Der lange Weg von Schnappschuss zum WOW-Foto

Meine ersten digitalen Fotoerlebnisse machte ich mit einer 1,3 Megapixelkamera in den 90er Jahren. Damals hauptsächlich Fotos meines kleinen Sohnes in den ersten Lebensjahren. Klar war das klasse, aber mehr als Schnappschüsse sind nie dabei raum gekommen. Das hatte sicher auch einen Grund, ich hatte mich noch nicht näher mit der Fotografie beschäftigt, auch noch nicht so das Interesse daran. Von den Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung ganz zu schweigen.

Einige Jahre lang schlief dann auch das Interesse an der Fotografie wieder etwas ein, bis ich dann bei einem Bekannten eine digitale Spiegelreflexkamera in der Hand hielt. Ich hatte schon vor Jahren eine analoge Spiegelreflexkamera gehabt und damit eigentlich ganz gern fotografiert. Die Geschwindigkeit der digitalen faszinierte mich. Ich hatte vorher mit den kompakten Kameras immer das Problem, dass die Auslöseverzögerung so immens hoch ist. Das war mir ganz extrem bei Sportveranstaltungen aufgefallen, wenn dann bei einem Autorennen dann jeweils nur leere Straße auf dem Bild aufgenommen wurde, weil vom Drücken auf den Auslöser bis zum wirklichen Auslösen so viel zeit vergangen war, dass das Fahrzeug schon längst aus dem Bildausschnitt raus war.

Meine erste Spiegelreflexkamera war die Canon 350D, mit der ich dann natürlich auch noch meine Schnappschüsse machte, aber durch die vielen Fotos immer mehr hinzugelernt habe. “Schau immer, was für einen Hintergrund du fotografierst” ist eine Sache, die ich gelernt habe. Während ich anfangs schon häufiger irgendwelchen Unrat im Hintergrund hatte, oder hinter einer Person ein Lichtmasten stand, der nun ärgerlicherweise auf dem Bild aussieht, als würde er aus dem Kopf raus wachsen oder ähnliches.

“Habe immer deine Kamera bei dir” ist eine andere Sache, die ich leider immer noch zu selten beherzige. Ich ärgere mich dann aber in den meisten Fällen auch ordentlich, weil ich irgendwo ein richtig gutes Foto verpasst habe.

“Gehe dann raus zum fotografieren wenn andere rein gehen” – diese Weisheit habe ich von einem Stockfotografen gelernt, der gefragt wurde, was seine Bilder so einzigartig macht. Fotografiere außergewöhnliches, nicht das, was alle anderen Leute auch fotografieren.

Zu diesem Thema gibt es noch so viel zu schreiben, da wird es wohl in den nächsten Tagen noch einen weiteren Teil dazu geben.

Auf Eure Erfahrungen bin ich gespannt, welche Dinge habt ihr beim fotografieren gelernt?

0 Antworten
  1. Alexander Hill
    Alexander Hill says:

    Hallo Jörg

    eine weitere mögliche Regel:

    “Wechsle die Perspektive.” Ein Motiv ist nur dann langweilig, wenn ich es genau so fotografiere, wie eine Million Leute vor mir. Andere Brennweite, größere Blende zum Freistellen, in die Hocke gehen, Kamera auch mal schief halten, näher ran. Alles das kann ein Allerweltsmotiv zum Knaller machen.

    Alex

    Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Wir freuen uns über ihren Beitrag!

Kommentar verfassen