Bilder “einfangen” oder “knipsen”?

Fotografieren ist mehr als nur “knipsen”. Das weiß sicher jeder, der sich etwas mehr mit diesem Thema beschäftigt. Je mehr man sich mit den Möglichkeiten der Kamera beschäftigt, um so mehr lernt man darüber, um so besser kann man die Ergebnisse seiner Fotografie schon vorher beeinflussen.

Ich fotografiere mittlerweile nur noch sehr selten im P-Modus. In der Regel nutze ich die Blendenvorwahl. Hier kann ich je nach Aufnahmeobjekt selbst festlegen, ob ich einen großen oder kleineren Schärfebereich bekomme. Für Porträtaufnahmen wähle ich in der  Regel eine große Blende, meist zwischen 1,8 und 3,5 je nach Objektiv, das ich benutze. Für Landschaftsaufnahmen wähle ich meist eine kleinere Blende, so ab Blende 8 aufwärts.

Diese halbmanuelle oder manchmal auch ganz manuelle Einstellung zwingt mich dazu, etwas mehr über das zu fotografierende Objekt nachzudenken und nicht einfach nur draufzuhalten und zu knipsen. Dadurch passiert es auch viel seltener, dass ich nicht auf den Hintergrund achte. Nachdem ich die Einstellungen gewählt habe nehme ich mir dann auch eher die Zeit, den Bildausschnitt gezielter zu wählen.

Ich suche gern nach führenden Linien, die den Blick im Foto auf das gewünschte Objekt “leiten”. Das macht ein Foto interessanter und gibt ihm eine besondere Note.

Immer dann, wenn ich mit Blitz fotografiere, oder auch nachts, wenn ich mit Stativ ohne Blitz unterwegs bin, dann fotografiere ich ausschließlich im manuellen Modus. Nachts stelle ich auch den Autofokus auf manuellen Fokus um, um ein besseres Ergebnis zu erreichen. Das braucht zwar mehr Zeit, aber die Ergebnisse sprechen dann auch für diesen Mehraufwand.

Ein Tip für all diejenigen, die sich bisher noch nicht an die halb-manuellen oder manuellen Modi getraut haben. Ich habe irgendwann mal damit begonnen, mir vorzunehmen, einen Tag lang nur im manuellen Modus zu fotografieren. Natürlich sind die Ergebnisse beim ersten Mal nicht so gut gewesen, als im vollautomatischen P-Modus. Aber nachdem ich das ein paar mal so gemacht habe, wurden die Ergebnisse besser als im Automatikmodus. Da wo vorher vielleicht ein aufgebleichter, völlig weißer Himmel auf dem Foto erschienen war, hatte ich nun noch Zeichnung im Himmel. Dort, wo der Unschärfebereich im Bild kaum zu sehen war, hatte ich nun bei Portraits eine richtig gut sitzende Schärfentiefe. Während Ich vorher bei Blitzfotos den Vordergrund in der Regel “totgeblitzt” hatte und der Hintergrund im Dunkel verschwunden war, hatte ich jetzt ausgewogene Fotos.

Hast Du auch schon Erfahrungen mit manuellen Einstellungen gemacht?

0 Antworten
  1. Maddin
    Maddin says:

    Eine DSLR besitze ich zwar erst seit Januar diesen Jahres, aber mittlerweile kommt der Programmmodus nur noch dran wenns schnell gehen muss. Wenn ich die Zeit habe nutze ich die Blendenvorwahl, beim Tele auch mal die Zeitvorwahl, und eben manuelle Einstellungen. Durch die Möglichkeit sofort das Histogramm kontrollieren zu können, lernt es sich so am Besten. Die Automatik hat sicherlich in einigen Situationen ihre Berechtigung, aber für mich ist es auch eine Art Herausforderung die Möglichkeiten einer DSLR 1. zu erforschen und 2. auszureizen.

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  2. Daniel
    Daniel says:

    Ich nutze häufig die Vollautomatik, sicherlich eher aus Faulheit. Bei besonders schönen Motiven (die stillhalten, wie z.B. Landschaftsmotive) greife ich zum manuellen Modus – wobei die Bilder in meinen Augen “beeindruckender” werden. Die Halbautomatik mit Blenden- oder Zeitvorwahl vergesse ich ganz gerne… aber gut, dass ich hier daran erinnert werde. :-)

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  3. Matthias
    Matthias says:

    Ich nutze in der Regel die Blendenvorwahl, finde ich besser als die Zeitvorwahl, da ich dort über die Schärfentiefe eine bessere gestalterische Möglichkeit habe. Interessieren würde mich, wie Du den vollen manuellen Modus nutzt. Ich nutze ihn komischerweise nur mit Blitz um evtl. das Restlicht noch mit zu steuern. Bei Bildern ohne Blitz weiß ich nicht genau, wie man die Belichtungssituation einschätzt, ohne vorher den hellsten und dunkelsten Bereich mit der Automatik zu messen und dann abzuschätzen, welche Kombination von Blende und Zeit die richtige ist.

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