Kreative Bildbearbeitung – Fälschung oder Teil des Fotoprozesses?

Das heutige Thema ist umstritten. Umstritten, sicher seit es die digitale Bildbearbeitung gibt. Ich kann nicht genau sagen, ob diese Diskussion auch zur Zeit der analogen Fotografie schon geführt wurde, zu dieser Zeit habe ich mich noch nicht so int6ensiv mit Fotografie und Bildbearbeitung auseinandergesetzt. Vielleicht kann ja jemand hierzu mehr sagen, ich wäre für Kommentare dazu dankbar. Kreative Veränderungen am fotografierten Original wurden auf jeden Fall auch in der Dunkelkammer durchgeführt.

Seit die digitale Fotografie mehr als nur ein Nischendasein führt, seit der Zeit, in der auch die Profifotografen mehrheitlich zur digitalen Fotografie greifen, gibt es diese Diskussion auf jeden Fall. Und seit dieser Zeit gibt es sicher auch die zwei Lager, die sich mit mehr oder minder stichhaltigen Argumenten zu überzeugen versuchen, dass die Bildbearbeitung einer Fälschung des Bildes gleich kommt, oder eben nicht.

Meine Meinung zu diesem Thema

Natürlich gehöre ich zu dem Lager, das die kreative Bildbearbeitung eher als Teil des Fotoprozesses versteht, denn als Fälschung des wirklichen Bildes. Ich möchte dafür auch einige Argumente anführen. Vielleicht findet sich ja auch der ein oder andere Leser, der gegenteiliger Meinung ist, dann bitte kurz melden, ich würde gern auch einen gegenteiligen Standpunkt hier veröffentlichen.

Argument 1 – jedes digitale Bild ist auch digital verändert

Jede Kamera verändert automatisch bei der Aufnahme das gemacht Bild. Je nach Kamera wird nachgeschärft, die Sättigung erhöht, der Weißabgleich eingestellt, usw. D.h. jedes digitale Bild ist schon von Hause aus verändert, ich würde das trotzdem nicht als fälschen bezeichnen.

Argument 2 – auch zu analogen Zeiten wurde mit Filtern nachgeholfen

Vorsatzfilter gab es schon fast so lange, wie die Fotografie selbst. Mit Hilfe von Farbfiltern wurden die Fotos auf die eine oder andere Weise farblich verändert. Vor allem in der Schwarz-Weiß-Fotografie wurden hier viele Veränderungen in den Fotografien erreicht. Einen dunkleren Himmel, Kontrastreichere Bildbereiche und vieles mehr konnte und kann mit Farbfiltern erreicht werden. Heute werden Filter mehr und mehr nachträglich, elektronisch eingefügt. Das bietet die Möglichkeit, auch nachträglich noch verschiedene Filter auszuprobieren um die optimale Variante zu finden.

Argument 3 – Die Dunkelkammer war und ist voll von Tricks zur Bildveränderung

In der Dunkelkammer wurde genau so kreativ gearbeitet, wie heute am PC. Mit verschiedenen Chemikalien, mit verschiedenem Papier wurde das endgültige Bild kreativ so angepasst, wie man es sich vorgestellt hat. Noch heute gibt es bei den gängigen Bildbearbeitungsprogrammen die Werkzeuge “Dodge” und “burn”, zu deutsch “abwedeln” und “nachbelichten”. Diese Begriffe stammen noch aus der alten analogen Dunkelkammer. Auch hier wurden Bildbereiche nachträglich aufgehellt oder abgedunkelt.

Hier möchte ich einen kleinen Schnitt machen. Vielleicht findet sich ja jemand, der hier mit gegenteiligen Argumenten weiter machen möchte, ich würde mich über einen Gastbeitrag freuen.  Auch wenn Du weitere Argumente dafür hast, das heutzutage die digitale Bildbearbeitung zum Fotografieprozess dazugehört, würde ich mich über einen kurzen Beitrag freuen, schick mir einfach eine kurze eMail (link).

0 Antworten
  1. Urs Steudler
    Urs Steudler says:

    Was könnte genialer sein als die natürliche Erscheinung eines Menschen und all das, was seine/ihre Person ausmacht? Keine noch so gute Retusche kann die pure Natur übertreffen. Schade, wenn Falten, Sommersprossen usw. retuschiert werden.

    Antworten

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  1. […] ich an den Beitrag “Kreative Bildbearbeitung – Fälschung oder Teil des Fotoprozesses” (link) anknüpfen. In den Medien sind mittlerweile fast zu 100% mehr oder weniger digital […]

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