Photoshop Design – mehr als nur Bildretusche

“Photoshop” ist die Antwort, die man in der Regel zu hören bekommt, wenn man nach dem professionellsten oder besten Bildbearbeitungsprogramm fragt. Aber Photoshop ist mittlerweile mehr als nur ein Programm zur Bildretusche, viel mehr.

Vor allem der Funktionszuwachs, der seit der Einführung der Creative Suite Versionen Einzug gehalten hat, ist enorm und geht weit über das hinaus, was man für die normale Bildretusche benötigen würde.

Photoshop als Design-Werkzeug

Design in Photoshop

Photoshop ist zu einem umfassenden Design-Werkzeug geworden, es bietet ungeahnte Möglichkeiten fotorealistische Objekte oder Oberflächen aus dem nichts heraus zu erschaffen. Ein Beispiel dafür ist das Plakatdesign mit dem Kartenstapel und dem Poker-Chip.

Bert Monroy ist einer der genialsten Photoshop-Gurus, wenn es um Design geht. Er erschafft komplette fotorealistische Kunstwerke in Photoshop. Sein aktuelles Werk “Timesquare” ist Stück für Stück in Photoshop entstanden, kein einziges Pixel ist aus einem Foto entnommen. Eine Sache an Timesquare gefällt mir persönlich nicht, ich hätte die Personen weg gelassen, da hier ziemlich genau der künstliche Charakter zu erkenne ist. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.


3D bringt Photoshop auf ein neues Level

3D-Funktionen in Photoshop

Die 3D-Funktionen, die mit Photoshop CS4 Extendet eingeführt wurden, ermöglichen es gerade im Design-Bereich, einen Realitätsgrad zu erreichen, der vorher nicht für möglich gehalten wurde. Natürlich ist Photoshop noch kein 3D-Programm, wie es zum Beispiel Cinema4D ist, ich sage aber bewußt “noch”.  Ich bin mir sicher, hier werden wir in den nächsten Jahren noch einiges erwarten können.

Content Aware

Content aware Fill in Photoshop

Was mit dem inhaltsbewahrenden skalieren begönne hat und in CS5 mit inhaltsbewahrendem Füllen oder Heilen weiter entwickelt wurde, vereinfacht bestimmte Arbeitsschritte in der digitalen Bildbearbeitung in einer Art und Weise, dass nun fast jeder mit wenig Einarbeitung einigermaßen gute Retuschearbeit leisten kann. Ich kann mich noch gut erinnern, vor einigen Jahren gab es Fotografen der alten Schule, die Photoshop und generell die Nachbearbeitung am Computer verteufelt haben, ganz einfach aus Angst um die eigene Kunst. Diese Angst war bei den wirklich guten Fotografen unbegründet. Diejenigen, die sich nur so durch gewurschtelt hatten, bekamen die Konkurrenz recht schnell zu spüren. Die guten Fotografen haben recht schnell trotzdem die Vorzüge der Bildbearbeitung erkannt.

Der Spruch: “Mit Photoshop kann man aus jedem schlechten Foto ein tolles Bild machen.” ist einfach falsch. Man kann das schlechte Foto verbessern, aber nur aus einem guten Ausgangsbild kann man etwas ganz besonders erschaffen. Das fotografische Können und das künstlerische Auge ist auch heute unersetzlich.

Heute macht sich nun wieder die Angst breit. “Mit den Freistellungsfunktionen und dem inhaltsbewahrenden Füll- und Heilungsfunktionen kann ja jeder Fotos retuschieren.” – wieder so ein Spruch, der nicht stimmt. Klar ist es recht einfach und qualitativ gut, was mit diesen Funktionen möglich ist, es tun sich aber auch völlig neue Wege auf, die der Anfänger sicher kaum finden oder ausprobieren wird.

Hier wird es wieder zu einer Spaltung kommen, die wirklich guten Fotografen und wirklich guten Photoshopper werden Kunstwerke erschaffen, die sie sich noch vor wenigen Jahren nie erträumt hätten. Diejenigen, die sich mit dem Durchschnitt zufrieden geben, werden auf der Strecke bleiben.

Vor ein paar Tagen habe ich auf Facebook einen Post eines Fotografen gelesen, der auf einer Hochzeitsfeier einen anderen Fotografen gesehen hat, der bei schlechten Lichtverhältnissen zwar den Aufsteckblitz auf der Kamera hatte, diesen aber nicht eingeschaltet hatte. Auf die Frage, warum er nicht mit Blitz fotografierte, sagte dieser: “Das mache ich in Photoshop.” Ich kann nur hoffen, dass das Brautpaar nicht auf diese Fotos angewiesen war und nicht auch noch Geld dafür zahlen musste. Wer schon beim fotografieren nicht das Optimum herausholt, der wird in Photoshop auch nur Mittelmaß sein.

Photoshop-Design: Vom Schnappschuss zum Kunstwerk II

In den vergangenen Monaten habe ich mich in der Vorbereitung auf die neue Einpraegsam-Photoshop-Tutorials-DVD so intensiv mit dem Thema Design in Photoshop beschäftigt. Die verschiedenen Video Podcasts, die ich in den letzten Jahren zum Thema Photoshop regelmäßig geschaut hatte, haben immer häufiger die Erkenntnis gebracht, dass es kaum noch Funktionen oder Arbeitsschritte gab, die ich noch nicht kannte. Diese intensive Vorbereitung auf die Design-DVD hat mir mal wieder gezeigt, dass Photoshop immer wieder neue Wege hervor bringt, das es immer wieder geniale Leute gibt, die aus Funktionen, die man selbst schon tausendmal verwendet hat, immer noch etwas ganz anderes heraus kitzeln können.

2 Antworten
  1. Lollie
    Lollie says:

    Hallo

    ich nutze Photoshop seid Jahren um vielfälltige design zu erstellen und muss sagen das die Retousche den geringsten Anteil ausmacht.

    G
    L

    Antworten
  2. Dominik Kohn
    Dominik Kohn says:

    Ich benutze Photoshop hauptberuflich und muss schon sagen, das dieses Programm immer besser, aber auch immer umfangreichlicher wird.

    Photoshop kann so viel, jedoch benutzt vermutlich gerade mal ein paar Prozent von dem, was das Programm wirklich kann.

    Viele Grüße
    Dominik Kohn aus Bolivien

    Antworten

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