Bessere Fotos durch bessere Beobachtung

bessere Fotos durch bessere Beobachtung

Das “Trial an Error”-Prinzip ist sicher so ziemlich jedem bekannt. “Durch Fehler lernt man” könnte man auch sagen. Diese These ist sicher auf viele Lebensumstände anzuwenden, natürlich auch auf die Fotografie. Allerdings muss man auch aus seinen Fehlern lernen wollen. Es gibt Leute, die machen die gleichen Fehler immer und immer wieder ohne überhaupt zu realisieren, welches Problem hier aufgetreten ist.

Ich muss auch aus meinen Fehlern lernen wollen. Um aus fotografischen Fehlern lernen zu können muss ich beobachten. Ich muss beobachten, welche Umgebungssituation beim fotografieren herrscht. Wie sind die Lichtverhältnisse? Welche Bildausschnitte wären interessant?

Dieses Beobachten ist nicht nur bei der Fotografie hilfreich, sie ist auch sehr hilfreich bei der Nachbearbeitung am PC. Wenn ich nachträglich eine bestimmte Lichtsituation am PC nachbilden möchte muss ich auch wissen, wie die gewünschte Lichtsituation in Wirklichkeit aussehen würde. Wie ist der Lichteinfall, wie ist der Schattenwurf der einzelnen Objekte. Wenn in einem Landschaftsbild zum Beispiel ein Schatten unter einem Busch fehlt, dann sieht der Betrachter vielleicht nicht auf Anhieb, was im Bild nicht stimmt, aber er wird in der Regel auf das Bild schauen und den Eindruck haben, das da irgend etwas nicht stimmt.

Das alles sind zwar nur Kleinigkeiten, aber genau diese Kleinigkeiten machen den Unterschied zwischen einem guten Bild und einem Schnappschuss aus.

Kann man Beobachten lernen?

Ja, kann man. Mein Vater ist Hobbymaler, er malt, so lange ich denken kann. Mal mehr, mal weniger. Schon als Kind habe ich natürlich versucht, auch selbst mal so etwas hin zu bekommen. Aber es sah immer irgendwie unnatürlich aus. Ich habe dann irgendwann begonnen, mir einen Teller, eine Vase vorzunehmen und diese zu zeichnen. Ich habe den Schattenwurf beobachtet und versucht, diesen nachzuzeichnen. Es ist anfangs sicher schwierig, eine dreidimensionale Umgebung auf ein zweidimensionales Medium zu bringen. Hat man diese Schwierigkeit erst einmal im Griff, ist der größte Lernschritt schon geschafft.

Was auf die Malerei zutrifft, lässt sich natürlich genau so auch auf die Fotografie und die Bildbearbeitung anwenden. Beim lernen in Photoshop hat mir die oben genannte Technik sehr viel geholfen. Einfach mal einen realen Gegenstand zur Hand nehmen und in Photoshop nachgestalten. Mit verschiedenen Filtern arbeiten, verschiedene Effekte einsetzen, beobachten, ob das Ergebnis dem Original ähnlicher wird. Hier gibt es gleich einen doppelten Lerneffekt, ich lerne die Beobachtung zu schärfen und gleichzeitig lerne ich die verschiedenen Filter, Effekte und Werkzeuge von Photoshop besser kennen.

Es gibt zwei Leute, die ich hier zu diesem Thema unbedingt nennen muss, sie sind einfach einmalig, wenn es um dieses Thema geht. Das ist zum einen Bert Monroy (link), der fotorealistische Bilder in Illustrator und Photoshop erstellt, die am Ende nicht mehr als künstlich geschaffen zu identifizieren sind. Die Entstehung seines letztes Werkes “Damien” hat er in einem Buch Stück für Stück erklärt, einfach klasse. Sein aktuelles Werk “Times Square” steht kurz vor der Vollendung. Einige Teilstücke der Entstehung sind auf seinem Podcast zu bestaunen. Leider führt er diesen Podcast nicht mehr fort.

Die zweite Person ist Corey Barker (link), er stellt in seinen Tutorials oft bekannte Filmplakate nach und verwendet dabei viele Filter, Effekte oder Werkzeuge in Photoshop auf eine Weise, die mir vorher nie in den Sinn gekommen wäre.

Viel Spaß beim ausprobieren, beobachten, lernen.

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