Nach den beiden ersten Teilen (Langzeitbelichtungen, Makrofotografie) möchte ich in diesem Teil der Fototechnik-Reihe auf die HDR-Fotografie eingehen. Wobei es diesen Begriff ja eigentlich gar nicht gibt, da man ein HDR-Bild ja eigentlich nicht fotografiert, sondern am PC zusammensetzt und gestaltet. Ich bin mir sicher, irgendwann sind auch die Kameras soweit, dass man eine HDR-Aufnahme direkt mit der Kamera machen kann, es ist nur eine Frage der Zeit.
Was heißt HDR überhaupt?
HDR oder auch HDRi heißt High Dynamic Range (image). Es geht also um Fotos mit hohem dynamischen Umfang. Ich habe hier mal vier Beispielfotos zusammengestellt, die das etwas verdeutlichen. Das erste Foto ist das aus den anderen drei Fotos zusammengesetzte HDR-Bild. Jedes einzelne der drei Foto hat seine guten Stellen und seine Schwachstellen. Auf dem einen Bild ist das eine Objekt gut belichtet, dafür sind andere Bildbereiche überstrahlt. Auf dem anderen Bild ist es eine andere Stelle, die gut belichtet ist. In einem HDR-Bild werden die “guten Stellen” mehrerer Bilder zu einem Bild zusammengefasst. Sie ergeben dann folgendes Bild.
Wo wird HDR eingesetzt?
Es gibt mehrere Bereiche, die für ein HDR-Bild gut geeignet ist. Ich setze HDR hauptsächlich in der Landschaftsfotografie, der Architektur-Fotografie und überall dort ein, wo schwierige Lichtverhältnisse ein ausgewogen belichtetes Bild nicht zulassen.
Belichtungsreihen
Das ist der eigentliche Begriff, wenn es um die reine Fototechnik geht. Wenn bei einer Landschafts- oder Architekturaufnahme der eigentlich sehr schöne blaue Himmel schon auf dem Kamera-Display völlig weiß erscheint, kaum noch Zeichnung zeigt, dann ist es Zeit für eine Belichtungsreihe. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Fotografie in der Dunkelheit. Immer dann, wenn bei einer langen Belichtung bestimmte Bildbereiche völlig überbelichtet sind, andere Bildbereiche aber bei kürzerer Belichtungszeit völlig im Dunkel verschwinden, dann setze ich die Belichtungsreihe ein.
Eine Belichtungsreihe sind einfach mehrere Fotos eines Objektes, vom gleichen Standpunkt aus gemacht, mit gleicher Blende, nur mit unterschiedlicher Belichtungszeit.
Dies kann ich auf zwei Wegen erreichen. Der erste Weg ist der manuelle, ich messe die Belichtungszeit mit der Kamera, diese ergibt beispielsweise 15 Sekunden bei Blende 8, dann mache ich dieses Foto, stelle dann manuell an der Kamera für das zweite Bild ( das ich mit einer Stufe unterbelichten möchte) 8 Sekunden als Belichtungszeit ein. Das Bild wird dunkler. Dann mache ich ein drittes Bild mit einer Stufe Überbelichtung, also 15*2= 30 Sekunden. Dieses Bild wird heller als das erste.
Der zweite Weg ist der automatische, die meisten Kameras bieten dafür eine spezielle Funktion an, ob sie nun Belichtungsreihe, oder Bracketing genannt wird, ist völlig egal. Dabei übernimmt die Kamera die Einstellungen. Ich brauche eigentlich nur noch auf das Objekt auszurichten und dreimal hintereinander auszulösen.
Canon EOS-Spiegelreflexkameras bieten eine Belichtungsreihe von maximal 3 Fotos in Reihe, Nikon ist da schon spendabler, hier können es auch mal 9 Bilder sein.
Wie wird aus den Einzelbildern eine HDR-Aufnahme?
Am PC. Für die Erstellung eines HDR-Bildes gibt es verschiedene Programme. Es gibt wie so oft kostenlose Programm, als auch kommerzielle Programme, die Geld kosten. Die besten Ergebnisse habe ich bisher immer mit der Software Photomatix Pro erzielt. Eine kostenlose Testversion kann man hier downloaden. Das Programm ist ziemlich selbsterklärend, einfach mal damit etwas rumspielen. Die Software nimmt die 3 EInzelbilder und setzt sie vollautomatisch so zusammen, dass ein Bild entsteht, auf dem keine Bildteile völlig unter- oder überbelichtet sind. Wir nähern uns also hier dem, was wir mit unseren Augen gesehen haben. Die Kamera kann mit einer Aufnahme da leider nicht mithalten, entweder ist der Himmel gut belichtet, dann sind die Objekte im Vordergrund zu dunkel, oder der Vordergrund ist OK, dann ist der Himmel völlig weiß.
Mit HDR schaffe ich hier Abhilfe und erhalte Fotos, die man mit einem einzelnen Foto nie bekommen hätte.
PS: Nach der Vorstellung von Photoshop CS5 in dieser Woche bin ich sehr gespannt auf die ersten Tests der neuen HDR-Pro-Funktion direkt in Photoshop. Die HDR-Funktion bis zu Photoshop CS4 war da eher nicht zu gebrauchen. Was ich bis jetzt von CS5 gesehen habe, war da einfach fantastisch.






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