Fototips – Nachtfotografie

Altbau Aus gegebenem Anlass, heute Abend steigt wieder ein Fotoshooting in der Dunkelheit möchte ich heute einige Fototips loswerden die sich mit genau diesem Thema beschäftigen. Fotografie in der Dunkelheit ist etwas ganz besonderes, man braucht dazu viel mehr Zeit als für Fotos am Tag und muss viel mehr ausprobieren, bis das gewünschte Ergebnis entsteht.

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Voraussetzungen

Was benötige ich für eine Ausrüstung?

Das allerwichtigste bei der Fotografie am Abend oder in der Nacht (nach der Kamera natürlich:) ) ist ein Stativ. Was für ein Stativ ist erstmal zweitrangig, Hauptsache man hat überhaupt eine Möglichkeit, die Kamera irgendwie fest zu positionieren, ohne dass es beim Auslösen Erschütterungen gibt.

Als Stativ-Ersatz kann man natürlich auch andere Hilfsmittel nutzen. So hilft in der Regel ein Kirschkernkissen recht gut, oder ein Stoffsack, den man mit Erbsen, Bohnen oder ähnlichem füllt. Dann sucht man sich eine Unterlage. Das kann ein Stromkasten sein, eine kleine Mauer, ein Baumstumpf oder ähnliches. Darauf legt man das Kirschkernkissen, darauf dann die Kamera. Diese lässt sich dann sehr gut in Position bringen und behält diese dann auch bei.

Aber zurück zur Ausrüstung. Nutzt man eine Spiegelreflex-Kamera, so sollte man sein Lichtstärkstes Objektiv nutzen. In meinem Fall ist das das Canon 50mm 1.8. Ein Objektiv mit einer kleineren Blende tut es aber auch.

Wenn möglich sollte man mit einem Fernauslöser fotografieren, um die Erschütterung beim Auslösen zu vermeiden. Hat man keinen Fernauslöser, so kann man als Ersatz auch den Selbstauslöser einsetzen. Man löst dann an der Kamera aus, lässt die Kamera gehen, diese wartet dann 10 Sekunden und löst dann aus. In den 10 Sekunden ist die Erschütterung durch das drücken des Auslösers natürlich weg.

Wenn die Kamera es ermöglicht und wenn man schon mit RAW-Fotos gearbeitet hat, dann sollte man auf jeden Fall im RAW-Modus fotografieren, dadurch hat man in der Nachbearbeitung viel mehr Spielraum, bestimmte Bereiche aufzuhellen oder zu verändern.

Wie fotografiere ich bei Nacht?

Wichtigster Punkt hier ist – so viel wie es einem möglich ist manuell einstellen. Im Automatik-Betrieb hat man in der Regel einen viel zu hohen ISO-Wert, der zu hohem Rauschen im Bild führt. Außerdem kann es passieren, dass der Autofocus in der Dunkelheit nicht richtig arbeitet und man dann verschwommene Bilder auf dem PC vorfindet.

Also Einstellung in der Kamera so ändern, dass man manuell fokussieren kann, manuell die Blende einstellen kann und wenn möglich auch noch manuell die Verschlusszeit einstellt. ISO100 einstellen!!!

Dann einfach ausprobieren:

  • die größte Blende einstellen und mit einer Verschlusszeit von z.B. 1 Sekunde beginnen
  • das Foto anschauen.
  • ist das Foto zu dunkel, dann eine längere Verschlusszeit einstellen, z.B. 4 Sekunden
  • ist das Foto zu hell, dann eine kürzere Verschlusszeit einstellen, z.B. 1/8 Sekunde
  • Foto wieder begutachten
  • ist das Foto wie gewünscht, dann mache ich zu dieser guten Belichtung noch 2 weitere Fotos, eines mit einer etwas längeren Belichtungszeit und eines mit einer etwas kürzeren. Da das Foto am Kameradisplay nicht immer ganz genau zu beurteilen ist habe ich dann die Möglichkeit am PC das richtige Bild zu wählen. Außerdem kann ich aus den 3 Fotos auch ein HDR-Foto erstellen. (ein Tutorial dazu werde ich in der nächsten Zeit hier veröffentlichen)

Hier ist wirklich viel ausprobieren dabei. Und genau dadurch lernt man den Umgang mit der Kamera am besten. Genau aus diesem Grund muss man aber für diese Art von Fotografie auch mehr Zeit mitbringen.

Meine fertigen Nachtfotos sehen am Ende immer noch ein ganzes Stück anders aus als das Ergebnis, das aus der Kamera gekommen ist. Das liegt dann aber in der Nachbearbeitung am PC.  Hier ist dann natürlich noch einiges aus den Fotos herauszuholen. Zu dunkle Bereiche können recht gut aufgehellt werden, andere überstrahlte Bereiche kann man abdunkeln, dadurch entstehen Blick-Leitlinien, die den Betrachter im Bild führen.

Dann kann der Abend ja kommen. Ich hoffe mal auf trockenes Wetter und viele schöne Bilder, hier gibt es dann heute Abend natürlich das ein oder andere zu sehen.

Welche Erfahrungen hast Du mit diesem Thema? Teile diese doch bitte mit uns, hinterlass doch bitte einen Kommentar dazu, wir wären dir dankbar dafür.

0 Antworten
  1. Lensbert
    Lensbert says:

    Hi Joe,

    Stimmt schon alles im Prinzip – Offenblende ist aber m.E. keine Option – im Gegenteil! Ein Stativ ist unumgänglich, damit man eben nicht mit Offenblende und mit den sich daraus ergebenen Schwierigkeit fotografieren muss.

    Darüber hinaus sind große Blenden (<4) in der Nacht sowieso nicht schön, wer verzichtet denn schon gerne auf die wunderbaren Blendensterne?

    Gruß,
    Lensbert

    Antworten
    • Joe2712
      Joe2712 says:

      Kommt wohl immer drauf an, was man fotografiert. Ich habe bisher bei den Dingen, die ich in der Dunkelheiut fotografiert habe, mit dem Lichtstärksten Objektiv mit der Offenblende die besten Ergebnisse gehabt. Aber ich probiere beim nächsten mal auch gern mal eine kleinere Blende. Mal sehen, was dann dabei raus kommt.

      Antworten

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