Geotagging – Teil 1 GPS-Daten aufzeichnen

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as ist das jetzt schon wieder? Geotagging ist eine interessante Möglichkeit, seine Fotos geografisch zu ordnen. Jedes Foto bekommt in seine EXIF-Daten die GPS-Koordinaten hinzugefügt, an denen es fotografiert wurde. Im heutigen Beitrag geht es um den ersten Teil, wie werden die Daten überhaupt aufgezeichnet und womit? Nach einem ersten Test am Wochenende bin ich bisher ganz zufrieden mit den Ergebnissen.

Was brauche ich dafür?

Benötigt wird dafür ein GPS-Gerät, das die empfangenen Wegpunkt speichern kann, einen sogenannten “GPS-Logger”. Der muss auch nicht mit der Kamera verbunden sein. Der GPS-Logger macht nur eines, er zeichnet die empfangenen GPS-Daten auf.

Wie wird aufgezeichnet?

Es gibt da mehrere Möglichkeiten. Entweder speichert der GPS-Logger in einem gewissen Zeitabstand, also z.B. alle 2 Sekunden die Koordinaten auf, oder er zeichnet nach einer bestimmten Wegstrecke einen neuen Punkt auf,
also etwa alle 5 m.
Je nach größe des internen Speichers kann dann eine bestimmte Zeit aufgenommen werden. Eine weitere Möglichkeit ist das Speichern der Daten, wenn gerade fotografiert wird. Dafür muss aber der Datenlogger die Möglichkeit besitzen, mit dem Blitzschuh der Kamera verbunden zu werden.

Welches Gerät nutzt Du?

Ich habe momentan zu Testzwecken den NAVGEAR Datalogger von PEARL im Einsatz. Das Gerät habe ich im PEARL-Werksverkauf für nur 42,- € erstanden. Es ist sehr kompakt gebaut und passt wunderbar in die Hosentasche.

GPS-Datenaufzeichnungsgerät der Firma Navgear

Die Länge des Gerätes beträgt etwa 7 cm, es hat also die Abmessungen eines kleineres Handys. Ein großer Vorteil ist auch, dass das Gerät auch in der Hosentasche Daten empfangen kann. Es muss also nicht offen irgendwo befestigt werden.

Der Datalogger hat an der Seite einen Schiebeknopf, an dem eingestellt werden kann, ob es nur GPS-Daten empfängt, oder diese auch aufzeichnet, oder ob es ausgeschaltet ist. Auf der Oberseite befindet sich nur ein Knopf (siehe Bildausschnitt) und 3 Leuchtdioden als Anzeige. Die Leuchtdioden zeigen an, ob eine Bluetooth-verbindung besteht, wie es um den Batteriezustand steht und ob GPS-Empfang besteht.

Wofür wird der Knopf gebraucht? Der hat eine ganz interessante Funktion, damit kann man manuell einen GPS-Punkt abspeichern. Sie haben den Datenlogger z.B. so eingestellt, dass er alle 20 m einen Wegpunkt aufzeichnet, so kann man auch zwischendurch wichtige Wegpunkte durch Druck auf den Knopf abspeichern.

Wie bekomme ich die Daten auf den PC?

Software zum Datendownload vom NAVGEAR Datalogger

Mit hilfe der beigelegten Software kann man dann die Daten am heimischen PC oder Notebook per USB-Kabel abrufen. Die Software ist meiner Meinung nach etwas umständlich zu handhaben, etwas unübersichtlich und es fehlen meiner Meinung nach eine Anbindung an eine Fotosoftware, um die GPS-Koordinaten gleich mit dem Fotoordner zu synchronisieren.

Ist der Datenlogger mit dem PC verbunden, so kann man mit Klick auf den Knopf “download” die GPS-Daten auf den PC überspielen. Sie werden dann im rechten Teil des Fensters in einer Tabelle dargestellt. Dies sagt natürlich im ersten Agenblick nicht sehr viel aus. Was passiert nun mit den vielen Zahlen? Die Koordinaten können nun in den gängigen Formaten zur Weiterverwendung abgespeichert werden (*.csv, *.nmea, *.kml). Außerdem finden Sie unten rechts einen Knopf “Draw Map”. Haben Sie Google Earth installiert, so können Sie die GPS-Daten sofort in Google Earth anzeigen lassen. Das funktiniert recht gut.

Nachteile des Datenloggers?

Ich habe das Gerät so eingestellt, dass es alle 5 Sekunden einen Wegpunkt speichert. Nun gibt es aber Probleme, wenn man eine Weile an einer Stelle stehen bleibt, dann gibt es recht große Sprünge in der Aufzeichnung, man hat also dann auf der Karte an diesen Punkten ziemlich wilde Wegverläufe, die auch bis zu 20-30m um den Wegpunkt herum springen. Ich werde wohl ncoh einmal etwas mit veränderten Einstellungen testen müssen.

Andererseits bin ich für den Preis des GPS-Loggers sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Nun steht noch die Zusammenführung mit meinen Fotos an, was auch alles andere als einfach zu sein scheint, weil ich im RAW-Modus fotografiere und die meisten Programme, die für das Geotaggen zur Verfügung stehen, nur mit JPG-Dateien funktioneren wollen. Ein Programm mit RAW-Support habe ich gefunden, das werde ich in den nächsten Tagen im Teil 2 besprechen.

Seien Sie gespannt…

0 Antworten
  1. Maja
    Maja says:

    Hallo Jörg,

    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht. Ich habe den gleichen Geotagger, nur leider komme ich mit der Software nicht ganz so zurecht. Beim ersten mal gings noch, nun bekommen ich beim Einrichten / ändern der Daten extremen Streß, da ich nur Fehlermeldungen erhalte. Mit welcher Softwareversion arbeitest Du? Welche Einstellungen nutzt du bei den Log einstellungen? Nmea ect.
    Das Problem mit dem SPRINGEN beim Stehenbleiben habe ich auch. Hast Du da schon eine Lösung gefunden?
    Naja, Vielleicht hast Du ja ne Antwort für mich. Ansonsten viel Spaß und weitermachen…
    Maja

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  2. Joe2712
    Joe2712 says:

    Ich nutze eigentlich nur die standart-Einstellungen für google-Earth. Die Software heißt NavGear LoggerTool Version 2.2
    Dort gibt es bei den Einstellungen einen Knopf, der die Voreinstellungen für GoogleEarth einstellt. Zum Export nutze ich NMEA als Dateiformat. In manchen Programmen muss man den Dateianhang dann noch in NMEA oder nma umbenennen, je nachdem was das dann genutzte Programm für einen Dateianhang will.
    Vielleicht kannst du mir ja mal per email etwas näher erklären, was du einstellst und wann dann die Fehler auftreten und wie sich diese bemerkbar machen. Dann kann ich vielleicht etwas besser helfen.

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  3. Marco
    Marco says:

    Hallo!

    Wird der Logger als “Massenspeicher” am PC erkannt (wie ein USB-Stick)? Ich habe nämlich einen iMac, auf dem die Windows-Software nicht läuft. Die Verarbeitung der Daten mache ich dann mit einer anderen Software-Lösung.

    Gruß
    Marco

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  4. Joe2712
    Joe2712 says:

    Nein, der Logger wird nicht als Massenspeicher erkannt. Er taucht eigentlich nur im Gerätemanager auf. Er bekommt eine virtuelle COM-Schnittstelle und wird darüber angesprochen. Die Daten kann man dabei, soweit ich weiß, leider nur über die Software auslesen.

    Wenn Du eine Lösung für den iMac gefunden hast, wäre ich dir für einen Hinweis dankbar.

    Antworten
  5. Marco
    Marco says:

    Hallo!

    Habe gerade erfahren, dass in der aktuell Ausgabe der c’t einige Artikel zum Thema GPS-Logging sind. Ich denke ich werde mir die mal kaufen.

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] ist, bin ich endlich zu dem schon lange eingeplanten Test der Geotaggingssoftware gekommen. Im “Teil 1 – GPS-Daten aufzeichnen” (Teil 1 finden Sie hier) ging es um die Aufzeichnung… Sind diese Daten erst einem in einem der gängigen GPS-Formate wie *.kml, *.nma oder *.csv […]

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