Feuerwerk fotografieren, aber wie?

Kirmes-Feuerwerk Mühlhausen 2010In der letzten Woche hatte ich mal wieder die Gelegenheit, ein Feuerwerk zu fotografieren. Zum Abschluss der Mühlhäuser Kirmes ist es nun schon seit langer Zeit Tradition, dass die Kirmesbudenbesitzer und Fahrgeschäftsbesitzer ein Feuerwerk ausrichten lassen. In den letzten Jahren habe ich das Ganze in der Regel direkt vor Ort angeschaut und teilweise auch fotografiert. Die Nähe zum Feuerwerk brachte einige Vorteile, so sieht man die startenden Raketen rechtzeitig, sie bringt aber auch einen großen Nachteil, man fotografiert immer steil nach oben und bekommt so kaum interessante Konturen mit auf das Bild.

Der geeignete Foto-Standort

Nachdem ich im letzten Jahr die Pyronight in Erfurt fotografiert habe und dort einen sehr guten Platz gefunden hatte, habe ich mir in diesem Jahr schon frühzeitig Gedanken über den optimalen Platz zum fotografieren gemacht. Dabei war mir ein Fotoausflug vor einiger Zeit behilflich.

In den letzten Jahren musste ich sehr steil nach oben fotografieren, da ich eigentlich viel zu nah am Feuerwerk stand. Der diesjährige Platz war da wesentlich besser, ich stand ca. 1km Luftlinie weg vom Geschehen, etwas erhöht, hatte ich einen wunderschönen Blick über die Stadt.

Diese Platzsuche ist wohl mit eines der wichtigsten Dinge, wenn man ein Feuerwerk fotografieren möchte. Der richtige Standpunkt trägt viel zum Gelingen bei.

Die Ausrüstung

Als Objektiv habe ich mein Sigma 18-200 gewählt, da ich hiermit auch mal einen engeren Ausschnitt fotografieren konnte. Wichtig bei der Objektivwahl ist eigentlich nur, dass ich im Bildausschnitt “genug Platz” nach oben habe. Wählt man eine zu große Brennweite, kann es passieren, dass die schönsten Raketenbilder oben aus dem Bildausschnitt rausfliegen. Lieber etwas weitwinkliger fotografieren ist hier die Devise. “Wegschneiden” kann man ungenutzten Platz am PC dann immer noch.

Wichtig ist bei der Feuerwerks-Fotografie auch der Fernauslöser. Ich habe auch schon mit Selbstauslöser und per Hand eingestellter Belichtungszeit fotografiert, aber hier habe ich kaum Kontrolle über das Bildergebnis. Die entstandenen Fotos sind dann mehr oder weniger Zufallstreffer.

Die Kameraeinstellungen

Der Bulb-Modus ist für die Feuerwerksfotografie wohl die beste Wahl, vorausgesetzt man verwendet einen Fernauslöser. Der Bulb-Modus löst so lange aus, wie ich auf den Auslöser drücke, ich kann also sehr genau dosieren, welche Feuerwerks-Effekte ich auf dem Bild haben möchte und welche nicht.

Als Blende habe ich eine mittlere Blende gewählt, das bedeutet zwar wieder weniger Licht als bei Offenblende, aber die Lichtreflexe werden bei kleinerer Blende schöner. Wenn hierbei die Fotos zu dunkel werden, dann erhöhe ich lieber den ISO-Wert auf 400.

Das Stativ ist natürlich hierbei auch ein wichter Part. Stabilität ist hier auch wichtig, denn die guten Beobachtungsplätze für ein Feuerwerk, das jedes Jahr am gleichen Ort stattfindet sind in der Regel sehr gut besucht. Da kommt es schonmal vor, dass der eine oder andere Mitbeobachter über ein Stativbein stolpert. Wenn das Stativ dann nicht sehr stabil ist, liegt die ganze Gerätschaft waagerecht.

Bevor das Feuerwerk losgeht stelle ich den Bildausschnitt ein und fokussiere ein Gebäude in der Nähe des Feuerwerkes an. Dann stelle die die Fokussierung auf manuell um, damit die Einstellungen konstant bleiben. Das ganze mache ich bei meiner Canon-EOS-7D im Live-View-Modus.

Das Feuerwerk beginnt

Wenn die ersten Raketen fliegen, mache ich zwei, drei Fotos und überprüfe nochmal die Ergebnisse. Sind die OK, drücke ich auf den Auslöser, sobald eine Rakete steigt und lasse dann erst wieder los, wenn das Bouket abgeschlossen ist. Interessant sieht es auch aus, wenn man mehrere Raketen auf ein Bild bannt. Hier muss man einfach ein wenig rumprobieren. Ein paar Beispielbilder habe ich hier noch angehängt.

Wie sind Deine Erfahrungen mit der Feuerwerksfotografie? Welche Tips hast Du für diese Art der Fotografie?

Feuerwerk zur Kirmes Mühlhausen 2010Kirmes-Feuerwerk in Mühlhausen 2010

wie fotografiere ich FeuerwerkFeuerwerk in Mühlhausen

Abschlussfeuerwerk zur Kirmes in Mühlhausen

wie fotografiere ich Feuerwerk

Feuerwerk Mühlhausen 2010

Feuerwerk fotografieren
6 Antworten
  1. Matthias
    Matthias says:

    Danke für die Hinweise, ich habe bisher immer relativ kurze Belichtungszeiten gehabt. Aber wenn ich Deine schönen Bilder so sehe, werde ich bei nächster Gelegenheit wohl auch mal bulben …

    Antworten
  2. jens
    jens says:

    kommendes wochenende gibts hier bei uns im ort ein großes feuerwerk. ich muss unbedingt einen guten standort anpeilen, denn ich will dieses mal gute ergebnisse haben. :)

    Antworten
  3. Rainer
    Rainer says:

    Hallo Meister,
    ich war der Feuerwerker und bin gerade über die Bilder “gestolpert”.
    Schöne Fotos! Sieht immer gut aus, wenn man auch einen Bezug zum Ort des Feuerwerkes hat (Silhouette etc.)
    Wir, und sicher auch die meisten Kollegen, geben den Fotografen auch gerne Tipps wann spektakuläre Effekte im Programm stehen. Nicht alles macht auf dem Foto Effekt, was in der Realität stark aussieht und umgekehrt.
    Mit freundlichen Grüßen aus Meiningen
    Rainer Apel
    P.S.: Kann man eventuell ein, zwei Bilder für Werbezwecke bekommen?

    Antworten
  4. Frank
    Frank says:

    Wir haben in Limburg Oktoberfest – wie in jedem Jahr gab es ein Feuerwerk. Dank diese Artikels und der Vorbereitung dazu sind meine Fotos von diesem Feuerwerk echt gut geworden. Solche Fotos wie in diesem Jahr hatte ich noch nie. Auch in der Anzahl nicht, so macht das doppelt Spaß – Danke.

    Gruß Frank

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über ihren Beitrag!

Kommentar verfassen