekauft habe, habe ich ein knappes Jahr mit einer Kompaktkamera fotografiert. Zum einen aus Geldmangel und zum anderen, weil ich erst mal schauen wollte ob mir das überhaupt Spaß macht. Nach nun ca. 5 Monaten mit einer DSLR möchte ich diese nicht mehr missen. Mir würden sehr viele tolle Dinge fehlen, die ich einfach bei meiner Kompakten auch vermisst habe (ist mir allerdings erst im Laufe der Monate klar geworden).

    1. Der Sucher einer DSLR ist einfach hervorragend. Gerade bei Sonnenschein spiegeln die Displays der kompakten doch recht stark und ich sehe nicht wirklich, was ich auf dem Bild habe.

    2. Die Geschwindigkeit vom Einschalten bis zum Auslösen und auch die Serienbildgeschwindigkeit. Ich habe erst durch die DSLR begonnen mit der Tierfotografie (besonders Enten :-D) und ohne die Geschwindigkeit ist es sehr schwierig da vernünftige Bilder zu bekommen. Testversuche gab es mit der Kompakten aber eher schlecht als recht!

    3. Der hohe ISO-Raum und das kaum vorhandene Rauschen sind sehr beeindruckend, selbst bei Einsteiger DSLRs. Ich hatte damals schon eine Kompakte, die ein sehr gutes Rauschverhalten hatte, aber alles größer ISO 800, wollte ich nicht mehr drucken. Es hielt sich zwar noch im Rahmen, als ich dann aber die Bilder der DSLR bei ISO 1600 oder 3200 gesehen habe, war ich fasziniert von der Leistung.

    4. Der häufig fehlende Sucher wäre für mich auch noch ein Problem der Stabilität. Die Kompaktkameras hält man meist weit vom Körper weg, was das Verwackeln erhöht. Bei einer DSLR habe ich den Schwerpunkt direkt über meinem Körper. Könnte ich bei einer Kompakten zwar auch irgendwie machen, aber ich würde sie aufgrund der Größe vermutlich nicht so ruhig bekommen.

    Generell muss ich jedoch sagen, bevor man in die Fotografie einsteigt sollte man sich Gedanken darüber machen, ob einem dieses Hobby Spaß macht und wieviel Geld man dafür ausgeben möchte. Denn hat man erst einmal eine DSLR, will man immer mehr Zubehör haben. Bei einer Kompakten kommt dieser Kaufwahn gar nicht zustande :-)

    Antworten
  4. Jan Sch.
    Jan Sch. says:

    (DSLR-Knipser) –> mir würde fehlen:
    – Kontrolle über Schiefentärfe (hieß doch so … oder?)
    – Rauscharmut eines größeren Sensors (schon der Unterschied APS-C zu KB ist ja enorm)
    – Serienbildfrequenz
    – Autofokusgeschwindigkeit

    … also quasi alles. ;-)

    Antworten
  5. Herr Olsen
    Herr Olsen says:

    Für mich spielt die Handhabung eine große Rolle.
    Blende, Verschlusszeit, Belichtungskorrektur – das muss für mich schnell erreichbar sein, ohne dass ich mich lange durch irgendwelche Menüs fummeln muss.
    Außerdem stelle ich auch gern mal manuell scharf und einen Zoomring ziehe ich jeder Schaltwippe vor.

    Antworten
  6. Frank
    Frank says:

    So eine kleine Kompakte wäre schon was – für mich wäre wichtig Manuell Einstellungen – Blende Zeit und Co.

    Lieben Gruß Frank

    Wieder Online – Sorry!

    Antworten
  7. Matthias S.
    Matthias S. says:

    Als ich mit der Fotografie anfing, habe ich mir eine Bridge-Kamera gekauft. Zusammen mit einem Freund (er hatte eine dslr) ging ich dann auf Tour. Schon nach dem ersten Bildervergleich kam das große Erwachen. Bedingt durch den kleinen Sensor ist keinerlei Spielerei mit der Schärfentiefe drin, von vorn bis hinter alles scharf. Relativ hohes Bildrauschen bei Ausschnittvergrößerungen. Blende bis max f/8 einstellbar. Nach nichtmal zwei Monaten habe ich sie wieder verkauft und bin auf dslr umgestiegen. Die Möglichkeiten gegenüber der Kompakten sind einfach gigantisch.
    lg Matze

    Antworten
  8. fetzinger
    fetzinger says:

    also, ich benutze eigentlich sehr gerne dslr kameras, sowie auch kompaktkameras.
    man sollte natürlich auch bei kompaktkameras darauf schauen, was man sich für eine kaufen soll, da es extreme qualitätsunterschiede gibt.

    schaut man sich bei der ganzen panasonic palette um, fällt auf, das die objektive eine recht angenehme grösse aufweisen, damit auch dementsprechend viel licht auf den sensor fallen kann! meines erachtens kann man mit den kompaktkameras von panasonic sehr sehr schöne bilder knipsen.

    ein profi-fotograf (was ich leider nicht bin) kann mit einer kompaktkamera bilder machen, da gehen einen die augen über!

    lg
    rudi

    Antworten
  9. Maranne Schlüter
    Maranne Schlüter says:

    Ich habe seit einiger Zeit die G10 als ImmerdabeiKamera, eine DSLR ersetzt sie nicht. Das RAW Formar fehlt bei nicht, die Ansprüche, die man von der DSLR gewöhnt ist, bringt sie allerdings auch nicht. Eigentlich hat sie zuviele Pixel, das wurde bei der G11 auch wieder reduziert.
    Gruß Marianne

    Antworten
  10. Michael
    Michael says:

    -Objektivwechsel!!! Ich bin großer Freund von Festbrennweiten. Mein 50mm 1.4 liebe ich über alles! Ich kann draußen selbst bei Dämmerung und ISO 400 noch blitzfrei klasse Bilder schießen, das gleiche gilt indoor. An einer kompakten eine vernünftige Tiefenunscharfe hin zu bekommen ist nahezu unmöglich (wegen Sensorgröße und Objektiv).
    -RAW Format
    -Möglichkeit für externe Blitze. Macht einen Riesenunterschied ob eingebauter oder guter externer Blitz.

    -Ein Nachteil ist die “einschüchternde” Wirkung einer fetten Linse; die Leute haben meiner Erfahrung nach mehr Hemmungen sich ablichten zu lassen, wenn sie in ein Riesenobjektiv blicken, anstatt in eine kleine Knipse

    Antworten
  11. Padraice
    Padraice says:

    Ich bin so eine Kompaktkameraknipserin^^
    Allerdings möchte ich mir, wenn ich das Geld dann mal zur Verfügung habe, auch gerne mal eine DSLR anschaffen. Bietet einfach mehr Möglichkeiten. Einziger Nachteil würde ich sagen, ist das Gewicht. Eine Kompakte ist halt schön klein und leicht, sodass man sie auch gut überall hin mitnehmen kann. Allerdigns denke ich auch, dass so eine große DSLR mit dem Gewicht einer Kompakten auch irgendwie sehr merkwürdig wäre :D

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Joe2712, Joe2712 erwähnt. Joe2712 sagte: aktualisiert: Was ich an einer Kompaktkamera vermissen würde (http://www.einpraegsam.de/?p=3010) #fotog #tutorials […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über ihren Beitrag!

Kommentar verfassen