HDR-Fotografie–Möglichkeiten, Programme, Probleme – Teil 2

HDR-Fotografie ist in aller Munde, nachdem ich im ersten Teil dieser Serie eher die Probleme der HDR-Fotografie aufgezeigt habe, möchte ich heute die Grundlagen der HDR-Fotografie etwas näher beleuchten.

Jeder hat sich sicher schon einmal gewundert, dass das gerade gemachte Foto gar nicht so aussieht, wie man es selbst mit den eigenen Augen wahr genommen hat. Die schattigen Bereiche sind auf dem Foto viel dunkler, als wir sie gesehen haben. Oder der Himmel, den wir noch als hellblau vor uns sehen wird auf dem Foto völlig weiß.

Warum passiert das? Leider ist hier die Technik noch nicht so weit, wie die Natur. Unsere Augen decken ein viel größeres Helligkeitsspektrum ab, als die Kamera es aufnehmen kann. werden die Helligkeitsunterschiede zu groß, dann zeigt die Kamera halt den hellen Bereich als weiß oder den dunklen als schwarz. HDR-Bilder versuchen dieses Problem technisch zu lösen.

Wie fotografiere ich ein HDR-Bild überhaupt?

Eigentlich kann man ein HDR-Foto gar nicht fotografieren, zumindest mit der momentanen Technik noch nicht. Ein HDR-Bild entsteht in der Regel am PC, das Ausgangsmaterial, die Ausgangsbilder dafür, die kann/muss ich aber fotografieren.

Ein HDR-Bild besteht aus mehreren Fotos, die genau die gleiche Szene zeigen, nur mit verschiedenen Belichtungszeiten aufgenommen.

HDR-Ausgangsbild unterbelichtet HDR-otimal belichtetüberbelichtete Version des HDR-Bildes

Welche Ausrüstung brauche ich?

Im Prinzip reicht eine Kamera aus, die eine manuelle EInstellung der Blende und der Belichtungszeit erlaubt. Das sollten für einige Kompaktkameras gelten, für so ziemlich alle Bridge und DSLR-Kameras.

Das wichtigste Ausrüstungsstück, gleich nach der Kamera natürlich, ist ein Stativ. Damit die verschieden belichteten Fotos genau das gleiche Bild zeigen, ist ein Stativ unbedingt anzuraten. Der Rest ist eigentlich eher normale Fototechnik.

Wie fotografiere ich die Belichtungsreihe?

1. ich wechsle in den manuellen Modus der Kamera und wähle meine gewünschte Blende (beispielsweise Blende 4.0).

2. ich wähle die Belichtungszeit, die für diese Blende und mein Motiv optimal ist (beispielsweise 1/320 Sekunde).

3. nun wähle ich eine um 3 Stufen unterbelichtetere Zeit (das wäre in diesem Fall 1/2500 Sekunde), ich mache das erste Foto.

4. nun wähle ich eine um 2 Stufen unterbelichtete Zeit (1/1250 Sekunde), ich mache das zweite Foto.

5. nun wähle ich eine Stufe unterbelichtete Zeit (1/640 Sekunde), ich mache das dritte Foto.

6. nun die korrekte Belichtung mit 1/320 Sekunde, das 4. Foto

7. nun eine Stufe überbelichtet mit 1/160 Sekunde, das 5. Foto

8. nun zwei Stufen überbelichtet mit 1/80 Sekunde, das 6. Foto

9. nun drei Stufen überbelichtet mit 1/40 Sekunde, das 7. Foto

Es sind nicht unbedingt 7 Fotos erforderlich, es reichen auch 5 oder 3 verschiedene Belichtungen. Je mehr Belichtungsstufen vorhanden sind, um so detailreicher wird das Ergebnis. Das braucht natürlich Zeit. Wenn ich nicht so viel Zeit habe, nutze ich die Bracketing-Funktion der Canon-EOS, diese ermöglicht es mir auszuwählen, ob ich nun nur eine Stufe unter- und überbelichtet fotografieren möchte oder 2 Stufen oder 3. Ist diese Funktion eingeschaltet, macht die Kamera automatisch 3 Fotos, eines unterbelichtet, eines korrekt belichtet, eines überbelichtet. Die Canon-EOS stelle ich dann in der Regel auf 2 Sekunden Selbstauslöser, dann brauche ich nur einmal auslösen, die Kamera macht dann automatisch die drei Fotos hintereinander.

Welche Motive sind für HDR geeignet?

Hmm, ich weiß gar nicht, ob es Motive gibt, die nicht für HDR geeignet sind. Portraits sind sicher eine Fotoart, wo HDR nicht zum Einsatz kommt. Die besten Motive sind wohl in der Architekturfotografie zu finden, da hier die HDR-Fotografie ihre großen Stärken ausspielen kann. Hier, wo ind er Regel die Licht und Schatten-Verhältnisse ein ausgewogenes Foto in der Regel verhindert, kann ein HDR-Bild das zeigen, was auch das menschliche Auge gesehen hat.

6 Antworten
  1. Wiola
    Wiola says:

    Wenn du deinen Artikel in dem Photoshop Magazin (auf der Seite: link entfernt) veröffentlichen möchtest, sag Bescheid! Der Artikel wird in Newsletter publiziert. Dieses Newsletter erhalten 20 000 Benutzer. Es wäre toll, wenn die anderen von deiner Arbeit erfahren könnten. Lass den anderen die Ergebnisse deiner Arbeit sehen!!

    Antworten
  2. Joe2712
    Joe2712 says:

    Wie gestern schon geschrieben, ich möchte diese plumpe Werbung nicht. Bitte unterlassen Sie das. Ich werde keine Ihrer Links in den Kommentaren belassen. Ich freue mich über jeden, der einen interessanten Link postet, auch gern in eigener Sache. Wenn ich aber seit Tagen von jemandem mit eMails bombardiert werde und dann hier noch in verschiedenen Beiträgen solche Kommentare sehe, die mit dem Beitrag eigentlich gar nichts zu tun haben, dann ärgert mich das. Ich verstehe ja, dass Sie händeringend nach Beiträgen suchen, ihre Seite ist ja auch noch zu 90% Baustelle. Ich werde keine Beiträge zu einer Seite beisteuern, die noch nicht einmal ein Impressum vorweisen kann.

    Antworten
  3. ckiessler
    ckiessler says:

    Hallo Herr Esser,

    ganz toll und interessant geschriebene Artikel. HDR ist wirklich eine vielfältig nutzbare Technik. “HDR-Berlin” gefällt mir sehr gut und ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

    Weiter so!

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  2. […] Teil dieser Reihe über die Probleme bei der HDR-Fotografie geschrieben und im zweiten Teil die Grundlagen der HDR-Fotografie näher erläutert habe, möchte ich hier im dritten Teil etwas über die Programme […]

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