GIMP – Bilder lesen und verstehen lernen

Fotos lesen lernen - der Weg zur besseren Retusche

GIMP ist ein hervorragendes Programm für alle diejenigen, die etwas mehr wollen, als eine Ein-Klick-Lösung. Diese Ein-Klick-Lösungen sind zwar manchmal praktisch, da man sich mit einem Programm kaum beschäftigen muss, es braucht kaum mehr als ein “Bild laden, Optimieren anklicken, fertig”.

Für viele Anwender ist das auch eine tolle Sache, es rettet das eine oder andere Foto, das sonst verloren gewesen wäre, weil es zu dunkel ist, die Farben nicht stimmen, oder warum auch immer. Ein Problem hat dieser Automatismus aber doch, er lässt mir keine Entscheidungsmöglichkeit, ich muss mit dem Endergebnis leben. Ich habe keine Möglichkeit, einzugreifen.

GIMP ist zwar kein Programm, das man einem Laien vorsetzen kann, der schnell mal ein paar Fotos bearbeiten möchte, aber schon nach einer kurzen Einarbeitungszeit, bietet es einige grundlegende Bearbeitungsmöglichkeiten, die bei Ein-Klick-Lösungen nicht möglich sind.

Wer mit GIMP effektiv arbeiten möchte, der muss sich aber schon intensiver damit auseinander setzen. Video-Tutorials helfen hier ungemein weiter, die vielen verschiedenen Funktionen kennen zu lernen. Aber viel wichtiger als die Funktionen sind meiner Meinung nach die Grundlagen, seine Bilder verstehen zu lernen.

Bildmaterial analysieren

Täglich bekomme ich Anfragen, wie man ein bestimmtes Vorhaben in GIMP, Photoshop, oder Lightroom umsetzen kann. Mein erster Satz ist dann fast immer: “Das kann ich so pauschal nicht beantworten, dazu müsste ich ein Beispielbild sehen.”

Warum dieser Satz? Weil es in der Regel mehrere Wege zum Ziel gibt. Das gilt im Übrigen für alle gängigen Bildbearbeitungsprogramme in dieser Liga.

Der wichtigste und wohl größte Lernschritt vom Anfänger zum Fortgeschrittenen ist der Schritt, in dem man lernt, ein Bild zu analysieren, das Bild zu lesen:

  • Welche Probleme gibt es im Bild?
  • Welche Wege führen mich zum gewünschten Ergebnis?
  • Welcher dieser Wege ist für dieses Bild der einfachste, schnellste Weg?
Es gilt, den einfachsten und schnellsten Weg zu finden, zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Wenn ich vom schnellsten Weg spreche, meine ich natürlich aber auch, dass dieser Weg qualitativ keine schlechteren Ergebnisse bringen darf, als andere Wege, die vielleicht etwas länger dauern. Die Qualität sollte immer Vorrang vor Schnelligkeit haben.

Bilder lesen lernen – der Weg zur besseren Retusche

Wenn ich also eine wichtigere Retusche-Arbeit zu erledigen habe, erstelle ich mir zu Beginn eine kleine Skizze, in der ich festhalte, was ich wo im Bild verändern möchte. Diese Skizze ist der Ausgangspunkt meiner Arbeit. In der Regel ergibt sich dann noch die eine oder andere zusätzliche Stelle, die noch bearbeitet werden muss, das hängt aber wieder ganz vom Ausgangsbild ab.

Diese Skizze ist kein Muss, sie erleichtert aber vor allem für Anfänger den Lernprozess ungemein. Später wird man diese Skizze dann vielleicht seltener auf dem Bild erstellen, weil sie im Kopf entsteht.

 

Was kann man daraus lernen?

Alle diejenigen, die nur darauf setzen, stur ein Tutorial nach dem anderen 1:1 umzusetzen, die werden schnell an ihre Grenzen gelangen. Das sind ind er Regel dann auch diejenigen, die es irgendwann aufgeben und wieder zur Ein-Klick-Lösung zurück kehren. Diejenigen, die aber ein Tutorial ansehen und dann mit etwas rumspielen die gezeigte Technik verändern, auf verschiedene Ausgangsbilder anwenden, die schaffen den einen Schritt zur besseren Retusche.

4 Antworten
  1. Sebastian
    Sebastian says:

    Habe auch schon mit GIMP gearbeitet. Stimmt, man muß sich kurz einarbeiten, aber dann kann man tolle Ergebnisse erzielen. Ich habe schon ein paar, eigentlich verlorengegebene, Fotos damit gerettet!

    Antworten
  2. Dirk
    Dirk says:

    Ich habe mich seit einiger Zeit in Gimp ein gearbeitet. Gimp hat ein Problem. Wenn man sieht wie etwas im Photoshop funktioniert, kann man das in Gimp nicht nach vollziehen, da vieles einfach anders benannt ist. Das liegt aber sicher nicht an Gimp. Ich musste feststellen einiges kann Gimp einfach besser als der PS Elements. Oft kommt man sogar zu besseren Ergebnissen.

    Antworten
    • Joe2712
      Joe2712 says:

      Du wirfst aber hier zwei völlig unterschiedliche Dinge in einen Topf, Photoshop und Photoshop Elements sind grundlegend unterschiedliche Programme, die lassen sich einfach nicht auf diese Weise vergleichen.

      Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über ihren Beitrag!

Kommentar verfassen