Ist die Zukunft der Zeitschriften digital only?

Lange Jahre habe ich einige Technik-Zeitschriften abonniert, anfangs mehr Computer-Zeitschriften, heute mehr Foto-Zeitschriften. Wenn ich aber nun mal darüber nachdenke, komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass ich die Abonnements eigentlich nur aus einem Grund noch nicht gekündigt habe, aus Bequemlichkeit.

Ich schaffe es aus Zeitgründen manchmal gar nicht, die Zeitung anzuschauen, bevor die nächste Zeitschrift schon im Briefkasten liegt. Abends habe ich dann in der Regel auch keine Lust mehr, eine Zeitschrift zu lesen. Das Lesen digitaler Medien nimmt allerdings in den letzten Jahren bei mir immer mehr zu. Meine Tageszeitung lese ich zum Beispiel als digitale PDF-Version.

Anstatt aber nur bestimmte Blogs per RSS-Feed zu lesen, habe ich in den letzten Monaten zwei iPad-Apps kennen und lieben gelernt.

Flipboard

Flipboard - mehr als ein RSS-Reader für iPhone und iPadFlipboard war das erste Programm, das mich vom reinen RSS-Lesen weg gebracht hat. Flipboard bereitet verschiedene RSS-Feeds wie eine digitale Zeitung auf.  Dabei können das normale RSS-Feeds sein, aber auch Social-Media-Infos. Die Facebook-Feeds und die Twitter-Timeline lassen sich so einfach besser und schneller durchblättern. Vor allem die Twitter-Timeline ist interessant, weil Fotos und Links gleich mit geladen und gezeigt werden. Flipboard ist sowohl für iPhone, als auch für iPad verfügbar.

Man muss aber nicht nur spezielle RSS-Feeds eintragen, man kann auch bestimmte Themengebiete wählen, Flipboard wählt dann eine Zusammenstellung verschiedenster Quellen aus und zeigt sie an.

>> mehr Informationen zu Flipboard

Zite – viel mehr als nur ein Feed-Reader

zite - digitale Zeitschrift für iPhone und iPadZite nutze ich noch nicht ganz so lange, aber mittlerweile wesentlich intensiver als Flipboard. Zite geht noch wesentlich weiter als Flipboard, hier lassen sich noch mehr Themengebiete auswählen, zu denen Zite dann verschiedenste Quellen zusammenstellt. Das sind zwar zum großen Teil englischsprachige Quellen, das ist noch ein kleiner Nachteil, aber daran gewöhnt man sich recht schnell.

Zite ist vor allem dann ungemein hilfreich, wenn man sich mit dem Thema Design und Typographie beschäftigt. Ich habe gerade in der letzten Zeit so viele verschiedene neue Resourcen gefunden, mit denen ich meine neuesten Design-Arbeiten bereichern kann.

Für jeden Artikel, den man gelesen hat, kann man einen Daumen hoch, oder Daumen runter geben. Dadurch wird Zite lernfähig gemacht. Gibt man für einen Typografie-Artikel einen Daumen hoch, werden in Zukunft mehr von solchen Artikeln angezeigt. Gibt man für ein bestimmtes Thema einen Daumen runter, wird es in Zukunft weniger von solchen Artikeln geben. Einfach ein geniales System.

>> mehr Informationen zu Zite

Was beide genannten Apps auch sehr gut umgesetzt haben, sind die Lesezeichen. Man möchte natürlich manche Artikel für später aufheben, manche auch später lesen. Dafür verwenden sowohl Flipboard, als auch Zite den Dienst “Read it later“.

Der Weg vom Papier zur digitalen Zeitschrift

Einige Verlage haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten mittlerweile auch digitale Versionen ihrer Zeitschriften an. Leider in der Regel immer nur halbherzig umgesetzt. Meistens ist die Online-Zeitschrift nur eine digitale Kopie der Papier-Zeitschrift. Die digitale Umgebung bietet hier aber wesentlich mehr Möglichkeiten, andere Möglichkeiten, sie müssen nur genutzt werden. Ich bin mir sicher, dass sich die Art der Zeitschriften in den nächsten Jahren noch sehr stark verändern wird. Tablet-PCs werden hier einen wesentlichen Anteil daran haben, dass der Druck auf die Verlage, sich dieser neuen Umgebung zu stellen, steigt.

Natürlich brauchen die Verlage dann erst einmal mehr Personal, natürlich wird es Online-Ausgaben von Zeitschriften nicht kostenlos geben. Warum auch? Für die Papier-Zeitung habe ich ja auch Geld bezahlt. Einige Verlage werden auch irgendwann an dem Punkt stehen, wo über das Weiterbestehen der Papier-Ausgabe entschieden werden muss…

Ich persönlich freue mich auf diese neue Art meine Zeitung zu lesen. Wie denkst Du darüber?

2 Antworten
  1. Matthias
    Matthias says:

    Auch wenn ich viel Online unterwegs bin und regelmäßig meine im Google Reader abonnierten Feeds abgrase, möchte ich meine Zeitschriftenabos nicht missen, hab mir sogar letztes Jahr noch zwei neue Abos zugelegt – dafür aber auch mal was gekündigt.
    Teilweise geht es mir zwar auch so, dass ich nicht hinterherkomme, wenn mehrer Zeitungen gleichzeitig kommen. Aber in der Mittagspause oder auch abends im Bett bin ich dann doch mal froh, nicht auf einen Bildschirm schauen zu müssen und eine Zeitschrift umblättern zu können.
    Zudem sehe halt Bilder auch einfach gedruckt nochmal anders aus, als auf dem Schirm …
    Ich hoffe, mir bleibt die Möglichkeit noch lang erhalten.

    Klasse finde ich aber z.B. die Möglichkeit bei der c’t gegen einen kleinen Aufpreis aufs Abo, im Archiv recherchieren zu können und jeden alten Artikel nochmal rauszufischen. Weil genau die gesuchte Zeitschrift findet man meist gerade nicht, wenn man sie sucht ^^

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  2. Nils
    Nils says:

    Habe zwei meiner Abos bisher auf digital Versionen umstellen lassen und bin bisher damit ganz zufrieden. Ich bin beruflich viel unterwegs, somitist die digitale Version eindeutig die bessere. Dennoch, sobald ich zuhause bin, genieße ich es in meinen Zeitschriften zu blättern. Ich werde auch zukünftig bei beiden Varianten bleiben!

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