wartburg2-(C)Joerg-Esser-2

Foto – making of: Wartburg

Nachdem ich in der letzten Woche auf Facebook ein Bild der letzten Fototour gepostet habe kamen einige Fragen auf, wie das Bild entstanden ist. Genau das möchte ich heute kurz darstellen. Um genauer zeigen zu können, was ich an diesem Bild gemacht habe, beginne ich kurz mit dem Ausgangsbild, oder besser den Ausgangsbildern. Wie immer, wenn ich bei schlechten Lichtsverhältnissen fotografiere, habe ich auch in diesem Fall drei verschieden belichtete Aufnahmen gemacht.

 

HDR-Bracketingaufnahme unterbelichtet Wartburg

Blende: 6
Belichtungszeit: 5 sek

Bracketingaufnahme Normalbelichtung Wartburg

Blende: 6
Belichtungszeit: 20 sek

Bracketingaufnahme Überbelichtung Wartburg bei Eisenach

Blende: 6
Belichtungszeit: 30 sek

HDR und grundlegende Bearbeitung

bearbeitungAus diesen drei Aufnahmen habe ich eine HDR-Aufnahme in Lightroom entwickelt. Die dunklen Bildbereiche habe ich aufgehellt, die hellen Bereiche, vor allem an der Wartburg selbst, habe ich abgedunkelt. Entstanden ist dann das folgende Bild.

Die dann folgende Bearbeitung habe ich in Photoshop durchgeführt und in drei Bereiche unterteilt.

1. störende Bildteile retuschieren
Der Mast ragte zu weit in den Bereich der Burg hinein, hier habe ich mit dem Stempelwerkzeug den Mast einfach etwas verkürzt, so dass er ein Stück unterhalb der Wartburg endet.

2. Bereich aufgehellt
Der Bereich der Schienen war dann immernoch zu dunkel. Der Bogen der Eisenbahnschienen kam kaum zur Geltung. Also habe ich hier gezielt aufgehellt. Verwendet habe ich die Technik “Malen mit Licht“, über die ich schon mehrfach berichtet habe.

3. Vignette erstellen
Zum Ende der Grundbearbeitung habe ich eine Vignette erstellt und den äußeren Rand des Bildes abgedunkelt. Dadurch konzentriert sich der Blick des Betrachters noch mehr auf den Hauptbereich des Bildes.

Schwarzweiß

Wartburg in ThüringenDas Bild sieht zwar in Farbe auch ganz gut aus, aber ich finde, in Schwarzweiß kommen die Strukturen des Bildes noch wesentlich besser zur Geltung. Also versuchte ich eine Schwarzweiß-Umwandlung. Diese Bearbeitung habe ich wieder in Lightroom durchgeführt.

Die Standart-Schwarzweiß-Umwandlung brachte hier schon recht gute Ergebnisse. Ich habe den blauen Farbanteil noch etwas aufgehellt, um den leichten Dunst in der Bildmitte noch etwas mehr zur Geltung zu bringen.

Auch hiermit war ich noch nicht so ganz zufrieden. Die Kühle Stimmung der Nacht ist etwas verloren gegangen. Aber auch da hat Lightroom ein Rezept…

Teiltonung

Adobe Lightroom Teiltonung des Fotos WartburgDie Teiltonung ist eine Art Duotone. Man färbt das Bild ein. Für die dunklen Bildbereiche habe ich ein ganz leichtes Blaugrau gewählt. Die hellen Bildbereiche habe ich mit einem etwas kräftigeren Blaugrau. Bei einer Teiltonung sollten Sie bei den gewählten Farben eine möglichst geringe Sättigung wählen, damit das Bild nicht als Blaustichig wahr genommen wird. Diese ganz dezente Tonung ist zwar im direkten Vergleich der beiden Bilder (mit und ohne Teiltonung) gut zu erkennen, wer aber nur das fertige Bild gesehen hat, hat sicher nicht sofort gesehen, dass es sich nicht um ein reines Graustufenbild handelt.

Der Rahmen

Thüringer Sehenswürdigkeiten - die WartburgAuch wenn ein Rahmen nicht jedem gefällt, finde ich ihn gerade bei diesem Bild passend. Er schließt das Bild gut nach außen ab. Außerdem wollte ich den Text “Wartburg” ja auch noch unterbringen, der hat nicht wirklich gut ins Bild hinein gepasst. Wie man einen solchen Rahmen in Photoshop erstellt habe ich schon in mehreren Tutorials gezeigt. Den Abschluss machte dann noch die Beschriftung.

Wenn man die mittlere Belichtung der drei Ausgangsbilder mit dem Endergebnis der Bearbeitung vergleicht, sieht man die enormen Möglichkeiten, die Lightroom und Photoshop gemeinsam bieten. Die Bearbeitung hat insgesamt etwa 15 Minuten benötigt.

Diese kurze Bearbeitungszeit verdanke ich dem Umstand, dass ich große Teile der Bearbeitung direkt in Lightroom erledigen konnte. Wenn man es ganz genau nimmt, hätte ich Photoshop nur zu zwei Schritten heranziehen müssen, einmal zur Retusche des Masts und dann am Ende für die Erstellung des Rahmens. Alles andere ist in Lightroom schneller in gleicher Qualität machbar.

 

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