
Martin Gommel von KWERFELDEIN fragt: RAW oder JPG? Auch einen interessanten Video-Beitrag hat er veröffentlicht, in dem er erklärt, was der Unterschied von RAW und JPG ist. Er selbst favorisiert RAW und bringt so ziemlich die gleichen Argumente, die ich ins Feld führen würde.
Immer wieder steht diese Frage und spaltet die Gemüter, bekannte Fotografen genauso wie Amateurfotografen. Guido Karp z.B. hat im letzten Jahr auf einer Veranstaltung über dieses Thema gesprochen. Er fotografiert nur im JPG-Modus. Ihm ist die Geschwindigkeit wichtiger als die zusätzlichen Möglichkeiten die RAW unbestritten bei der Nachbearbeitung bietet. Vielleicht liegt es aber auch daran, das er Assistenten hat, die die Nachbearbeitung übernehmen.
David Ziser, ein sehr bekannter amerikanischer Hochzeitsfotograf und Photoshop-Tutor hat bis vor 2 Monaten nur im JPG-Modus fotografiert. Bei ihm war es auch vor allem die große Datenflut, die RAW-Fotos mit sich bringen. Wenn er bei einem Shooting 4000 Fotos schießt, dann ist das schon ein Unterschied, ob ein Foto 4MB groß ist oder 12MB. Vor etwa 2 Monaten hat er dann den RAW-Test gemacht. Fotos im JPG und im RAW-Modus geschossen und diese dann bearbeitet und verglichen. Seit dieser Zeit fotografiert er nur noch im RAW-Modus.
Bei mir war es ähnlich. Ich habe anfangs nur JPG-Fotos geschossen. Das lag aber auch daran, dass ich meine Fotos damals so gut wie nicht bearbeitet hat. Meine Bearbeitung beschränkte sich zu der Zeit auf das, was z.B. Picasa oder Corel Photopaint mit seiner Automatikkorrektur vollbracht haben. Gegen Photoshop hatte ich immer eine Abneigung, weil ich irgendwie nicht mit der Fensteraufteilung klargekommen bin. Ich arbeite lieber mit einem Programm, dass mein Foto nicht mit unzähligen Werkzeugleisten überdeckt. Ich habe zu der Zeit immer gedacht, ich kann all das, was Photoshop kann auch mit Photopaint machen. Heute denke ich darüber ganz anders.
Aber zurück zum Thema RAW. Irgendwann kam dann doch die Neugier. Ich hatte einiges über RAW gelesen und wollte es nun genauer wissen. Natürlich habe ich in der Kamera die Einstellung RAW+JPG gewählt. Wobei das meiner heutigen Meinung nach wohl eine der überflüssigsten Funktionen in den aktuellen DSLRs ist. Verschiedene RAW-Programme habe ich getestet, zuerst das Canoneigene mitgelieferte Programm, dann einige kostenlose Freeware-Converter, mit keinem konnte ich mich so richtig anfreunden. Es war mir alles zu umständlich, es fühlte sich immer wie ein extra-Programm an, das nur zum konvertieren der RAW-Dateien gebraucht wurde.
Irgendwann stieß ich auf Lightroom. Nachdem ich mir eine Video-Tutorial-DVD (video2brain) gekauft und diese Schritt für Schritt durchgearbeitet hatte, war ich infiziert.
Lightroom bietet den gesamten Workflow, vom importieren, verschlagworten, die genialsten Bearbeitungsfunktionen, die ich kenne über diashow und print bis hin zur Web-Ausgabe. In vielen Fällen konnte man die Arbeit allein in Lightroom erledigen. Aber ab und an war doch noch Photoshop nötig.
Seit Lightroom 2 gibt es noch seltener die Notwendigkeit vom Lightroom 2 aus in Photoshop zu wechseln. Seit ich mich etwas in Lightroom eingearbeitet hatte fotografiere ich nur noch in RAW. Ich habe kein einziges JPG-Foto mehr gemacht. Wer einmal bei schlechteren Lichtverhältnissen ein RAW und ein JPG mit der Kamera gemacht hat und diese beiden Datei gleichermaßen in Lightroom bearbeitet hat, wird sicher auch den Weg zu RAW finden. Man glaubt nicht, welchen Unterschied man in der Bearbeitung bekommt.
Meine Stimme also definitiv für RAW!!!
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