
Wie oft höre ich den Satz: “ Mit so einer tollen Kamera muss man ja gute Fotos machen.” Jeder, der sich mit der Fotografie etwas mehr als nur ab und zu beschäftigt, hat diesen Satz sicher schon das eine oder andere mal gehört. Manchmal tausche ich dann einfach mit dem Gegenüber für ein paar Fotos die Kameras aus und fotografiere mit einer kleineren Kamera, der Gegenüber dann mit meiner DSLR. Wenn wir dann die Ergebnisse vergleichen wird oft klar, dass es nicht die Kamera ist, die aus einem Schnappschuss ein Wow-Foto werden lassen.
Aus diesem Grund habe ich hier mal meine 10 besten Tipps zur Fotografie zusammengestellt. Ich erhebe natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, würde mich freuen, wenn noch der eine oder andere Tip in den Kommentaren hinzu kommt.
10. Vergleiche Deine Fotos mit denen Anderer
Fotografieren macht gemeinsam immer viel mehr Spaß als allein. Es bietet aber zusätzlich noch die Möglichkeit, seine eigenen Fotos mit denen der anderen zu vergleichen. Das ist vor allem sehr hilfreich, wenn man das gleiche Objekt fotografiert hat. Welches Bild wirkt mehr, welcher Bildausschnitt ist interessanter, welcher Bildaufbau ist besser gelungen? Hierbei lässt sich viel lernen.
9. Warte nicht zu lang mit dem Begutachten der Fotos
Nach der Fototour sollte man nicht zu lange warten, bis man die Fotos auf den PC überspielt und begutachtet. Je kürzer die Zwischenzeit ist, um so frischer ist die Erinnerung an die Fototour. “Warum habe ich hier diese Einstellung gewählt und nicht eine andere?”, “Hätte ich hier vielleicht einen anderen Standpunkt wählen sollen?”, “Hätte hier eine andere Blende besser gewirkt?”. Einige dieser Fragen kann man sicher auch später anhand der EXIF-Daten noch beantworten, andere aber nicht, weil man sich einfach nicht mehr daran erinnert. Durch dieses Nachdenken über die gemachten Fotos stellt sich erst der Lerneffekt ein. Fehler, die hier im Bild sichtbar werden kann man beim nächsten Shooting vorher bedenken und ausräumen.
8. Fotografiere einen ganzen Tag lang nur im Manuellen Modus
Natürlich ist es bequem und einfach, schnell mal ein Foto im P(rofessional)-Modus zu machen. Aber hilft es mir auch dabei, besser zu werden? Sicher nicht. Im Manuellen Modus muss ich selbst entscheiden, welche Einstellungen ich gerade jetzt, für dieses eine Foto einstelle. Welche Blende wäre jetzt die Ideale? Welche Verschlusszeit brauche ich? Welchen ISO-Wert muss ich einstellen?
7. Lies dein Handbuch
Dieser Tip müsste vielleicht sogar noch weiter unten stehen, er ist wohl mit einer der wichtigsten Tips. Nur wer die Funktionen seiner Kamera kennt, kann sie auch einsetzen, nur derjenige kann auch Fotos machen, die sich vom einfach geknipsten Schnappschuss unterscheiden.
6. Lege nicht so viel Wert auf Kritiken in Fotocomunnitys
Kritiken sind gut, aber in Fotocomunnits sind die Kritiken leider selten lehrreich. Entweder wird das Bild hochgelobt oder niedergemacht, was man hätte besser machen können, oder wie man es hätte anders fotografieren können, wird hier viel zu selten geschrieben.
5. billiges Zubehör führt meist zu billigen Ergebnissen
Das ist zwar etwas pauschal gesagt, trifft aber in der Fotografie leider oft zu. Ein Stativ für 20 € ist in der Regel so instabil und wackelig, dass ich mir das Stativ meist gleich sparen kann. Ein 70-300mm Objektiv für nur etwas mehr als 100 € bringt leider auch nicht die besten Ergebnisse, wenn es um Lichtstärke, Schärfe und geringe Abbildungsfehler geht. Lieber etwas länger sparen und dann ein Zubehör anschaffen, das ich auch lange mit Spaß verwenden kann.
4. Nutze die Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung
Die digitale Bildbearbeitung ist für mich ein Teil der Fotografie, des Prozesses der Entwicklung der Fotos. Sie nimmt für mich den Teil der Fotografie ein, den die Dunkelkammer in der analogen Fotografie inne hatte.
3. Nimm Dir Zeit zum Fotografieren
Auf meinen Fototouren ist es mir immer wieder aufgefallen, wenn ich mir Zeit nehme, Einstellungen prüfe, verschiedene Standorte ausprobiere, verschiedene Bildausschitte ausprobiere, dann sind die Ergebnisse am Ende besser als wenn ich nur schnell, schnell ein paar Fotos knipse und weiter muss. Durch das mehr an Zeit ergibt sich am Ende auch ein mehr an Lerneffekt. Ich weiß dann einfach beim Betrachten der Fotos in der Regel noch genau, welche Einstellung und welche Positionierung in dieser Situation zu dem gewünschten Ergebnis geführt hat.
2. Habe immer eine Kamera dabei
Ein Fotograf hat mal gesagt: “Die beste Kammera ist die, die Du gerade griffbereit hast”. Motive, die man nicht fotografieren kann, weil keine Kamera zur Hand ist, kommen selten wieder.
1. Fotografieren, fotografieren, fotografieren
Den größten Lerneffekt hat man durch viel fotografieren, experimentieren, ausprobieren, aus Fehlern lernen. Das geht am besten zu zweit oder in einer kleinen Gruppe. Nehmt Euch ein Thema vor und versucht einfach hier viele verschiedenartige Fotos zu gestalten. So kann man zum Beispiel beim Thema Licht und Schatten unheimlich viel experimentieren. Ob es nun der Versuch ist, einen Sonnenuntergang interessant zu gestalten, oder eine Langzeitbelichtung in der Dunkelheit mit verschiedenen Lichtquellen (Taschenlampe, Aufsteckblitz, …) auszuleuchten. Makrofotografie ist ein weiteres interessantes Thema, Landschaftsfotografie, Portraitfotografie. Fotografieren, die Fotos begutachten, aus Fehlern lernen, das ist wohl das wichtigste, wenn man in der Fotografie weiter kommen möchte.

