Lightroom 4 hat sicher viele neue Funktionen, es ist auch unterhalb der Oberfläche viel passiert, die Algorithmen wurden verbessert und verändert, so dass die Ergebnisse der Bildbearbeitung in vielen Fällen noch besser werden, als in den vorangegangenen Versionen.
Mit diesen neuen, umfangreicheren Funktionen und Algorithmen ist natürlich auch die Performance von Lightroom anständig in die Knie gegangen. Auf einem PC, auf dem Lightroom 3 noch ganz vernünftig lief, gibt es jetzt schon teilweise massiv Probleme. Aber dazu wurde schon genaug geschrieben und gesagt.
Eine Funktion, die mich immernoch richtig umhaut, ist seit Version 4.1 in Lightroom enthalten, fast ein Killerfeature in Lightroom 4, wenn ich entscheiden sollte, die Möglichkeit, Bilder mit einer Farbtiefe von 32bit zu verarbeiten. Ein paar kleine Probleme gibt es zwar noch, aber die Funktion ist noch recht neu, ich hoffe also auf einige Verbesserungen in der Zukunft, der Weg ist sicher nicht verkehrt.
HDR-Tonemapping direkt in Lightroom
32bit Farbtiefe? Das schafft doch keine Kamera, wird jetzt der eine oder andere denken. Klar, aber durch die HDR-Technik ist es möglich, aus 3 oder mehr unterschiedlich belichteten Fotos ein solches Bild zu machen, das eigentliche HDR-Bild also. Der Weg ist recht einfach, die 3 Fotos werden von Lightroom an Photoshop übergeben und dort zu einem HDR-Bild zusammengesetzt.
Wo ist aber dabei Lightroom hilfreich?
Ganz einfach. Das ToneMapping, welches in der Regel anschließend in Photoshop oder Photomatix noch durchgeführt wird, um aus der Farbtiefe von 32bit wieder ein Bild mit 16bit oder 8bit zu machen, kann jetzt in Lightroom durchgeführt werden.
Warum muss das Tonemapping durchgeführt werden?
Weil kein Monitor und kein Drucker den kompletten Farbumfang eines 32bit-Bildes darstellen kann. Das Tonemapping ist in Photomatix einigermaßen verständlich aufgebaut, es gibt aber meiner Meinung nach viel zu viele Regler. Nicht jeder weiß, was jeder einzelne Regler bewirkt. Also verlässt man sich viel zu oft auf die automatischen Vorgaben, die nicht unbedingt immer ein besonders gutes Ergebnis liefern.
Intuitives Tonemapping direkt in Lightroom
Viel intuitiver funktioniert das Tonemapping in Lightroom, finde ich. Das 32bit-Bild wird durch einfaches speichern in Photoshop wieder an Lightroom 4 übergeben. Hier hat man jetzt die Möglichkeit mit den normalen Reglern im Entwickeln-Modul die die verschiedenen Helligkeiten getrennt zu verändern.
Durch die hohe Farbtiefe kann man jetzt auch die Helligkeit in den dunklen Bildbereichen bis zum Abschlag aufhellen, ohne dass das Bild an Kontrast verliert, die dunklen Bereiche werden einfach nur heller und bleiben trotzdem in der Farbigkeit und im Kontrast stark.
Auch die hellen Bereiche lassen sich sehr stark abdunkeln, ohne dass Kontrast verschwindet. Ein überbelichteter Himmel kann so ohne Probleme wieder zum Vorschein geholt werden.
Mit Hilfe des Korrekturpinsel-Werkzeuges und/oder des Verlaufs-Werkzeuges lassen sich die Abdunklung oder Aufhellung noch verstärken.
Zu diesem Thema werde ich in den nächsten Tagen noch ein Tutorial zeigen, welches die Funktion Schritt für Schritt genauer beleuchtet. Auch das Zusammenspiel zwischen Lightroom und Photoshop ist hier sehr interessant und hilfreich. Ohne umständliches exportieren und wieder importieren ist es hier möglich, ein HDR-Bild schnell, einfach und in guter Qualität zu erstellen.
Probleme?
Die sollten natürlich auch nicht verschwiegen werden. Die HDR-Funktion von Photoshop erzeugt leider vor allem bei Landschaftsaufnahmen mit mehrfarbigem Himmel, so wie er zum Beispiel an einem wolkenlosen Tag beim Sonnenuntergang auftritt, seltsamerweise immer wieder Farbabrisse. Es ist also eine deutliche Kante zwischen zwei Farben im Himmel zu erkennen.
Das darf bei HDR eigentlich nicht vorkommen. Hier ist Photomatix eindeutig weit besser. Auch die Chromatischen Aberrationen werden in Photomatix besser entfernt.
Leider kann Photomatix das 32bit-Bild nicht direkt speichern. Vielleicht in der nächsten Version? Dann wäre Photomatix mal wieder einen Kauf wert, wenn auch nur als Ausgangspunkt für das Tonemapping in Lightroom direkt.
Fazit
Landschaftsaufnahmen sind nur bedingt für HDR-Aufnahmen geeignet. Ich werde diese Technik in den nächsten Tagen mit anderen Fotos noch einmal genauer unter die Lupe nehmen und dann auch das versprochene Tutorial dazu liefern. Es ist auf jeden Fall genau der richtige Ansatz, genau so möchte ich meine HDR-Bilder erstellen, intuitiv, schnell und einfach. Die Qualität darf dabei natürlich nicht auf der Strecke bleiben, hier ist noch etwas Luft nach oben.
Welches Programm verwendest Du für Deine HDR-Aufnahmen?
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