Tutorial Schärfefilter “Unscharf maskieren”

Vorher/Nachher

Im letzten Schärfen-Tutorial ging es um die Schärfung von Bildern mit Hilfe des Hochpassfilters Sie finden den Beitrag hier. Diesesmal geht es um den Filter “Unscharf maskieren”. Der Begriff mag zuerst einmal etwas irritieren, wir wollen ja schärfen und nicht noch mehr Unschärfe. Warum dann Unscharf maskieren? Das kommt von der internen Berechnung des Filters. Dafür zuerst einmal eine kurze Begriffserläuterungen.

Was ist Schärfe?

Das menschliche Auge nimmt Bilder als Schärfer war, die mehr Kontrastkanten haben. Haben Sie also 2 Bilder, das eine hat viele größere ähnlichfarbige Flächen, das andere hat kontrastreiche Kanten darin, so wird das zweite Bild immer als schärfer angesehen. Wikipedia bringt es da ganz gut auf den Punkt: “Die Wahrnehmung des menschlichen Auges ist auf die Erkennung von Kanten und Linien hin optimiert”.

Was heißt das für das Schärfeempfinden?

Das heißt, wir können einen höheren Schärfeeindruck erzielen, wenn wir an diversen Kanten und Linien im Bild (etwa Äste eines Baumes vor einem hellen Himmel) den Kontrast noch weiter erhöhen, wenn wir also den hellen Himmel an der Kante noch etwas heller machen und die dunkleren Äste noch etwas dunkler machen.

Wie funktioniert der Filter “Unscharf maskieren”

Wenn Sie ihr Bild in Photoshop oder Gimp geöffnet haben, dann rufen Sie den Filter “Unscharf maskieren” auf. Bei Photoshop finden Sie diesen im Menüpunkt “Filter”>”Scharfzeichnungsfilter”>”Unscharf maskieren”. Es öffnet sich ein Filterdialog mit einer kleinen Vorschau und 3 Schiebereglern, nämlich Stärke, Radius und Schwellenwert.

Filterdialog Unscharf Maskieren

Filterdialog Unscharf Maskieren

Wie schärfe ich nun mein Bild?

Zu allererst ist es wichtig, dass dieses Nachschärfen ihres Bildes als allerletzter Schritt, direkt vor dem speichern oder drucken erfolgen sollte. Wenn Sie also Ihr Bild angepasst haben, der endgültige Bildausschnitt beschnitten worden ist, dann kann es hier weitergehen. Um den richtigen Eindruck der Schärfe zu sehen sollte man das Bild bei einem Zoomfaktor von 100% schärfen. Haben Sie z.B. einen Zoomfaktor von nur 10% eingestellt kann es sonst passieren, dass die Schärfe am Ende nach dem Druck übertrieben stark ausfällt.

Stärke

Der Schieberegler “Stärke” ist sicher recht klar, hier kann man einstellen, wie stark der Schärfeeindruck wirken soll. Je weiter man diesen Regler nach rechts zieht, um so mehr Kontraste werden an den Kanten angehoben. Einen richtigen Wert für jedes Bild kann man hier nicht nennen. All diese hier genannten Einstellungen beziehen sich immer auf das gewählte Bild mit der gewählten Auflösung. Ein Bild mit höherer Auflösung braucht je nachdem mehr Stärke.

Radius

Der Schieberegler “Radius” gibt an, wie weit sich die Kontrastanhebung rechts und links von einer Kante auswirkt. Nehmen wir wieder das Beispiel mit dem Ast und dem Himmel. Haben wir hier jetzt einen Kleinen Radius gewählt, z.B. 2 Pixel, dann wird genau an der Linie, wo der Himmel uns der Ast aufeinandertreffen, jeweils 2 Pixel des Himmels aufgehellt und auf der Seite des Astes 2 Pixel abgedunkelt. Auch hier ist der Wert für den Radius wie bei der Stärke von der Auflösung des Fotos abhängig. Haben Sie ein 10 Megapixel-Foto, so benötigen Sie höhere Radiuswerte als Sie bei einem 3 Megapixelbild einstellen würden.

hoher Radiuswert bei Unscharf maskieren

In dem hier gezeigten Beispiel sehen Sie 2 verschiedene Radiuseinstellungen. Wird der Radius zu hoch gewählt, hier wurde ein Radius von 6 gewählt, dann erscheinen rund um die Kontrastkanten sogenannte Halos, Lichtkanten, die das Foto dann sehr künstlich aussehen lassen.

Radius 1

Im zweiten Bild sehen Sie das gleiche Bild, diesmal mit einer Radiuseinstellung von 1 Pixel. Hier sind die Lichtkanten fast nicht mehr sichtbar.

Schwellenwert

Wozu man jetzt eigentlich noch den 3. Schieberegler braucht? Stellen Sie sich folgendes vor, Sie haben ein Foto, aufgenommen in schlechten Lichtverhältnissen mit höheren ISO-Wert. Dabei entsteht meist sogenanntes Farbrauschen. Man sieht in den dunkleren Bereichen keine gleichmäßig dunkle Fläche, man erkennt eher viele farbige Punkte. Oder noch schlimmer, Sie haben ein Foto Ihrer Freundin/Ihres Freundes genacht, beim Nachschärfen wird jedes kleines Fältchen und jede Hautunreinheit mit hervorgehoben, das will man ja irgendwie umgehen.

Wenn wir jetzt unser Foto schärfen, dann sind für den Schärfefilter natürlich auch die andersfarbigen Punkte Kontrastkanten, die hervorgehoben werden. Das Rauschen im Bild würde also durch das schärfen auch verstärkt. genau das wollen wir aber nicht.

Mit dem Schieberegler Schwellenwert legen wir fest, wie groß der Helligkeitsunterschied zweier benachbarter Pixel haben muss, damit der Filter noch wirkt. Man sollte also anfangs den Schwellenwert ganz runter setzen, den gewünschten Schärfeeffekt einstellen und am Ende dann des Schwellenwert bemühen und ungewollte Schärfung ausschließen.

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