GIMP 2.8 ist ja nun schon ein paar Wochen auf dem Markt, recht schnell hatte sich herausgestellt, dass UFRaw als RAW-Konverter für GIMP 2.8 ausfällt, da die momentane UFRaw-Version nicht mit GIMP 2.8 zusammen funktioniert. Da dieses Programm anscheinend auch nicht mehr weiter entwickelt wird, musste natürlich irgendein Ersatz gefunden werden, der es ermöglicht, die RAW-Fotos der Spiegelreflex-Kamera zu bearbeiten und diese dann direkt an GIMP übergeben kann. Als weiterer Punkt sollte das Programm natürlich kostenlos sein, man will ja bei Opensource bleiben, wenn man mit GIMP arbeitet.
RAW-Therapee als RAW-Konverter für GIMP
RAW-Therapee ist eines dieser Programme. Nachdem ich mich etwas in das Programm hinein gearbeitet hatte, war ich erstaunt, wie viele Funktionen RAW-Therapee in sich vereint.
Eine recht umfassende RAW-Konvertierung ist damit genauso möglich, wie mit vielen anderen kostenpflichtigen Programmen wie Lightroom. Die eine oder andere Funktion von Lightroom würde mir zwar noch fehlen, dafür ist Lightroom aber halt auch nicht kostenlos.
Die grundlegenden Funktionen für Helligkeit, Kontrast, Weißabgleich und Farbe sind sehr detailliert ausgearbeitet und ziemlich intuitiv verwendbar. Das auf der linken Seite befindliche Protokoll ermöglicht es auch jederzeit, einzelne Arbeitsschritte wieder rückgängig zu machen. Man kann also einfach und schnell mal etwas ausprobieren, ohne Angst zu haben, dass man das Bild zerstört.
Aber auch für diejenigen, die eigentlich nur RAW-Dateien Konvertieren möchten, ist RAW-Therapee eine gute Wahl. Die RAW-Dateien lassen sich einfach markieren und dann auf einen Rutsch in ein anderes Bildformat, wie zum Beispiel TIFF oder JPG konvertieren.
RAW-Entwicklung
Die “Entwicklung” eines RAW-Bildes bietet die Möglichkeit, die ganzen Vorteile, die ein RAW-Bild gegenüber einem JPG-Bild mit sich bringt, auszuspielen. Der nachträgliche manuelle Weißabgleich bietet oft noch einen kleinen Tick Verbesserung in der Bildstimmung, die viel weitergehenden Helligkeitsveränderungen und Kontrastverbesserungen sind mit JPG-Dateien kaum möglich. Wer mehr über den Unterschied zwischen RAW und JPG erfahren möchte, kann in dem Artikel RAW vs. JPG nachschauen, den ich vor längerer Zeit hier mal veröffentlicht habe.
Aber nicht nur Helligkeit und Kontrast lassen sich anpassen, auch umfangreiche Farbanpassung, Farbveränderungen und -verbesserungen lassen sich vornehmen, auch ein ausgereiftes Farbmanagement ist vorhanden, der fertigen Entwicklung eines Bildes steht also kaum etwas entgegen.
Eine Sache vermisse ich hier noch, das liegt aber wohl daran, dass ich mich in Lightroom so sehr daran gewöhnt habe, die lokalen Korrekturen von Helligkeit, Kontrast und Farbe.
Dafür wird dann doch der Weg zu GIMP nötig, auch für die Retusche ist GIMP eine gute Ergänzung zu RAW-Therapee.
RAW-Therapee und GIMP
Um die RAW-Fotos dann schlussendlich in GIMP bearbeiten zu können, braucht man nur einen Mausklick auf das dazugehörige Symbol links unterhalb des Bildes, schon wird GIMP mit den gerade gemachten Bearbeitungen im Bild geöffnet und man kann mit der Retusche loslegen.
Ein kleines Tutorial zu den grundlegenden Funktionen in RAW-Therapee wird morgen folgen.
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