Nachtaufnahmen Teil 2 – Die Nachbearbeitung am PC

Nachdem ich in der letzten Woche im ersten teil der Serie “Wie fotografiere ich Nachtaufnahmen” (link) etwas mehr auf den fotografischen Teil eingegangen bin, wird es heute mehr um den Teil der Nachbearbeitung am PC (oder MAC) gehen. Die Beispielfotos hier zeigen den Zwinger iin Dresden.

Der Weg, den ich dann gehe, hängt vor allem vom Ausgangsmaterial ab, also von den Fotos, die ich gemacht habe. Die Beispielfotos aus der letzten Woche nehme ich hier jetzt einmal zur Erläuterung heran. Wie beschrieben habe ich eine Belichtungsreihe fotografiert, also drei unterschiedlich belichtete Fotos. Zu allererst importiere ich alle gemachten Fotos wie immer in Lightroom. Hier wird dann aussortiert, was gar nichts geworden ist. Nachdem ich ein Motiv gefunden habe, das ich weiter bearbeiten möchte, markiere ich die 3 zusammengehörigen Fotos und öffne diese in PhotomatixPro. Damit dies aus Lightroom heraus so einfach wie möglich funktioniert, nutze ich ein Plugin, das es für PhotomatixPro und Lightroom gibt (link). Es übergibt die Fotos direkt aus Lightroom an Photomatix und importiert automatisch nach der Fertigstellung das HDR-Foto wieder ins Lightroom, kinderleicht.

In Photomatix stelle ich zuerst die standard-Einstellungen ein und fange dann an, das Foto nach meinen Vorstellungen zu gestalten.

Hierzu werde ich in der nächsten Woche ein Video-Tutorial veröffentlichen, das würde hier zu weit führen.

Das fertige HDR-Bild wird automatisch wieder an Lightroom übergeben.

Zur weiteren Bearbeitung öffne ich das Foto in Photoshop, indem ich die Funktion “in Photoshop als Smart-Objekt öffnen” verwende. Das Bild ist nun in Photoshop geöffnet und als Smart-Objekt in der Ebenen-Palette zu sehen. Als nächstes möchte ich die Strukturen in bestimmten Bildteilen noch etwas herausarbeiten. Hierzu verwende ich eine Technik, die ich von Calvin Hollywood gelernt habe. Ich erstelle eine Kopie der Ebene.

Dies muss unbedingt mit der Funktion “Neues Smart-Objekt durch Kopie”, welche am einfachsten zu finden ist, indem man mit der rechten Maustaste auf die Ebene klickt und dann “Neues Smart-Objekt durch Kopie” auswählt. Erstellt man eine normale Ebenenkopie (z.B. mit der Tastenkombination STRG+J), dann sind die beiden Smart-Objekt-Ebenen direkt miteinander verbunden. Ändert man in einer der Ebenen im Smart-Objekt etwas, dann wird diese Änderung auch an der anderen Ebene durchgeführt. Durch die oben genannte Funktion wird aber diese Verbindung der beiden Smart-Objekt-Ebenen unterbrochen.

Nun klicke ich doppelt auf die obere Ebene (auf das kleine Bildsymbol klicken). Es öffnet sich Camera-RAW. Hier kann ich nun das Bild verändern. Die Veränderung wird zuerst vielleicht etwas verwirrend und komisch aussehen, aber gleich zeigt sich, wozu das ganze gut ist.

Also hier die Schritte der Anpassung:

  • den Schieberegler “Licht” ziehe ich ganz nach rechts
  • den Regler “Scharz” ziehe ich ca. 1/4 nach rechts, so weit, dass ein schöner hell-dunkel-Kontrast entsteht
  • jetzt ziehe ich den “Sättigungsregler” ganz nach links und erhalte eine schwarzweiße, an eine Zeichnung erinnernde Ebene
  • ist die Ebene noch zu dunkel, dann ziehe ich den Belichtungsregler etwas nach rechts

dann bestätige ich das ganze mit OK. Sieht zuerst mal etwas komisch aus.

Nun stelle ich aber den Ebenenmodus von “Normal” auf “Luminanz”.

WOW, die Strukturen des Bildes werden jetzt viel stärker hervorgehoben. Meist auch etwas zu stark. Außerdem möchte ich die Änderung, die ich gemacht habe, nur an bestimmten Stellen im Bild haben. Ich füge also eine Ebenenmaske hinzu (eine nähere Erläuterung zu Masken findest du hier link). Bei gedrückter ALT-Taste  klicke ich mit der Maus auf das Masken-Symbol  in der Ebenen-Palette. Ich erhalte eine schwarze Maske, die obere Ebene ist nun völlig transparent. Mit einem weißen, weichen Pinsel male ich bei geringer Deckkraft von etwa 10-20% an den Stellen, die ich wieder verstärken möchte.

Zum Abschluss hier nun noch der Vergleich der Bilder, zuerst das unbearbeitete normal belichtete Ausgangsbild, dann das mit Photomatix erstellte HDR-Bild und zuletzt das noch in Photoshop bearbeitete Endresultat.

Viel Spaß beim Ausprobieren. Wenn es Fragen zu der Erläuterung gibt, hinterlass doch einfach einen Kommentar oder schreib mir eine kurze eMail.

0 Antworten
  1. Sandra
    Sandra says:

    Hallo,

    soweit ja ganz nett, aber welche Schieberegler für schwarz und Licht meinst du denn überhaupt? Wenn schon ein Tutorial, dann vielleicht eins, was man auch als normaler Mensch nachvollziehen kann…

    Gruß
    Sandra

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    • Joe2712
      Joe2712 says:

      Ich meinte damit genau die Regler, die ich genannt habe. Wenn Du auf das Datum des Tutorials schaust, kannst Du sehen, dass der Beitrag aus 2009 ist. Es handelt sich also um Photoshop CS5 und Camera Raw 6. Damals war leider nicht abzusehen, dass die Regler bei CS6 umbenannt werden.
      Schieberegler “Licht” heißt jetzt “Lichter” (den Regler nach links ziehen) und “schwarz” heißt “schwarz” (nach rechts ziehen).

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