Zitadelle Petersberg in Erfurt

Fotoequipment für Landschaftsfotografie – ein paar Tipps und Tricks

Im Winter ist bei uns die Zeit, in der wir auf unseren Fototouren fast ausschließlich Nachtaufnahmen. Da wir in der Regel Mittwochs gegen 17.00 Uhr losfahren, ist zwischen Oktober und März da leider nix anderes möglich. Aber gerade auch diese Fototouren sind interessant und bieten enorm viele Möglichkeiten zum experimentieren. Dabei ist aus meiner Erfahrung heraus das eine oder andere Zubehör und eine geeignete Kamera durchaus hilfreich, wenn auch nicht unbedingt immer notwendig.

Eine geeignete Kamera sollte die Möglichkeit bieten, im RAW-Modus zu fotografieren. Das können soweit ich das überblicke alle Spiegelreflexkameras und einige andere Bridge und spiegellose Systemkameras. Ich persönlich favorisiere ja die Canon-Spiegelreflexkameras, aber ich möchte hier keine Diskussion über die jeweiligen Vorteile oder Nachteile der großen Kamerahersteller beginnen.

Das A und O der Nachtfotografie: RAW

Wie schon gesagt, nur wenn ich im RAW-Modus fotografiere, habe ich nachher in der Bearbeitung die benötigten Reserven, das jeweilige Bild aufzuhellen, ohne Bildinhalte zu verlieren. Gerade wenn nur wenig Licht zur Verfügung steht, ist diese Reserve wichtig. Natürlich könnte man auch auf höhere ISO-Werte ausweichen, das würde aber dann recht schnell unschönes Bildrauschen erzeugen.

Ein stabiles Stativ

Das sollte sich von selbst verstehen. Bei Aufnahmezeiten, die in der Regel bei mehreren Sekunden bis zu mehreren Minuten liegt, ist ein stabiles Stativ fast ohne Alternative. Leider ist es hier auch wie so oft der Fall, dass die billigsten Stative alles sind, nur nicht stabil. Der kleinste Windhauch lässt sie vibrieren und macht das Bild kaputt. Ich selbst verwende seit Jahren das Manfroto 055MF3 Dreibein-Stativ. Es hat mehrere Vorteile, so lässt es sich sehr hoch ausfahren, was bei meiner Körpergröße von 1,93m sehr hilfreich ist. Außerdem bietet es die Möglichkeit, sogar auf 10cm Bodennähe noch gut fotografieren zu können.

Alternativ wäre hier zum Beispiel ein Bohnensack oder ein Gorillapod verwendbar, um die Kamera so positionieren zu können, dass jegliche Verwacklung minimiert wird.

Ein gutes Objektiv

Lichtstark muss es nicht unbedingt sein, da gerade bei Aufnahmen von beleuchteten Kirchen, Innenstadtansichten und Landschaften eine große Blende sowieso nicht hilfreich ist. Wichtig ist die Abbildungsschärfe bei mittlerer Blende. Hier haben sich für mich die Festbrennweiten als am geeignetsten herausgestellt. Mein Canon 50mm F1.8 verwende ich immer dann, wenn es möglich ist. Benötige ich ein weitwinkligeres Obejktiv, dann weiche ich auf mein Sigma 10-20mm aus.

Fernauslöser oder Selbstauslöser

Sehr hilfreich ist ein Fernauslöser, hiermit haben Sie die Möglichkeit, auch über die Grenze von 30 Sekunden hinaus zu fotografieren. Viele Funk-Fernauslöser bieten die Möglichkeit, eine bestimmte Auslösezeit festzulegen, oder halt so lange auf den Auslöser zu drücken, wie man es möchte. Alternativ kann man natürlich auch den Selbstauslöser verwenden. Hier ist man auf die maximal möglichen 30-Sekunden Belichtungszeit beschränkt. Der Selbstauslöser bietet aber wenigstens den Vorteil, dass der Druck auf den Auslöser nicht schon ein verwackeltes Bild mit sich bringt.

Bracketing

Ich mache bei Nachtaufnahmen immer jeweils 3 Fotos von jedem Motiv. Hier kommt ein Vorteil der Canon-DSLR zum Einsatz. Der Bracketing-Modus macht automatisch 3 Fotos, jeweils eines mit zwei Blenden Unterbelichtung, eines mit normaler Belichtung und eines mit 2 Blenden Überbelichtung. Das können Nikon-Kameras zwar auch, aber hier muss man 3 mal auslösen. Bei Canon werden beim Selbstauslöser automatisch die drei Aufnahmen hintereinander gemacht.

Aus diesen Aufnahmen mache ich entweder eine HDR-Aufnahme, oder ich suche mir aus den 3 Belichtungen genau das aus, das für die Bearbeitung am besten geeignet ist.

2 Antworten
    • Joe2712
      Joe2712 says:

      Doch, Bracketing können Nikon-Kameras schon, sogar wahlweise 3, 5 oder 9 Aufnahmen. Was Nikon aber nicht kann ist das automatische Auslösen aller Aufnahmen hintereinander. Man muss halt 3 mal auslösen. Bei Canon drücke ich einmal auf den Auslöser und alle 3 Aufnahmen werden hintereinander gemacht.

      Antworten

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