Seit Lightroom 2 sind jetzt auch Bildanpassungen und Retouchen möglich, die sich nur auf bestimmte Bildbereiche auswirken. Im letzten Lightroom_Tutorial mit dem Thema “Verlaufsfilter” (Hier gehts zum Tutorial Verlaufsfilter in Lightroom 2) habe ich schon gezeigt, wie das bei diversen Bildern anzuwenden ist.
Mit dem Korrekturpinsel sind diese Anpassungen nun auch direkt auf bestimmte eingegrenzte Bildbereiche anzuwenden. In dem hier gezeigten Beispiel geht es heute darum, die Lippen eines Portraitshootings etwas mehr Farbe zu geben. Genau so gut lässt sich der Korrekturpinsel auch anwenden, um z.B. überstrahlte Fenster in einem Foto etwas abzudunkeln. Und dies alles geht jetzt ohne den Weg in Photoshop. Durch die neuen Funktionen spart man sich diesen Umweg immer häufiger und kann seinen Workflow in Lightroom durcharbeiten. Dies erspart viel Zeit in der Nachbearbeitung.
Zuerst wie immer das Vorher-Bild.

Der hier etwas fade Mund soll ein wenig mehr Farbe erhalten. Dabei soll natürlich aber die Struktur komplett erhalten bleiben, damit das Ergebnis genau so natürlich aussieht, wie hier im Vorher-Foto.

Zuerst öffnen wir nun den Korrekturpinsel-Dialog. Dieser befindet sich im “Entwickeln”-Modul. Es öffnet sich der dazugehörige Dialog. Bitte klicken Sie zuerst auf den Kleinen Knopf auf der rechten Seite (hier im Bild eingekreist), um den erweiterten Dialog angezeigt zu bekommen.

Um nun den Mund etwas abzudunkeln und ein wenig mehr rot hineinzubekommen gehen wir wie folgt vor. Um die Auswirkung deutlich sehen zu können übertreiben wir am Anfang die Abdunklung etwas. Ich habe hier im Beispiel die Belichtung um ca. 3 Stufen nach links verschoben. Das Ergebnis wird also 3 Belichtungsstufen abgedunkelt.

Nun klickt man einfach mit der Maus irgendwo auf den Mundbereich.

Nun könnte man versuchen genau die Konturen der Lippen entlang zu fahren und diese komplett “auszumalen”. Dass ist aber so genau gar nicht nötig. Auf der rechten Seite im Korrekturpinseldialog gibt es eine Funktion, die uns die Arbeit ziemlich erleichtert. Die nennt sich “Automatisch maskieren”. Hier sollte ein Häkchen drin sein. Wenn nicht, einfach auf das Kästchen klicken.
Was passiert dadurch?
Lightroom erstellt automatisch eine Maske. Wenn wir nun über die Lippen “malen”, dann wirkt sich die Belichtungsverringerung nur auf die Lippen aus, auch wenn wir etwas über den Rand hinausmalen.
Möchte man die Maske jetzt einmal genauer sehen, dann bewegt man den Mauszeiger einfach über den kleinen Punkt, den wir zu Anfang auf den Mund gesetzt haben. Kurze Zeit später wird die Maske (wie in Photoshop) in roter Farbe angezeigt.

Man sieht hier, dass der Mund sehr gut ausgewählt ist.
So, nun passen wir die Helligkeit und Sättigung an, damit das Ergebnis so ausfällt, wie es gewollt ist. Der jetzt noch viel zu dunkle Mund wurde ja nur wegen der besseren Sichtbarkeit so dunkel eingestellt.

Ich habe in diesem Beispiel die Belichtung auf etwa –0,5 bis –1 eingestellt. Außerdem habe ich die Klarheit noch erhöht, um die mittleren Kontraste noch etwas anzuheben.
Nun möchte ich die Farbe des Mundes noch etwas mehr ins rote ziehen. Man klickt also dazu einfach auf das kleine Farbfeld und wählt dann die gewünschte Farbe aus.

Das ganze wirkt dann so, als hätte man einen Farbfilter vor die Linse geschraubt. Nur wirkt sich die Farbe halt allein auf den maskierten Bereich aus.
Das wars dann schon. Man kann jederzeit die Anpassungen ändern. Einfach wieder den Korrekturpinseldialog aufklappen, den gewünschten Punkt im Foto anklicken und die Slider so verschieben, wie man es haben möchte. Durch einen Klick auf “Neu” kann man auch einen zweiten Bereich verändern. So könnte man auch die Augen auswählen (in diesem Beispiel hier ist das natürlich nicht sehr sinnvoll) und diese selektiv scharf zeichnen, indem man die Schärfe hochzieht und die Augen auswählt.
Hier wieder der Vorher-Nachher-Vergleich. Für dieses Ergebnis braucht man bisher immer Photoshop. Nun ist das mit wenigen Mausklicks gemacht und kann jederzeit wieder verändert werden. Ist das nicht cool?

Schreibt doch einfach kurz in den Kommentaren, was ihr bisher für Erfahrungen mit Lightroom gemacht habt. Auch Fragen und Anregungen sind gern willkommen.