Nachdem in der letzten Woche dann doch die Beta der neuen Cewe-FotobuchPro-Software 2.0 an die Betatester verteilt wurde kann ich heute einen ersten Eindruck über die Software geben. Die Wünsche und Erwartungen waren natürlich groß, nachdem die neue Version so lange auf sich warten ließ.
Was ist neu?

Tja, da war ich schon mal etwas enttäuscht. Schon die Oberfläche nach dem Start ähnelt der alten Version fast aufs i-Tüpfelchen. Das heißt natürlich auch, dass sich in Punkto Funktionsumfang nicht so sonderlich viel getan hat. Für diese lange Zeit, die die neue Version auf sich hat warten lassen, schon etwas mager.

Ein Highlight der neuen Software ist natürlich die Upload-Funktion, das heißt, man kann das Fotobuch direkt online bestellen und muss nicht mit einer CD in einen Laden laufen. Du denkst jetzt vielleicht: “Meine alte Fotobuchsoftware kann das schon lange…”. Stimmt, leider konnte es die alte Cewe-Pro-Software nicht. Aus diesem Grund habe ich sie auch nicht mehr eingesetzt, nachdem ich ein Testbuch erstellt hatte.

Weiterhin ist als “besonderes Highlight” (O-Ton Cewe) der Cewe-Editor genannt. Erst einmal war es etwas schwierig, den zu finden. Als ich ihn geöffnet hatte, war ich schon positiv überrascht. Er bietet einige interessante Grundfunktionen zur Bildbearbeitung. Tonwertkorrektur, Gradationskurve und Farbballance. Die Tonwertkorrektur ist erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, wenn man Photoshop oder Gimp gewohnt ist, aber Farbballance und Gradationskurve sind identisch mit den genannten Programmen. Das bringt mich am Ende auch zu der Erkenntnis, dass diese Neuerung sicher eine ist, die wahrscheinlich kaum jemand nutzen wird. Wer die Pro-Software einsetzt, der kennt sich sicher auch mit Bildbearbeitung aus und bearbeitet seine Fotos mit ziemlicher Sicherheit vor der Fotobucherstellung in Photoshop, GIMP oder einem anderen Programm und nicht in Cewe-Pro. Außerdem fehlt hier unbedingt noch die lokale Korrekturmöglichkeit. Ich kann die Funktionen immer nur komplett auf das ganze Bild anwenden, nicht auf bestimmte Bildbereiche. Für Anfänger reicht das sicher aus, aber die verwenden nicht die Pro-Software.
Eine wirklich interessante und nützliche Neuerung wird die endgültige Version 2.0 noch haben. Hilfslinien lassen sich einblenden. An diesen Hilfslinien kann man die Fotos der einzelnen Seiten besser ausrichten. Leider gibt es diese Hilfslinien nicht in der momentanen Betaversion.
Die Fotobuchsoftware Pro wird als Windows- und Mac-Version verfügbar sein. Laut Cewes Aussage steht aber der Termin der Veröffentlichung der MAC-Version noch nicht fest. Die Windows-Version soll im Sommer veröffentlicht werden.
Was gefällt gar nicht?
Da ist vor allem der Preis der Bücher zu nennen. Wenn man bedenkt, dass die Bücher, die von Cewe dann gedruckt werden, die gleichen sind, wie mit der einfachen Cewe-Software, dann fehlt mir das Verständnis für den Preisaufschlag von meist 10 €, teilweise 20 € für das Buch, das mit der Pro-Software erstellt wurde.
Wenn man dann noch bedenkt, dass es sicher gerade die Profi-Fotografen sind, die diese Software einsetzen sollen, dann sind das auch sicher diejenigen, die häufiger Bücher bestellen, als der Otto-Normalverbraucher. Hier wäre eher ein etwas niedrigerer Preis angebracht, keinesfalls ein höherer. Ich hätte lieber 100,- € für die Software gezahlt, als dann bei jedem Buch einen Aufschlag von 10 oder 20 €.
Auch die Oberfläche hätte ich mir etwas übersichtlicher gewünscht. Aussagekräftigere Icons wären dabei sicher hilfreich. So muss man anfangs immer erst auf den Hilfstext warten, wenn man wissen will, was ein bestimmtes Icon für eine Funktion hat. Wer jetzt sagt: “Das ist ja auch keine Software für Anfänger.” dem kann ich nur sagen, dass Softwareergonomie nichts damit zu tun hat, für wen ein Programm gedacht ist.
Gerade ist mir noch aufgefallen, dass ich die Oberfläche gar nicht verkleinern kann. Sie ist immer im Vollbild dargestellt, ich kann sie nicht als kleineres Fenster darstellen. Hmm.
Fazit
Gibt es brauchbare Neuerungen oder Verbesserungen gegenüber der letzten Version? Ja. Der Online-Upload. Leider kann ich hier nichts weiter nennen. Wer sich mit einer neuen Version so lange Zeit lässt, von dem erwarte ich einfach mehr neue Funktionen, eine übersichtlichere Oberfläche. Wenn schon ein Fotoeditor hier mit eingebaut wird, dann richtig, mit Maskierung oder lokalen Änderungsmöglichkeiten.
Angesichts des ziemlich unverständlichen Preisaufschlags für die Bücher werde ich mir wohl auch weiterhin ganz genau überlegen, ob ich meine Fotobücher mit der PRO-Software gestalte oder nicht.