Interviews
Jan
Mein Name ist Matthias Große, ich bin 21 Jahre alt,
komme ursprünglich aus dem kleinen Ort Ruppersdorf im Saale-Orla Kreis,
lebe aber seit nunmehr zweieinhalb Jahren in Suhl,
wo mich die Arbeit bei einen großen deutschen Konzern,
nach der Ausbildung zum IT-Systemkaufmann in Gera,
hin verschlagen hat.
Wenn ich nicht gerade fotografiere oder in der Natur unterwegs bin,
bastel ich an der Homepage meines Heimatorts
www.ruppersdorf-thüringen.de oder spiele ab und an auch eine Runde Football Manager.
Wenn ich am Wochenende in Suhl bin besuche ich regelmäßig die Heimspiele der Volleyballdamen des VfB 91 Suhl.
1. Wie bist Du zur Fotografie gekommen und seit wann fotografierst Du?
Begonnen hat alles mit einer Kodak EasyShare CX7430 die ich zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte, das war vor gut 5 Jahren, erst nur im Urlaub und dann zog es mich in den Bann der digitalen Fotografie, 2008 wechselte ich zu einer Panasonic FZ50 da ich die Bilder besser beeinflussen wollte. Und dann in diesen Sommer der Entschluss eine DSLR muss her, da die FZ50 öfter an ihre Grenzen gestoßen ist.
2. Welche Art von Fotografie interessiert Dich am meisten?
Bisher war es hauptsächlich Landschaft und Natur, meist die eigene Umgebung und im Urlaub. Dieses Jahr konnte ich erste Erfahrungen im Porträtbereich sammeln und möchte das gerne in Zukunft vertiefen.
3. Würdest Du uns eines Deiner Fotos vorstellen und etwas darüber erzählen?
Gerne, das Bild strahlt zum einen Wärme aus zum anderen steht es auch für den Winter durch den Schnee. Entstanden ist das Foto zum Strohwickel, dem traditionellen Winteraustrieb in meinen Heimatort.
4. Fotografierst Du allein, oder gehst Du mit anderen fotografieren?
Meistens gehe ich alleine los.
5. Hat sich Deine Art zu fotografieren im letzten Jahr weiter entwickelt, wenn ja, wie?
Zum einen durch den Wechsel auf die Spiegelreflexkamera hat sich einiges geändert, aber auch das Spektrum hat sich erweitert. Porträt und auch auf einer Hochzeit konnte ich mich ausprobieren. Durch das regelmäßige fotografieren lernt man auch immer mehr dazu, zum einen in der Bedienung der Technik als auch in der Gestaltung der Bilder.
6. Welcher Ausrüstungsgegenstand, mal von der Kamera selbst abgesehen, ist für Dich der wichtigste?
Der GorillaPod, dieses kleine Stativ ist schon toll. Mir fehlt nur noch ein passender Kugelkopf wird aber 2010 sicher auf meiner Wunschliste stehen.
7. Was würdest Du einen Foto-Anfänger mit auf den Weg geben?
Nicht aufgeben und immer wieder probieren und testen, das ganze draußen in der Natur oder der Stadt.
8. Warum hast Du Dich für Olympus und nicht für eine andere Marke entschieden?
Ich habe mir die gängigen Marken angeschaut, Canon, Pentax und Sony haben mich von der Handhabung nicht überzeugt. Da blieben dann noch Nikon und Olympus, genauer gesagt die D300 von Nikon und die Olympus E30. Für die Olympus hat dann der Preis gesprochen mit dem wirklich guten 14-54mm 2.8-3.5II. Und das ich meinen Blitz von der Panasonic weiter verwenden konnte.
9. Welchen Stellenwert nimmt bei Dir die Nachbearbeitung am PC ein?
Meist bleibt es bei der Entwicklung in Lightroom von RAW in JPG.
10. Welchen Satz möchtest Du noch gern los werden?
Nichts ist so konstant wie die ständige Veränderung. Und das gilt überall.
—- Ende Interview
Dez
Jakob Adler, 28 Jahre alt, bezeichnet
sich selbst als “ambitionierter Hobbyfotograf”.
Er ist erst vor wenigen Monaten
auf den Zug der DSLR-Fotografie
aufgesprungen. Über seine Erfahrungen
erzählt er in seinem Blog (link).
Zur Zeit noch auf Landschaftsfotografie
konzentriert, soll die Portraitfotografie
ein weiteres Thema seiner Arbeit werden.
Er spekuliert darauf, eines Tages mal
ein paar Euro mit seinen Bildern verdienen zu können.
Wie bist Du zur Fotografie gekommen und seit wann fotografierst Du?
Nun, meine Liebe zur Fotografie kam immer phasenweise. Als ich neun Jahre alt war, hab ich mir von meinem Taschengeld eine kleine, billige Analogkamera gekauft. Später hab ich die Kamera meiner Eltern gerne mal ausgeliehen. Eine volle Fotokiste in der Abstellkammer ist das Zeugnis dieser Zeit. Dann war erstmal Pause.
Als es dann mit der Digitalfotografie losging hab mir die kleine Sony DSC-P72 besorgt, die immer noch in meiner zweiten Fototasche liegt. Viele Fotos hab ich in der Zeit gemacht und trotz der (im Vergleich zu DSLR-Kameras) eingeschränkten Möglichkeiten war es mir wichtig nicht einfach nur wild rumzuknipsen. Nach einer Weile war aber auch hier wieder Pause angesagt.
Mitte des Jahres habe ich mir dann mal die Olympus C-8080, eine Bridgekamera, meines Vaters geschnappt um mal wieder ein wenig rumzuspielen. Natürlich habe ich mich dann im Internet umgeschaut, nach Tipps usw. gesucht, und bin auf zahlreiche Blogs zu dem Thema (natürlich auch dieses hier) gestoßen. Da war dann immer die Rede von DSLR, Wechselobjektive, Festbrennweiten, manuellem Fokus usw. Da ich auch ein Technik-Freund bin, fand ich das von Anfang an spannend. Und plötzlich sah ich die ganzen Möglichkeiten der Fotografie, meine Ideen in Bilder umzusetzen. So nahm alles seinen Lauf.
Was ist das wichtigste, was Du in den letzten Monaten über die Fotografie gelernt hast?
Mach was Du willst. Begeistere andere Menschen. Hör nicht auf zu fotografieren.
Welche Art von Fotografie interessiert Dich am meisten?
Bisher habe ich mich zum Großteil mit Natur- und Landschaftsfotografie beschäftigt. Für Einsteiger ist das recht gut geeignet, finde ich. Die Landschaft ist immer da, immer geduldig und es gibt viel auszuprobieren und zu entdecken. Ich bin immer noch fasziniert davon, morgens früh rauszuziehen und in der Kälte die Goldene Stunde zu fotografieren.
Nichtdestotrotz möchte ich mich in Zukunft auch verstärkt auf Portraits stürzen und ich mit verschiedenen Ausleuchtungstechniken, Schirmen, Reflektoren und dergleichen spielen. Menschen zu fotografieren finde ich ungemein spannender als Landschaften, da hier Sekundenbruchteile über den richtigen Augenblick entscheiden können.
Würdest Du eines Deiner Fotos vorstellen und ein wenig dazu erzählen?
Dieses Foto entstand eines Abends vom Stuttgarter Fernsehturm aus.
Ich hatte die spontane Idee, mal die Aussicht da oben zu testen.
Daraus wurde ein echter Härtetest für meine Kleidung,
denn der Wind ist da oben dann doch von eher kalter und heftiger Natur.
Zwar ziehe ich bei solchen Temperaturen ein Paar Laufhandschuhe an,
um meine Finger zu wärmen, aber auch das war innerhalb kürzester Zeit
nicht mehr hilfreich. Hinzu kommt meine Neigung zur Höhenangst,
die das ganze noch etwas aufregender machen sollte. Das trotz aller
widriger Umstände (ein Stativ hätte der Wind wohl umgeworfen)
doch noch ein schönes Bild entstanden ist, macht mich ein klein wenig stolz.
Was macht für Dich ein gelungenes Bild aus?
Ein Foto muss bei mir Emotionen auslösen. Das können positive wie negative sein. Von Erstaunen über Trauer bis hin zu Freude. Es muss nicht unbedingt ein großes, überwältigendes Gefühl sein, das ein Ansel Adams auslöst, wenn ich seine Landschaften betrachten. Es kann auch einfach ein freundliches Lächeln einer jungen Frau auf einer Wiese sein. Ob dabei fotografische Regeln eingehalten werden oder nicht finde ich nebensächlich. Regeln können einem dabei helfen, ein Foto besser zu machen. Ich würde sie eher als Leitlinien bezeichnen.
Und die großen Fotografen der Geschichten haben sie eh nur an ihre eigenen Regeln gehalten.
Wieso hast Du dich für Nikon und nicht für Canon entschieden?
Das war eine rein emotionale Entscheidung. Ich habe einfach eine Nikon in die Hand genommen und ausprobiert. Und dann eine Canon. Irgendwie fühlte sich die Nikon besser an. Außerdem gefiel mir die Marke besser.
Welcher Gegenstand Deiner Ausrüstung ist der wichtigste (abgesehen von der Kamera)?
Ich würde jetzt ja sagen “meine 50mm 1.8 Festbrennweite” aber steht ja eh schon in jedem Fotografie-Blog… Joe McNally beantwortet die Frage in diesem Video:
Und ich muss ihm Recht geben. Die richtige persönliche Einstellung ist das wichtigste für einen Fotografen. Naja, und meine 50mm 1.8 Festbrennweite…
Was würdest Du jemandem mit auf den Weg geben, der anfängt, sich mit Digitaler Fotografie zu beschäftigen?
Schmeiß nicht Dein ganzes Geld für Ausrüstung aus dem Fenster. Klar, wenn man so technikverliebt ist wie ich, freut man sich über viel neues Spielzeug. Aber dadurch werden Deine Bilder nicht besser. Wichtig ist es, seine Zeit und sein Geld vernünftig auf drei Dinge zu verteilen:
1. Das Equipment. Man braucht eine Kamera, ein paar Objektive, hier ein Spielzeug, da ein Spielzeug. Manche Dinge kann man nur mit einem speziellen Ausrüstungsgegenstand anstellen, z.B. Makrofotografie.
2. Weiterbildung. Natürlich bringt es nichts, den ganzen Tag tolle Bücher zu lesen oder in irgendwelchen Workshops zu verbringen. Aber die Fülle an Anregungen kann einen inspirieren und vor allem Wege aufzeichnen, Bildideen zu realisieren. Meine Empfehlung sind die Bücher von Scott Kelby und Joe McNally. Kauft Euch aber keine Zeitschriften, die nur aus Produktvergleichen und Werbung bestehen. Die bringen Dich fotografisch keinen Schritt weiter. Es sollte mehr um die Kunst als um die Ausrüstung gehen.
3. Fotografieren, Fotografieren, Fotografieren. Wer sich nur mit Ausrüstung und Büchern beschäftigt wird kein besserer Fotograf. Das stundenlange, ausdauernde Fotografieren, das Bildersichten, das Scheitern, das erneute Versuchen, das Ausprobieren neuer Dinge, das Experimentieren in der Nachbearbeitung; das sind die Dinge, die einen besseren Fotografen aus Dir zu machen.
Nicht zu vergessen ist ein Punkt, der dank Internet viel einfacher geworden ist: Rede mit den Leuten. Stelle Deine Bilder online, hol Dir Kritiken, manchmal auch harte. Lass Deine Bilder von anderen auseinandernehmen. Lerne daraus. Aber ignoriere die anderen auch einfach mal und zieh Dein Ding durch.
Wie kann ein Anfänger seine Fotografie verbessern?
Ein Foto entsteht zuerst im Kopf. Das fotografische Sehen muss ein guter Fotograf drauf haben. Und das geht ganz ohne Kamera. Dazu gibt es eine schöne Übung:
Nämlich mal bewusst nicht zu fotografieren. Einfach ohne Kamera einen Fotospaziergang machen. Die Landschaft intensiv betrachten und sich Gedanken darüber machen, wie man daraus ein schönes Foto machen könnte. Welchen Ausschnitt würde ich wählen, wie will ich die Schärfe haben, was soll das Bild aussagen? Danach überlegen, wie das technisch umzusetzen ist. Welche Blende, welche Belichtungszeit, welches Objektiv, brauche ich ein Stativ? Dann nach Hause, eine Nacht drüber schlafen und am nächsten Tag mit der Kamera losziehen und versuchen, die Ideen umzusetzen. Vorm Rechner vergleichen, wie man sich das Bild vorgestellt hatte, sich überlegen, was man anders hätte machen können.
Wichtig bei der Übung ist, dass man nicht wie ein Irrer tausende Fotos macht (auch als Spray & Pray bezeichnet) sondern sich ganz bewusst auf die wenigen Bilder konzentriert, die man sich am Vortag überlegt hatte.
Welchen Satz möchtest Du zum Schluss loswerden?
Geht endlich raus vor die Tür und macht Fotos!
….. Ende Interview
Dez
Olaf Bathke arbeitet als Hochzeitsfotograf
in Hamburg und Kiel. Seine ehrliche,
kreative und lebendigen Art Menschen
zu fotografieren ist ein Standbein
seines Fotogeschäftes.
Ein weiteres Standbein ist die Landschafts-
bzw. Reisefotografie.
Seine Landschaftsfotos sind bereits
in zahlreichen Print Magazinen
veröffentlicht worden. Über
das Leben und Abenteuer als Fotograf
unterhält er im ältesten deutschsprachigen Blog
mit dem Schwerpunkt Fotografie.
Wie bist Du zur Fotografie gekommen?
Als kleiner Junge bekam ich eine Kodak Instamatic geschenkt. Die Kamera war der Einstieg in die Welt der Fotografie. In meiner Kinderstube, der Wilstermarsch, gab es große weiten Landstriche und zahlreiche Kühe, die ich hinreichend ablichtete. Mein Einstieg in die professionelle Fotografie war von vorneherein digital. Meine erste Kamera mit der ich Geld verdient habe, war die Canon 300D.
Du hast vor einiger Zeit das Twitter-Verzeichnis für Fotografen ins Leben gerufen, wie denkst Du heute über Twitter?
Twitter ist eine Kommunikationsplattform, die ich gerne nutze. Mir liegt die knappe und offene Art, Informationen loszuwerden bzw. aufzunehmen. Twitter ist für mich eine sinnvolle Ergänzung zu anderen Kommunikationsmitteln. Den vollen Zauber entfaltet Twitter, seit ich es in Verbindung mit dem iPhone nutze. Da es ja vor allen Dingen mein eigenes Netzwerk ist, das Twitter ausmacht, kann ich von diesem Netzwerk behaupten, dass ich es einfach klasse finde. Das liegt natürlich zu einem großen Teil an den Fotografen des Twitter Verzeichnisses. Unter diesen Personen wird auf hohem Niveau kommuniziert, da passiert eine Menge. Auch von anderen Fotografen weiß ich, dass sie total begeistert sind von den Kontakten, die sich aus dem Verzeichnis ergeben haben. Mir kam letztens sogar zu Ohren, dass da zwischen zwei Partizipanten heftig geflirtet wurde. Mal sehen wann es die erste Hochzeit gibt, die sich aus den Kontakten des Verzeichnisses ergibt.
Nutzt Du Twitter heute noch genau so aktiv, wie vor einem halben Jahr?
Tendenziell nutze ich Twitter heute effektiver als noch vor einem Jahr. Ich erspare mir allzu belanglose Tweets. Auch lese ich intensiver, obwohl in meiner Timeline mehr los ist. Die Suchfunktion nutze ich um gezielt bestimmte Themen zu scannen. Ich habe in Tweetdeck zB. immer den Suchbegriff „Fotografie“ aktiv und darüber schon tolle Informationen gefunden und nette Leute kennengelernt.
Nun zu Deiner Arbeit, woher nimmst Du Deine Inspirationen z.B. beim Fotografieren einer Hochzeit?
Der Kategorie von Fotografen, die sich bei anderen Fotografen etwas abgucken oder gar Bildideen klauen, gehöre ich nicht an. Andere Fotografien oder manchmal auch Malereien betrachte ich eher unter dem Gesichtspunkt, wie ein Fotograf wohl vorgegangen ist, was ihn bewegt haben könnte, dieses eine Foto zu machen. Dabei stelle ich mir immer die Frage, warum spricht mich so ein Vorgehen an bzw. auch nicht an. So lerne ich eine Menge über die Fotografie. Inspiration bekomme ich draußen in der Natur oder im direkten Kontakt mit einem Kunden. In einem Kundenkontakt gehe ich grundsätzlich nur mit einem inneren, unbeschriebenen Blatt Papier, dass ich dann gemeinsam mit dem Kunden fülle. Ich mag diese Spannung, die sich durch so eine Ergebnisoffenheit ergibt. Solche Spannung gestaltet sich bei mir leicht zu tollen Bildideen. Meine eigenen Ideen versuche ich immer in einem Prozess mit meinen Kunden entstehen zu lassen. Da habe ich eine eigene Art, Gespräche zu gestalten und Vertrauen herzustellen, damit dies auch gelingt. Vertrauen ist hier sicherlich der wichtigste Eckpfeiler für dieses kreative Vorgehen. Abenteuerlust wäre ein zweiter Eckpfeiler. Für kreative Prozesse ist es wichtig, dass es mir gut geht und ich immer das mache, wonach mir gerade ist. Das ist auch der Grund, warum ich in der Fotografie häufig NEIN sage.
Nach meinen Erfahrungen ist es fast unmöglich eine Hochzeit ohne einen Assistenten zu fotografieren. Wie ist das bei Dir? Fotografierst Du allein, oder hast Du Hilfe?
Ich arbeite auf einer sehr persönlichen Ebene, da würde ein Assistent schnell stören. Meine Ausrüstung trage ich selber, das hält fit. Manchmal würde ich mir allerdings schon einen Rucksackträger wünschen.
Natürlich gibt es Projekte, wo ich einen Assistenten benötige. Dann habe ich eigentlich immer Pech einen der wenigen ernsthaften Bewerber aus den letzten Monaten zu akquirieren. Die haben dann meistens keine Zeit oder Lust. Letztendlich geht es dann meistens auch ohne.
Hast Du ein Hochzeitsshooting, an das Du Dich ganz besonders gern erinnerst?
Oh, ich befürchtete schon die Frage nach meinem Lieblingslied. Diese Frage kann ich leider nicht zufriedenstellend beantworten. Jede Hochzeit ist besonders und individuell. Ich könnte einen ganzen Tag von schönen Erinnerungen referieren, wenn es denn der Kundenschutz nicht verbieten würde.
Du betreibst einen Blog, welche Rolle spielt das Internet heute im Bereich der professionellen Fotografie für Dich?
Onlinemarketing mag ich. Internet ist aber nicht alles für den persönlichen Erfolg als Fotograf. Den größten Teil meiner Aufträge generiere ich durch zufriedene Kunden und durch persönliche Kontakte. Ich bin eher ein Fotograf, der weiterempfohlen wird.
Warum lohnt es sich, regelmäßig zu bloggen?
Das mit dem Bloggen ist so eine Sache. Bloggen ist für mich eher ein Hobby. Ich höre mich gerne reden und stehe gerne auf einer Bühne. Das war schon so, als ich noch klein war. Bloggen ist also zunächst einmal gut für mein Ego.
Natürlich habe ich meine Popularität im Internet zum größten Teil dem Blog zu verdanken. Man kann mich sonst kaum irgendwo im Netz finden.
Um ein gleiches Maß an Popularität aus Printmedien zu generieren, bedürfte es von meiner Seite aus mehr Anstrengungen, als ich sie beim Bloggen aufwende. Die Bedeutung von Printmedien für eine Popularitätsgewinnung in der Zukunft schätze ich aber nach wie vor groß ein. Auch wenn wir in den nächsten Jahren mit einem weiteren Zeitungssterben konfrontiert werden. Problematisch kommt hinzu, dass die Zusammenarbeit mit Printmedien nicht immer erfreulich ist. Da kann man die dollsten Sachen erleben. Bei der Veröffentlichung von einem Artikel in einer Motorradreisezeitschrift musste ich mal feststellen, dass die Redaktion alle Hinweise auf meine Homepage löschte, die ich in den Artikel eingepflegt hatte. Das ging sogar so weit, dass sie den Schriftzug der Internetadresse auf meinem Motorradtank in Photoshop wegstempelten. Auch was die Bezahlung durch Printmedien angeht, so ist eine Zusammenarbeit nicht immer erfreulich. Da kann es schon mal vorkommen, dass man sein Geld mit einem Anwalt eintreiben muss. Und wenn ich mir die Honorarangebote einzelner Zeitungen ansehe, so frage ich mich, wer davon wirklich ernsthaft ein Leben bestreiten, geschweige denn eine Familie ernähren könnte. Eine große Tageszeitung mit wenigen Buchstaben bot mir mal 100,-€ für einen Fototermin mit dem Bruder eines Magiers an. Ein Boulevardblatt offerierte mir 150,-€ für einen langen Fototermin mit Estefania. Das ist eine viel zu geringe Entschädigung für den inneren Widerstand, den ich bei so einem Job überwinden müsste. Aber ich schweife ab…
Man sollte die Bedeutung von Printmedien für die eigene Popularität auch nicht überbewerten. In der Neuzeit gibt es einige Beispiele, bei denen Menschen über das Bloggen an enormer Popularität gewonnen haben und plötzlich in Vodafon Werbspots auftauchten oder für Mercedes Werbung machten.
Was die Vermarktung meines Blogs durch das Schalten von Werbung angeht, so bin ich vorsichtig. Mein Blog steht für Authentizität, Kompetenz und Qualität. Diese Eigenschaften will ich mir nicht durch das kompromisslose Setzen von Affiliat- Links kaputt machen. Der Aufwand, einen Vertrag für ein Werbebanner aufzusetzen wird zudem noch lange nicht von den Geldbeträgen gedeckt, den Firmen bereit sind, in Blogwerbung zu investieren. Ich mag diese Schnäppchenmentalität nicht, die mir manchmal in solchen Verhandlungsgesprächen begegnet. Die Industrie nimmt die Welt der Blogs als Werbeplattform noch lange nicht so ernst, wie sie es eigentlich müsste. Da verschlafen Verantwortliche Ihre Zukunft.
Eine andere wirklich sehr lohnenswerte Nebenwirkung des Bloggens ist das Kontakte knüpfen zu anderen namhaften Fotografen oder wichtigen Personen aus anderen Bereichen. Über das Bloggen bekommt man einen direkten Draht zu seinen Lesern. Über meinen Blog habe ich schon eine Menge interessanter Fotografen kennen gelernt. Solche Kontakte sind eine Menge wert, weil Sie es ermöglichen an Informationen zu gelangen, die sonst in weiter Ferne wären.
Was das Bloggen angeht, so werde ich Euch im nächsten Jahr mit etwas überraschen. Was es sein wird, dass ist noch geheim…
Du beschäftigst Dich auch mit Landschaftsfotografie, würdest Du uns eines Deiner Fotos vorstellen und ein wenig dazu sagen?
Landschaftsfotografie bzw. Reisefotografie ist für mich ein wichtiges Standbein in meinem Fotogeschäft. Landschaftsfotografie stillt aber auch meine Abenteuerlust und meine fast schon krankhafte Neugierde auf die Welt da draußen. Auf Reisen kann man eine Menge toller Erlebnisse haben und Erfahrungen machen. Und letztendlich sind es diese Geschichten, die hinter den Fotos stehend, mich am meisten an der Fotografie faszinieren.
Nehmen wir mal einen spannenden Reisetag auf dem westlichen Island:
Beim Aufbau eines Nachtlagers in einem Fjell der Halbinsel Snaefellsnes auf Island lernte ich zwei 18 jährige Männer kennen. Die beiden Männer luden mich auf eine Motorboottour zu einer Vogelinsel auf dem Atlantik ein. Ich hatte lange nicht mehr so viel Angst gehabt, als wir in einem kleinen Zodiac über die hohen Atlantikwelle hüpften. Bei diesem Ausflug wurde mir deutlich, was es für Menschen bedeutet, dieser rauen Natur auf Island ausgesetzt zu sein. Die beiden brachten mir bei, wie man im Stehen in diesem Zodiac quasi über die Wellen surfen kann. Die Angst um einen weiteren Bandscheibenvorfall wandelte sich in ein Glücksgefühl. Wir stoppten an einer kleinen Dorschzuchtstation, bekamen nasse Füsse, versenken fast meine Fotoausrüstung und wurden auf der Vogelinsel von Möwen attackiert. Gegen Abend tourten wir dann noch mit einem Jeep die ca. 30%ige Steigung eines erloschenen Vulkans hoch und kamen auf einem ca. 5 Meter breiten Absatz am oberen Ende des Vulkans zum Stehen, unter uns ca. 100 Meter Steilwand. Die Jugendlichen hatten merklich Spaß daran, mir Angst einzujagen und mir in der Mitternachtssonne zu zeigen, wie sie der rauen Natur kraftstrotzend begegneten.
Ich bedankte mich mit einer fotografischen Herausforderung. Dieses Foto zeigt einen der junge Männer am Ende unserer mehrstündigen Tour, ein eher spontanes Foto, das ich mit dem jungen Mann inszenierte. Es ist eine 30 Sekundenaufnahme, die der junge Mann mit einem heftigen Zittern in den Knien tapfer durchgehalten hat. Der hat bestimmt heute noch Muskelkater…
Das sind Erlebnisse, die entstehen, wenn man alleine und offen durch die Weltgeschichte tourt. Das Reisen mit Familie ist da anders.
Das Reisen mit Familie ist anders!? Was meinst Du damit?
Die Geburt meines Sohnes war auf allen Ebenen ein einschneidendes Erlebnis. Damals hatte ich die Angst, dass man sich mit Kind keine Karriere als Landschafts- und Reisefotograf aufbauen kann. Heute weiß ich, dass das ein Irrtum war. Wenn eine Familie mitmacht, dann kann man auch als Landschafts- bzw. Reisefotograf tätig sein. Man muss nur bereit sein, auf gewisse Dinge zu verzichten. Solche irrwitzigen Touren, wie die eben beschriebene, sind natürlich mit einem kleinen Kind nicht denkbar. Wenn man aber bereit ist, Kompromisse einzugehen, dann ist die Gründung einer Familie eine tolle Chance, Altbekanntes neu zu entdecken und neue Erfahrungen zu machen.
Ich arbeite viel effektiver und organisiere mir möglichst viel Zeit für meine Familie. Familie ist mir wichtig und ich bin richtig froh, dass meine Familie bei der Landschaftsfotografie mitmacht. Ohne diese Bereitschaft könnte ich den Zweig Landschaftsfotografie dichtmachen. Durch die Anwesenheit meiner Frau und meines Sohnes erlebe ich viele Natureindrücke viel intensiver. Ist schon toll mit meiner Frau und meinem Sohn in duftender Atlantikluft, einem grandiosen Blick auf den Ocean, haltbares Knäckebrot zu frühstücken oder abends Lachsfilet am Lagerfeuer zu brutzeln.
Und um die Kurve zum Bloggen noch mal zu kriegen. Wenn ich auch nur einen Bruchteil von diesen tollen Erlebnissen in meinem Blog vermitteln kann und andere Menschen dazu motiviert bekomme, ihren eigenen Weg in der Fotografie zu gehen, ja, dann zaubert das ein breites Lächeln in mein Gesicht.
…. Ende Interview
Vielen Dank für das ausführliche Interview und die Anregungen, es hat mich sehr gefreut, dass Du für das Interview zur Verfügung gestanden hast.Nachdem die Diskussion im Interview vom Montag ziemlich heiß verlaufen ist, feue ich mich hier auch auf eine angeregte und sachliche Diskussion. Vielleicht hat der/die Eine oder Andere ja noch eine Frage an Olaf, dann immer raus damit.
Dez
Hallo Benjamin, stell Dich doch bitte gleich erst einmal vor. Wer bist du, woher kommst du, was machst du?
Hallo Jörg. Mein Name ist Ben (eigentlich Benjamin), ich bin 21 und wohne im schönen Bremen in einem nicht so schönen Stadtteil – so ist das halt, wenn es schnell gehen muss. Ich bin selbständig tätig im Bereich IT-Beratung und Schulungen.
Wie lange fotografierst Du schon? Wie bist Du zur Fotografie gekommen?
Ich fotografiere schon seit längerem, hatte aber nur Kompaktkameras oder das iPhone zur Hand.
Vor ca. 4 Wochen habe ich mich dann dazu entschieden, eine DSLR zu kaufen. Das steigende Interesse und die vielen Tweets mit tollen Bildern haben mich dazu gebracht, es dann doch einmal zu versuchen.
Meine Überlegung war, die Fotografie als zweites Standbein und als Ausgleich zur Bildschirmarbeit zu nutzen. Nun müssen nur noch meine Bilder gefallen, sonst kommt die Kamera auf Dauer wieder weg und ich lege mir eine Kompaktkamera für gelegentliche Schnappschüsse zu. Denn meiner Meinung nach sind sogar 500 Euro dafür zu viel.Vor ca. 4 Wochen habe ich mich dann dazu entschieden, eine DSLR zu kaufen. Das steigende Interesse und die vielen Tweets mit tollen Bildern haben mich dazu gebracht, es dann doch einmal zu versuchen.Meine Überlegung war, die Fotografie als zweites Standbein und als Ausgleich zur Bildschirmarbeit zu nutzen. Nun müssen nur noch meine Bilder gefallen, sonst kommt die Kamera auf Dauer wieder weg und ich lege mir eine Kompaktkamera für gelegentliche Schnappschüsse zu. Denn meiner Meinung nach sind sogar 500 Euro dafür zu viel.”
Gehst Du allein fotografieren, oder triffst Du Dich mit anderen, um auf Fototour zu gehen?
Bis jetzt war ich fast nur alleine unterwegs, was aber daran liegt, dass ich noch nicht viele (Hobby-)Fotografen aus Bremen kenne.
Wenn man alleine unterwegs ist, hat man mehr Ruhe – aber vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Im neuen Jahr sollte ich das mal angehen und mich mit ein paar Hobby-Fotografen verabreden.Wenn man alleine unterwegs ist, hat man mehr Ruhe – aber vier Augen sehen bekanntlich mehr als zwei. Im neuen Jahr sollte ich das mal angehen und mich mit ein paar Hobby-Fotografen verabreden.
Welche Art von Fotografie bevorzugst Du? (Landschaft, Portrait,…)
Mich faszinieren Menschen. Ich liebe Portrait- und Fashion-Shoots. Am schwierigsten (aber auch schönsten) ist es, Menschen so einzufangen, wie sie sind. Außerdem interessiere ich mich für Landschafts- und Architekturfotografie sowie Makrofotografie.
Wo fotografierst Du normalerweise? Eher in einem Studio, zu Hause, oder in der freien Natur?
Ein eigenes Studio habe ich natürlich noch nicht, ich stehe ja noch am Anfang. Zu Hause kann man auch nicht so viel machen.
Ich bevorzuge die freie Natur, gerade bei Landschafts- und Architekturfotografie bleibt einem ja nichts anderes übrig. Portraits für Bewerbungen o.ä. sind natürlich in einem Studio besser zu schießen, aber draußen bekommt man auch dafür schöne Bilder hin (ist dann halt mal was anderes, als der konservative, weiße Hintergrund).Ich bevorzuge die freie Natur, gerade bei Landschafts- und Architekturfotografie bleibt einem ja nichts anderes übrig. Portraits für Bewerbungen o.ä. sind natürlich in einem Studio besser zu schießen, aber draußen bekommt man auch dafür schöne Bilder hin (ist dann halt mal was anderes, als der konservative, weiße Hintergrund).
Bearbeitest Du Deine Fotos nach? Wenn ja, welche Software nutzt Du?
Ich benutze die Beta-Version von Lightroom 3 für die Verwaltung und eventuelle Nachbearbeitung meiner Bilder. Manchmal sollte man Bilder einfach so lassen, wie sie sind. Ich mag Aussagen wie “Du MUSST alle deine Bilder nachbearbeiten” nicht.
In den meisten Fällen macht die Nachbearbeitung ein gutes Bild perfekt, aber manchmal erreicht man damit auch das Gegenteil.In den meisten Fällen macht die Nachbearbeitung ein gutes Bild perfekt, aber manchmal erreicht man damit auch das Gegenteil.
Was machst Du mit Deinen Fotos? Druckst Du sie selbst aus, oder lässt Du Fotos entwickeln, oder erstellst Du Fotobücher Deiner schönsten Fotos?
Selbst ausdrucken ist mir zu teuer, außer ich brauche mal eines sofort. Ich lade sie hoch, lasse sie entwickeln und hole sie dann in einer Filiale ab.
Meistens bestelle ich von schönen Fotos einen 10×15-Abzug. In Zukunft, wenn ich mal mehr Bilder habe, möchte ich diese jedoch nach Themengebieten in Fotobücher packen. Dann können Familie und Bekannte, aber auch potentielle Kunden, auf einen Schlag meine besten Werke sehen.Meistens bestelle ich von schönen Fotos einen 10×15-Abzug. In Zukunft, wenn ich mal mehr Bilder habe, möchte ich diese jedoch nach Themengebieten in Fotobücher packen. Dann können Familie und Bekannte, aber auch potentielle Kunden, auf einen Schlag meine besten Werke sehen.
Was macht für Dich ein gutes Bild aus?
Das ist echt schwer zu beantworten. Ein gutes Bild muss nicht bearbeitet sein. Ein gutes Bild muss nicht zwingend eine Aussage haben. Aber es sollte faszinieren.
Wobei das auch davon abhängt, warum ich ein Bild geschossen habe. Wenn es für einen Kunden ist, muss es in erster Linie SEINEN Ansprüchen genügen. Das muss nicht faszinieren, es muss nur technisch einwandfrei sein.
Die schöne Landschaft, der unglaubliche Sonnenuntergang oder der norddeutsche Strand – solche Bilder müssen mich begeistern.Wobei das auch davon abhängt, warum ich ein Bild geschossen habe. Wenn es für einen Kunden ist, muss es in erster Linie SEINEN Ansprüchen genügen. Das muss nicht faszinieren, es muss nur technisch einwandfrei sein.Die schöne Landschaft, der unglaubliche Sonnenuntergang oder der norddeutsche Strand – solche Bilder müssen mich begeistern.
Wie viel Zeit verbringst Du mit der Fotografie?
Zurzeit leider zu wenig. Ich fotografiere (auch mangels Motiven und Equipment) nur maximal zwei mal die Woche – und das auch sehr kurz.
Aber im neuen Jahr soll sich das ändern. Da ich selbständig bin, werde ich mir einfach mal die Zeit nehmen, die ich brauche. Eventuell einen Tag in der Woche, oder eben zwei Nachmittage. Und dann geht’s auf Fototour.Aber im neuen Jahr soll sich das ändern. Da ich selbständig bin, werde ich mir einfach mal die Zeit nehmen, die ich brauche. Eventuell einen Tag in der Woche, oder eben zwei Nachmittage. Und dann geht’s auf Fototour.
Wo siehst Du Dich in einem Jahr?
In einem Jahr kann man viel lernen, wenn man Zeit, Lust und Geduld hat. Ich hoffe, dass ich in höchstens einem Jahr so viel gelernt haben werde, dass ich es mir zutraue, für meine Arbeit Geld zu verlangen.
Wenn mir das Fotografieren nicht liegen sollte oder ich auf Dauer einfach nur mittelmäßige Qualität abliefere (die sich nicht verkaufen lässt), werde ich wieder auf eine Kompaktkamera umsteigen und den Wunsch, nebenberuflich Fotograf zu werden, aufgeben.
Wo kann man mehr von Dir sehen? Wo kann man Deine Bilder bewundern?
Meine Bilder lade ich zu Flickr hoch, man findet sie hier: http://www.flickr.com/photos/derdevblogger/.
Dort sind jedoch auch einige Bilder mit Kompaktkameras, Screenshots, etc. – wer möchte, kann über den Tag “500D” (hier http://www.flickr.com/photos/derdevblogger/tags/500d/) alle Bilder mit meiner derzeitigen DSLR ansehen.
Außerdem gibt es unter http://www.benjamin-leist.de/photo/ eine Auswahl meiner Bilder (diese Adresse werde ich dann Kunden und den TFP-Models geben) zu sehen. Auf http://www.benjamin-leist.de/ gibt es bald auch noch ein gesamtheitliches Portfolio zu meiner Person.
Vielen Dank für das Interview. Leider ist Bremen doch ziemlich weit weg von mir, sonst würde ich Dich gern mal zu einer Fotowanderung einladen. Mit den richtigen Leuten macht es gemeinsam einfach viel mehr Spaß. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr mal mit einem Fotografentreffen irgendwo zentral in Deutschland.





