Mondfotografie – Wie bekomme ich gute Mondfotos

Mondfotos, wie mache ich es richtig?

Welchem Irrtum könnte man erliegen?

Der erste Irrtum, dem man erliegen könnte wäre der, die Nachtautomatikfunktion der Kamera würde schon für die richtigen Einstellungen sorgen.

Leider nicht. Warum?

Die Nachtautomatik ist für schlecht beleiuchtete Objekte gedacht, es wird meist mit hohem ISO-Wert und langer Belichtungszeit gearbeitet. Das führt zu Fotos, auf denen eigentlich nur völlig schwarzer Hintergrund und ein ziemlich kleiner Leuchtpunkt zu sehen ist.

So sollte kein Mondfoto aussehen

Der zweite Irrtum ist meist der Gedanke, es ist dunkel, also brauche ich eine lange Belichtungszeit. Es tritt genau das gleiche Problem auf, wie oben beschrieben, das Foto sieht genau so aus, als hätte man in einem völlig dunklen Raum eine Nachttischlampe fotografiert.

Was ist also zu beachten?

Zuerst sollte man für Mondfotos das größte Zoom-Objektiv zur Hand nehmen, das einem zur Verfügung steht. Das sorgt schon einmal für eine möglichst große Darstellung. 210-300mm sollten es schon sein.

Fotografieren sollte man im manuellen-Modus oder in der Blendenautomatik (Zeitvorwahl), damit man die Verschlusszeit der Kamera selbst steuern kann.
Die ISO-Einstellungen ruhig auf einem niedrigen Wert belassen, ich habe in dem obigen Beispiel ISO100 verwendet.

Nun zur Belichtungszeit. Man möchte ein Objekt fotografieren, das sehr hell leuchtet.  Die Verschlusszeit wird also sicher viel kürzer sein, als Sie sich im ersten Moment vorstellen. Sie liegt keineswegs im Sekundenbereich. Im obigen Beispiel waren es 1/100 Sekunde. Aber auch mit noch viel kürzeren Verschlusszeiten bekommen Sie sehr gute Ergebnisse. Auch 1/500 Sekunde bringt bei Mondfotos recht gute Ergebnisse.

Autofokus ist bei diesen Lichtverhältnissen in den meisten Fällen nicht zu empfehlen. Es hat sich als sehr hilfreich herausgestellt, dass man von einem Stativ mit Fernauslöser oder Selbstauslöser fotografiert. Dabei kann man manuell ganz gut fokussieren und danach auslösen. Und nicht vergessen, immer mehrere Versuche mit unterschiedlichen Zeiteinstellungen versuchen.

Muss das Foto noch nachbearbeitet werden?

Wie bei fast allen Fotos gilt auch hier, Nachbearbeitung schadet keinem Foto, es macht es in den allermeisten Fällen besser.

Ich habe das Foto beschnitten, da auch bei einem 300mm-Zoom der Mond nicht bildfüllend abzulichten ist. Danach habe ich mit Hilfe der Tonwertkorrektur die dunklen Bereiche des Himmels noch mehr abgedunkelt und den Kontrast der Mondoberfläche erhöht. Zum Abschluss habe ich mit Hilfe des Hochpassfilters (ein Tutorial dazu finden Sie hier) nachgeschärft, was gerade diesem Bild den letzten Kick gegeben hat.

0 Antworten
  1. Piotre
    Piotre says:

    Wow, total geiles Tut. Ich hab heute abend schon alles versucht, den Mond zu kriegen, aber immer nur der doofe helle Lichtpunkt. Wäre nie darauf gekommen, die Verschlußzeit zu erhöhen :D
    Vielen Dank nochmal!

    lg, piotre

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] zu diesem Thema, also hier noch einmal drei Links zu meinen Vollmond-Tutorials und Tips. – Mondfotografie – Wie bekomme ich gute Mondfotos – zwei Mondfotos, schon etwas älter – Wie mache ich mehr aus meinen […]

  2. […] zu diesem Thema, also hier noch einmal drei Links zu meinen Vollmond-Tutorials und Tips. – Mondfotografie – Wie bekomme ich gute Mondfotos – zwei Mondfotos, schon etwas älter – Wie mache ich mehr aus meinen […]

  3. […] Da diese Woche wieder Vollmond war und ich vor allem zur richtigen Zeit am richtigen Platz war, hier heute ein weiteres Tutorial zum Thema Mondfotos. Schon vor einiger Zeit habe ich ein Tutorial geschrieben, wie man den Mond am besten fotografiert. Dieses Tutorial findet ihr hier. […]

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über ihren Beitrag!

Kommentar verfassen