Tutorials als Hilfe zur Selbsthilfe

Bildbearbeitungs-Tutorials als Hilfe zur Selbsthilfe

Foto: Wacom

Heute möchte ich mal ein paar Dinge loswerden, die mir schon lange unter den Nägeln brennen. Der Beitrag ist auch nicht negativ gemeint, er sollte als Anhaltspunkt für die Herangehensweise an meine Tutorials zu verstehen sein.

Welche Fragen stellen sich? Wie sollte man an sein Problem heran gehen?

Das Tutorial zu meinem Problem gibt es nicht

Häufig kommt es vor, dass ich Anfragen zu verschiedenen Themen bekomme, Anfragen zu Tutorials zu ganz spezifischen Problemstellungen. Immer dann, wenn die Problemstellung dann zu präzise genau auf dieses eine Beispiel hinausläuft, dann lehne ich es in der Regel ab, ein Tutorials dazu zu machen.

Warum?

Weil es dann in der Regel nicht darum geht, zu erlernen, wie dieses Problem in Photoshop, Lightroom oder GIMP behoben werden kann, sondern es geht darum, ein Problem ohne viel Nachdenken und Lernen gelöst zu bekommen. Beim nächsten Foto tritt dann vielleicht ein ähnliches Problem auf und wieder weiß man nicht, wie es zu lösen ist.

Ich habe shcon vor längerer Zeit mal ein solches Tutorial gemacht, es ging dabei wirklich um ein ganz spezielles Foto, das auf ganz bestimmte Weise bearbeitet werden sollte. Die Person, die dieses Tutorial gewünscht hatte, war auch mit dem Tutorial und dem Ergebnis sehr zufrieden. Dieses Tutorial ist allerdings eines der wenigen Tutorials, die ich auf Youtube veröffentlich habe, das mehrere negative Kommentare bekommen hat. Der Grund liegt dabei nicht daran, dass das Tutorial schlechter ist als andere, es liegt einfach daran, dass ich den Kenntnisstand der Person vorausgesetzt habe, die sich dieses Video gewünscht hat. Diejenigen, die diesen Kenntnisstand nicht haben, kommen hier dann natürlich nicht mit. Wie das bei Youtube so üblich ist, wird dann auch selten nachgefragt, es wird meist gleich gepöbelt.

Tutorials als Hilfe zur Selbsthilfe

In der digitalen Bildbearbeitung gibt es wie auch anderswo selten DEN Masterweg. Die Anleitung, die alle Fotos mit einem bestimmten Problem auf die gleiche Art und Weise wieder heile macht. Je nach Ausgangsbild gilt es zu entscheiden, welcher Weg der zielführende ist, wenn es mehrere Wege gibt, welcher Weg der einfachste und schnellste ist.

Diese Entscheidung kann man nur dann treffen, wenn man mehrere Wege kennt, wenn man das Programm so gut kennt, dass man selbständig einen neuen Weg findet, falls kein bekannter Weg ans Ziel führt. Der Rest ist Spielerei, also ausprobieren verschiedener Schritte.

2 Antworten
  1. Jason
    Jason says:

    Ehrlich gesagt, mag ich auch keine Tutorials, die einem exakt eine spezifische Problemstellung (bzw. dessen Lösung) erklären.

    Ich möchte anhand von Tutorials ja lernen, wie eine mögliche “Herangehensweise” aussehen kann. Dadurch lerne ich viel schneller, wie man bestimmt Probleme selbst löst. DAS macht für mich ein gutes Tutorial aus. 3921 Tutorials zu Gimp, die einem alles erklären und auf jeden Fall eingehen, braucht kein Mensch.

    Antworten
  2. Wolfgang Riepl
    Wolfgang Riepl says:

    Ich denke, dass es nicht viele gibt, die alle Funktionen in Photoshop oder Gimp beherrschen,
    jedes Tutorial ist ein Gewinn weil immer etwas dabei ist das man nicht oder anders kennt und man dadurch seine Technik verbessern kann. In fast allen Tutorials erlebt man dadurch auch meistens einen AHA Effekt und man ist wieder ein Stück schlauer geworden.

    Antworten

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