Ebenenmasken – Retouche fuer Fortgeschrittene

Immer dann, wenn eine Retouche über einfaches Aufhellen, einfache Farbveränderung, oder einen Weißabgleich hinaus gehen soll, also wenn Bildveränderungen nur partiell, also nur in bestimmten Bildbereichen durchgeführt werden sollen, dann kommt man in der Regel um Ebenenmasken nicht herum.

Gut, man kann natürlich eine zweite Ebene anlegen und dort die Teile, die nicht zu sehen sein sollen auch mit Hilfe des Radiergummies wegradieren, allerdings ist das keine sehr gute Lösung, denn dieser Vorgang ist nicht reversiebel. Teile, die einmal wegradiert sind, kann man nicht ohne weiteres wieder herstellen. Hat man also zu viel wegradiert und bemerkt dies erst nach einigen weiteren Arbeitsschritten, so kann das nicht wieder hergestellt werden. Man muss von die gesamtten Schritte noch einmal durchführen.

Anders ist das mit Ebenenmasken. Stellt Euch vor, Ihr habt ein Foto und wollt bestimmte Bildbereiche in diesem Foto aufhellen. Mit Hilfe einer Ebenenmaske ist dies wunderbar zu lösen und es ist obendrein noch jederzeit änderbar.

Dazu zuerst eine kleine Begriffs-Erklärung:

Was ist eine Ebenenmaske?

Eine Ebenenmaske kann man sich als eine Schablone vorstellen, die man über ein Bild legt. Oder vielleicht auch zur besseren Erklärung wie einen Zauberstift. Mit diesem schwarzen Zauberstift kann man die obere Ebene eines Bildes durchsichtig malen. Überall da, wo wir also in der Maske mit schwarz malen erscheint die untere Ebene des Bildes. Malen wir hingegen mit weiß, so wird die obere Ebene an dieser Stelle sichtbar.

Zum konkreten Beispiel:

Wir haben ein Bild mit zwei Ebenen, die untere Ebene ist Grün und die obere Ebene ist rot. Wir sehen nun nur ein rotes Bild, da die obere Ebene ja komplett die untere Ebene abdeckt. Die obere Ebene erhält nun eine Ebenenmaske, indem man in der Ebenenpalette den kleinen runden Kreis unterhalb der Ebenen anklickt.

Wir malen jetzt mit einem Pinsel (STRG+B) mit schwarzer Vordergrundfarbe (Taste D, dann Taste X) auf der Ebenenmaske einen Strich. Anders als vielleicht erwartet wird der Strich nicht etwa schwarz, wir haben ja eigentlich eine schwarze Vordergrundfarbe gewählt, nein, der Strich wird grün.

Warum wird der Strich grün?

Der Strich wird grün, weil wir in einer Ebenenmaske malen. an der Stelle, wo wir mit schwarzer Farbe malen, wird die obere rote Farbebene durchsichtig, wir sehen also hier die untere grüne Ebene hindurch.

Was hat das aber für einen Vorteil gegenüber der Variante mit dem Radiergummi?

Ganz einfach, es ist jederzeit wieder rückgängig zu machen. Will man nun einen Teil des Striches wieder rot haben, weil man zu weit gemalt hat, so wechselt man einfach mit der Taste X die Vordergrundfarbe auf weiß und schon kan man die obere Ebene wieder “undurchsichtig” malen.

Aber die Ebenenmaske hat noch viele weitere Vorteile.

Legt man mit Hilfe des Verlaufswerkzeuges einen Farbverlauf von weiß zu schwarz auf die Maske, so hat man einen weichen Farbübergang von der oberen zur unteren Ebene, also einen weichen übergang von der roten zur grünen Ebene.

Einsatz einer Ebenenmaske am Beispiel eines Landschaftsfotos

Nun zu einem weiteren Beispiel, diesmal etwas anschaulicher anhand von  einem richtigen Foto. In diesem Beispielfoto haben wir einen etwas zu hellen Himmel, wir hätten lieber im Himmel einen leichten Farbverlauf von Dunkel im oberen Teil des Himmels zu Hell im unteren Bereich des Himmels. Wir legen zuerst eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur an. Nun verschieben wir den mittleren der drei Schieberegler so weit nach rechts, dass der obere Himmelsbereich die gewünschte Farbe hat. Der Rest des Bildes ist dabei momentan unwichtig.

Nun kommt die Ebenenmaske ins Spiel. Durch die Erstellung der Einstellungsebene wurde gleich eine Ebenenmaske mit angelegt. Diese ist jetzt ganz weiß, die obere dunklere Einstellungsebene ist also vollständig im ganzen Bild sichtbar. Nun wählen wir das Verlaufswerkzeug (STRG+G) Als Verlauf wählen wir einen linearen Verlauf von schwarz nach weiß. Nun setzen wir mit der Maus in unserem Bild genau an der Stelle an, wo der Himmel noch so hell bleiben soll, wie er anfangs war. Nachdem die Mastaste gedrückt wurde ziehen wir nun eine Linie bis an den oberen Bildschirmrand. Nach dem loslassen der Maustaste erscheint in der Maske ein Farbverlauf von weiß nach schwarz und unser Bild wird genau wie beabsichtigt am oberen Himmelsteil so dunkel wie wir es in der Einstellungsebene gewählt haben.

Außerdem haben wir einen schönen weichen Übergang von dem oberen dunklen Himmelsteil zum unteren helleren Himmelsbereich.

Vergleichen Sie nun anhand des Vorher-Nachher-Bildesdie Wirkung eines dramatischen Himmels gegenüber dem zu hellen, ausgewaschenen Himmels.

0 Antworten
  1. B. Vetter
    B. Vetter says:

    Hallo,
    ich bin dabei, mich in Gimp einzuarbeiten. Dabei bin ich auf Deine guten Tutorials gestoßen. Bei obigem T. ist mir aber nicht klar, wie ich in Gimp eine Einstellungsebene Tonwertkorrektur anlegen soll. Geht das überhaupt? Ich wäre für eine Auskunft dankbar. Ansonsten finde ich Deinen Blog toll!

    Gruß Barbara

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  2. Joe2712
    Joe2712 says:

    Hallo Barbara,

    EInstellungsebenen wie hier oben in Photoshop gezeigt, gibt es in GIMP nicht. Du kannst das allerdings auch in GIMP problemlos lösen, indem Du die zu bearbeitende Ebene duplizierst (Rechtsklick auf die Ebene in der Ebenenpalette, dann “Ebene duplizieren”) und dann auf diese kopierte Ebene direkt eine TOnwertkorrektur anwendest. Dazu brauchst Du dann nur im Menüpunkt “Farben” die TOnwertkorrektur aufrufen, diese heißt im GIMP “Werte”.

    Wenn Du noch fragen hast, einfach nochmal kurz melden.
    Gruß, Joerg

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  3. Tobi
    Tobi says:

    Findest du es nicht reichlich unsinnig, ein Gimp-Tutorial zu schreiben, in dem Photoshop-Screenshots genutzt werden? Natürlich kann das manchmal klappen, aber in diesem Fall ist die gezeigte PS-Funktion ja in Gimp überhaupt nicht möglich.

    Tobi

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  4. Joe2712
    Joe2712 says:

    @Tobi
    Stimmt, das fände ich auch. Nur ist in diesem Tutorial kein einziges mal gesagt worden, das dies ein GIMP-Tutorial ist. Das hier gezeigte Tutorial ist ein Photoshop-Tutorial. Es ist allerdings mit ganz wenig Änderungen genau so in GIMP umzusetzen. Alle diese FUnktionen gibt es auch im GIMP, abgesehen von der EInstellungsebene, diese kann aber mit einer duplizierten Hintergrundebene nachgebildet werden. Masken, Ebenen, Tonwertkorrektur, das alles ist im GIMP auch zu finden.

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