Ist eine automatische Bildkorrektur besser als eine manuelle Bildkorrektur?

Bildkorrekturen automatisch oder manuell?

Über diese Frage denke ich immer wieder neu nach, wenn ich bei meinen Kunden die diversen Bildbearbeitungsprogramme vor mir sehe, die zu einem Scanner oder zu einer digitalen Kompaktkamera mitgeliefert werden. Es gibt hier sicher viele verschiedene Programme, die dem Laien die Bildkorrektur so einfach wie möglich machen sollen. Auch Googles Picasa gehört da sicher mit dazu, wobei ich den Programmumfang und die Qualität der Programme hier auch nicht in Abrede stellen möchte.

Diese Programme haben alle eines gemeinsam, sie versuchen die Bildkorrektur automatisch auf einen Knopfdruck hin durchzuführen. Meine Überlegung dabei ist eigentlich immer wieder die gleiche, ist diese automatische Bildkorrektur besser als die manuelle, die ich in Photoshop, in Lightroom oder in GIMP durchführe? Mit besser meine ich dabei auch nicht nur die Qualität, ich meine vor allem auch die schnellere Bearbeitung, eigentlich das Zusammenspiel von Qualität und Quantität.

In Google Picasa heißt dieser Automatik-Knopf bezeichnenderweise auch “Auf gut Glück”.  Ich bin nun wirklich kein Technikhasser, im Gegenteil, aber diese vollautomatische “Auf gut Glück”-Korrektur ist mir immer ein wenig suspekt. Sie bringt sicher in bestimmten Fällen ganz gute Ergebnisse, es ist allemal besser, ein Foto mit der Automatik zu “retten”, als vielleicht ein Foto mit Potential zu etwas Besserem zu löschen, nur weil die Belichtung nicht ganz stimmt, oder der Weißabgleich nicht ganz hingehauen hat.

Mein eigentliches Problem bei der Automatik ist aber sicher ein anderes, wenn ich ein Bild bearbeite, habe ich zu Beginn der Bearbeitung schon eine gewisse Vorstellung davon, wie das Bild am Ende aussehen soll, das ist etwas, worauf man hinarbeiten kann. Schritt für Schritt entsteht so das fertige Bild. Bei der Automatik muss ich mit dem Ergebnis leben und das enstrpciht nur selten meinen Vorstellungen.

Wie denkst Du über dieses Problem? Nutzt Du überhaupt eine automatische Korrekturfunktion?

12 Antworten
  1. Frank
    Frank says:

    Hallo,

    automatische Bearbeitung pro oder contra?
    Also in machen Fällen finde ich es recht hilfreich. Zumindest um verschiedene Sachen ‘durchzuprobieren’.

    Was mich aber umgehauen hat ….
    Einfach mal LR auf… Entwicklungseinstellungen auf ‘Nullwert’.
    Es ist erschreckend, wie die Bilder in Wirklichkeit aus der Cam kommen und wie sie aussehen, wenn man sie einfach mit den Standarteinstellungen öffnet.

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  2. Joe2712
    Joe2712 says:

    @Frank
    das reine RAW-Bild sieht immer viel “schlechter” aus, als das, was die Kamera in der Vorschau anzeigt, oder als das JPG-Bild. Dabei sieht man auch ganz gut, wie viel automatische Korrekturen die Kameras machen, bevor das Bild auf den Chip geschrieben wird. Da ist die Standard-Einstellung von LR noch recht human, wenn ich da an manche “vivid”-Einstellung neuerer Kameras denke.

    @Uwe
    Genau, so ist es.

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  3. Marcel
    Marcel says:

    also ich mach eigentlich fast alles manuell… mehr oder weniger erfolgreich^^

    wie kann man denn die Entwicklungseinstellungen auf ‘Nullwert’ setzten?

    gruß

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  4. Jens
    Jens says:

    Eine sehr gute Frage! Normalerweise nutze ich diese Funktion nicht, es sei denn, ich möchte direkt nach einem Shooting die Fotos zeigen, dann lasse ich ein “Automatisch” via Lightroom über die Fotos laufen (wobei ich aber den Betrachter darauf hinweise, dass das Ergebnis von diesem Bild abweichen kann) um es danach wieder rückgängig zu machen und die Bilder manuell zu bearbeiten.

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  5. Wolfgang
    Wolfgang says:

    Man sollte eine solche „Automatik-Funktion“ nicht von vorn herein schlechtreden. Sie ist für Leute gedacht, die überwiegend in JPEG fotografieren und ihre Fotos bezüglich Tonwertkorrektur, Kontrast, Schärfe und Farbstich etwas verbessern wollen, bevor sie dann 9×13 Abzüge im Drogeriemarkt erstellen lassen. Die Belichtungsautomaten bei den unzähligen Bilderdiensten im Internet und die in Drogerie- und Elektromärkten machen ja auch nichts anderes, als eine solche Autokorrektur. In der Regel kommen da weitaus bessere Bilder zustande, als wenn jemand ohne Kenntnisse in EBV versucht, mit Profiprogrammen wie LR, PS oder GIMP was zu verbessern. Davon abgesehen, bieten auch diese Programme (LR, PS, GIMP) Funktionen für die „Auto-Verbesserung“ von Bildern. Man vermeidet dann halt das Wort „Auto“ und ersetzt es durch „Preset“ und schon ist auch der LR- bzw. PS-Freak zufrieden.

    Gruß Wolfgang

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  6. Joe2712
    Joe2712 says:

    @Wolfgang
    Ich hatte ja auch geschrieben, dass die Autokorrektur allemal besser ist als gar keine Korrektur von verkorksten Bildern.
    Bei Deinem letzten Satz bin ich völlig anderer Meinung. Sowohl Photoshop als auch Lightroom und GIMP haben richtige Autokorrektur-Funktionen, wie Du oben im Bild sehen kannst. Presets sind meiner Meinung nach etwas ganz anderes. Hier habe ich die Möglichkeit das Ergebnis zu steuern, indem ich entweder dieses Preset oder ein anders nehme. Bei der Auto-Funktion muss ich mit dem Ergebnis leben.

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  7. Wolfgang
    Wolfgang says:

    @Jörg
    Du hast ja recht, ich habe das mit den Presets etwas zu pauschal ausgedrückt.
    Beim Einsatz von Presets stellt die Software auf vorgegebene Parameter ein, unabhängig vom Ergebnis. Bei Einsatz der Autokorrektur analysiert die Software das Ausgangsbild und stellt diverse Parameter auf nicht oder nur beschränkt beeinflussbare Vorgabewerte ein.
    Sei es wie es will, meiner Meinung nach kann man die Autokorrektur sehr gut verwenden, wenn man einer Vielzahl von Bildern eine „Grundbearbeitung“ verpassen will, um sie in Dia-Shows einzubinden, selbst zu drucken oder um sie anschließend ernsthaft mit GIMP, PS weiterzuverarbeiten. Wenn man lediglich Papierbilder belichten lassen will, kann man sich die Autokorrektur auch vom Belichtungsautomat des Bilderdienstes abnehmen lassen. Der kann das besser und schneller. Dass man für (fast) perfekte Ergebnisse nicht um eine manuelle Bearbeitung herumkommt, ist auch klar.

    Gruß Wolfgang

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  8. Lichtbildner
    Lichtbildner says:

    Die Automatikkorrekturen sind für Otto Normalverbraucher, der sich nicht mit der Technik auseinandersetzen will, sicherlich eine hilfreiche Sache. Wobei ich offen gesagt den Sinn nicht so recht verstehe, da bei JPG die Kamera die Bildchen ja schon ­anhübscht. Da ich selbst häufiger Kurse in Fotografie und Bildbearbeitung abhalte, bin ich immer wieder erstaunt, mit welcher Unwissenheit die Menschen so ein Seminar besuchen. Kameraausrüstungen für 2.000,00 – 3.000,00 € und keine Ahnung warum. Der Verkäufer hat’s halt so gesagt. Diese Gruppe ist sicherlich für diese Hilfsmittel sehr dankbar.

    Wer ernsthaft fotografiert, macht das m.E. im RAW-Format. Dann wird man sich mit solchen Hilfsmitteln nicht auseinandersetzen.

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  9. Ute
    Ute says:

    auf den knopf für die automatische anpassung ist schnell gedrückt :)
    anfangs hab ich rein aus interesse, was sich da so entpuppt mal
    drauf gedrückt, um auch ganz schnell fest zu stelln… man machts besser selber, jegliche art von automatischen korrekturen sind eher schlecht als recht.
    wie von lichtbildner erwähnt, wer das ernsthaft vollzieht und sich
    ein bisschen auskennt bearbeitet manuell im raw format.

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  1. […] Ende zu etwas Besonderem machen. Da wären wir wieder beim Thema von letzter Woche angelangt, was ist besser, die Automatik oder die manuelle Anpassung. Vor allem bei der Schwarzweiß-Umwandlung ist das Ergebnis der Automatik meiner Meinung nach […]

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