Benjamin Zapf – cross processing in Lightroom – Gasttutorial

Benjamin Zapf - Foto: Valentina Mohr

Foto: Valentina Mohr

Mein Name ist Benjamin Zapf und als ich vor 18 Jahren geboren wurde, hätte niemand gedacht, dass ich einmal in jeder freien Minute eine Kamera in der Hand haben würde. Doch das Schicksal meinte es gut mit mir und so bekam ich mit 12 Jahren eine 5 Megapixelknipse geschenkt. Seitdem hat mich das „schönste Hobby der Welt“ nicht mehr losgelassen. Meine Fotos sind bisher nur auf meiner Facebookseite http://www.facebook.com/pages/Be-Lichtet/170451196328500 zu finden, doch möchte ich meine Internetpräsenz weiter ausbauen.

Als Fotograf gibt es an grauen Wintertagen doch nichts schöneres, als wieder einmal das Fotoarchiv nach alten Bildern zu durchstöbern. Bei einer dieser Gelegenheiten bin ich auf folgendes, auf den ersten Blick unspektakuläres, Foto gestoßen. Doch bei genauerer Betrachtung fallen die interessanten Linien auf, die das Auge durch das Bild genau auf den Radfahrer lenken.

Ausgangsbild Benjamin Zapf

Leica V-Lux-1
1/400 s
f / 8.0
ISO 100
Brennweite: 35mm (KB)

Das Foto entstand eher zufällig bei einer Radtour im Allgäu. Ich hatte auf der Brücke gehalten, um das Geländer für die Linienführung mit ins Bild zu nehmen. Dabei wurde ich von einem Radfahrer überholt und ich beschloss kurzfristig, ihn mit in das Bild mit einzubeziehen. Rückblickend wird das Foto erst durch diesen Radler etwas besonderes, da das Auge früher oder später an ihm hängenbleiben wird. Damit ist das Ziel des Fotografen erreicht: Aus bloßem Darüberschauen wird längeres Verweilen und möglicherweise beginnt der Betrachter sogar über das Bild nachzudenken.

Das Tutorial soll eine Anregung sein, wieder einmal im Archiv zu stöbern und schon leicht angestaubte Bilder wieder etwas aufzupolieren anstatt sie zu vergessen oder zu löschen. Die Bearbeitung erfolgt bis auf zwei Schritte komplett in Lightroom 3, jedoch können die grundsätzlichen Ideen des Tutorials auch mit Gimp oder Photoshop realisiert werden.

Da zum Schluss der Fokus auf dem Geländer und dem Radfahrer liegen soll, wird das Foto zu Beginn erst einmal auf das Wesentliche reduziert, indem die Sättigung auf um 70% verringert wird.
Im HSL-Dialog entsättige ich Grün- und  Aquamarintöne auf -100, weil diese durch die vorherige Entsättigung noch nicht genügend erfasst wurden.  Dadurch wird das Bild nun durch Formen und Linien, anstatt durch Farbe dominiert.

Um dem Bild mehr Kontrast zu geben, verwende ich eine Kombination mehrerer Lightroom-Werkzeuge: Den stärksten Effekt erzielen hierbei der Kontrast- und der Schwarzregler, die um etwa ein Viertel bzw. ein Drittel erhöht werden. Darüber hinaus gibt eine Erhöhung der Klarheit auf 100 dem Bild und besonders den Wolken mehr Dramatik.
Helligkeit und Aufhelllicht setze ich auf 36, damit in den dunklen Bereichen wieder mehr Zeichnung, das heißt Details, sichtbar werden. Mit den bisherigen Änderungen sieht das Foto nun so aus:

Benjamin ZapfBenjamon Zapf

Im Abschnitt Teiltonung gebe ich dem Bild noch zusätzlich einen leichten Blaustich. Sättigungswerte zwischen 20 und 25 genügen hier; beim Farbton habe ich mich in den Tiefen und Lichtern für den Blauton 220 entschieden.

Der wichtigste Schritt der Bearbeitung dieses Fotos ist das Hinzufügen der Vignettierung. Da das Bild nicht zugeschnitten wurde, verwende ich hierfür den Objektivkorrektur-Dialog. Um eine starke Abdunkelung der Ecken fast bis hin zu Mitte zu erreichen, ziehe ich beide Regler ganz nach links. Mit dem Korrekturpinsel hole ich nun den Radfahrer wieder etwas aus der Dunkelheit, indem ich diesen Bereich mit einem weichen Korrekturpinsel vorsichtig aufhelle.

Aufgrund der starken Bearbeitung wird leider auch oft das Bildrauschen verstärkt, das jetzt abschließend reduziert wird. Nach einer leichten Schärfung verzerre ich die linke untere Ecke so, dass das Brückengeläder genau in der Ecke beginnt, wie dies auch rechts der Fall ist. Für die letzen beiden Schritte eignet sich am besten ein Bildbearbeitungsprogramm wie Gimp oder Photoshop.

Damit ist die Bearbeitung abgeschlossen und aus einem flauen Foto ist ein aufpoliertes Bild mit dramatischer Wolkenstimmung geworden!

Benjamin Zapf

Viel Spaß beim Ausprobieren!
Und wenn beim Nachmachen ein interessantes Ergebnis entstanden ist – hinterlasst doch einfach einen Link zu Eurem Bild als Kommentar unter diesem Artikel!

6 Antworten
  1. Alexander
    Alexander says:

    Servus!
    Toll! Schöner Vergleich, wie ein tolles Bild entstehen kann. Dieses Tutorial werde ich mal zum Anlass nehmen, das mal auszuprobieren!

    Gruss aus Wien
    Alexander

    Antworten

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